Landau Ein besonderes Näschen

Hausgenossen und Spezialisten in Sachen Schimmelbefall: Bettina und Siegfried Schumann, hier mit dem Rüden Konrad.
Hausgenossen und Spezialisten in Sachen Schimmelbefall: Bettina und Siegfried Schumann, hier mit dem Rüden Konrad.

Sie heißen Frieda und Konrad, sind sechseinhalb und zweieinhalb Jahre alt. Sie sind die Familienhunde von Bettina und Siegfried Schumann aus Rohrbach. Sie führen ein richtiges „Hundeleben“, tollen und schmusen mit Frauchen und Herrchen, lieben Ausflüge und toben im Feld. Und sie können etwas Besonderes: Sie sind Schimmelspürhunde und finden die Schadpilze in Häusern und Wohnungen, wo sie dem menschlichen Auge verborgen sind.

Frieda ist eine Langhaar-Schäferhündin, Konrad ein Deutscher Schäferhund. Beide haben eine feine Nase und einen gut ausgeprägten Spiel- und Beschäftigungstrieb. Das sind beste Voraussetzungen für ihren „Job“ als Schimmelspürhunde. Sie sind, betont Bettina Schumann, keine Arbeitstiere, deren Dienste für die Schimmelsuche ausgenutzt werden, sondern diese Suche sei ein harmonisches Zusammenspiel von Halter und Tier, das auf dessen natürlichem Verhalten aufbaue und seine Fähigkeiten dabei auf das Entdecken von Schimmelpilzbefall fokussiere. Seit drei Jahrzehnten beschäftigt sich Bettina Schumann mit Hundesport und artgerechtem Training, und als sie davon erfuhr, dass Hunde auch als „Schimmel-Detektoren“ eingesetzt werden können, war sie sofort von der Idee eingenommen. Denn Schimmelbefall bei Immobilien, Wasserschäden und deren Sanierung sind ein zentrales Thema bei der Erwirtschaftung ihres Lebensunterhalts – ein Schwerpunkt der Schumann Trockenbau GmbH, die ihr Mann Siegfried, Bautechniker und vom TÜV Rheinland zertifizierter Gutachter für Feuchte- und Schimmelschäden, leitet. Die Möglichkeit des Hundeeinsatzes sei vor allem deshalb so wertvoll, weil zwar etwa durch Raumluftmessung Schimmelsporen erfasst, deren Quelle aber kaum lokalisiert werden könne, weiß der Fachmann: „Deren wahrscheinliche Lage muss man, wenn sichtbarer Befall nicht vorliegt, durch logisches Kombinieren ausmachen. Aber letztlich bekommt man ohne Öffnen von Wandverkleidungen oder Böden keine Gewissheit.“ Denn zu etwa 80 Prozent sei Schimmelbefall unsichtbar hinter Verkleidungen oder in Böden verborgen. Die Hunde hingegen können riechen, wo die Herde sind. Zwar gibt insgesamt geschätzt zirka 250.000 verschiedener Schimmelsorten, aber sie haben eine bestimmte „Grundduftnote“, für die die Hunde sensibilisiert sind, erklärt Bettina Schumann. Das Ausmaß einer eventuellen Gesundheitsgefährdung durch festgestellten Befall und damit der notwendigen Sanierungsmaßnahmen werde gegebenenfalls durch eine Laboranalyse geklärt. Gefragt sind Frieda und Konrad beispielsweise bei Immobilieneigentümern, die nach einem Wasserschaden klären wollen, ob und wenn ja, wo sich schon Schimmel gebildet hat. Oder ob nach durchgeführter Sanierung das Objekt nun schimmelfrei ist.

x