Landau Dynamisches Duo

Wollen bald ein Büro beim Medienpalast Landau beziehen: Luca Stulier (links) und Florian Bein.
Wollen bald ein Büro beim Medienpalast Landau beziehen: Luca Stulier (links) und Florian Bein.

«Landau.»„Emotionen wecken durch Hingabe“ – das ist die Philosophie der Landauer Agentur Devotion (englisch für Hingabe). Hinter ihr stecken Luca Stulier und Florian Bein, die im vergangenen Jahr mit der Freundschafts-App „Soul Me“ von sich reden machten. Da diese in der Anfangsphase keinen Gewinn abwerfen würde, „wollten wir ein zweites Standbein“, berichten die beiden und legen wortreich los zu erklären, was sie von vielen anderen Web- und Werbeagenturen unterscheidet, die aktuell aufploppen. „Es ist ja eine Frage, wie eine Agentur agiert“, sagt Bein, der Stulier im Fitnessstudio kennenlernte. Mittlerweile sind die beiden nicht nur Geschäftspartner, sondern auch Freunde. Auch wenn letztlich sogar beim gemeinsamen Essenkochen das „Business“ das Gespräch bestimmt. „Wir sind eben keine Agentur, die Montag bis Freitag von 8 bis 17 Uhr arbeitet, sondern jederzeit erreichbar. Wir leben das“, erklärt Stulier. „Jung, frisch, dynamisch, mit Power und Kreativität“ – so beschreiben sich die beiden, die vor einem Jahr ihre Einzelgewerbe anmeldeten und seit einem halben Jahr unter dem Dach Devotion zusammenarbeiten. Aktuell noch vom heimischen Wohnzimmer und einem Büro bei der Hauensteiner Firma Cellavita, dem ersten Kunden der Agentur, aus. In den nächsten Monaten wollen die beiden beim Medienpalast Landau einziehen, einer Arbeitsgemeinschaft für Film-, Videoproduktion und Digitale Kommunikation, mit der sie bereits kooperieren. Alles rund um Online-Marketing, Web- und Printdesign sowie Programmierung bietet die Agentur an, bei der Bein fürs Marketing und Stulier fürs Design zuständig ist. Für Programmiertätigkeiten können sie auf externe Partner zurückgreifen. Bein hatte vor der App vier Jahre in einer Marketing-Agentur gearbeitet. Stulier, der im vergangenen Jahr Abi machte, hat sich das Designen selbst beigebracht. „Ich mache das erst seit letztem Jahr. Aber wenn man eine Sache liebt und verdammt viel Arbeit reinsteckt, wird man auch richtig gut“, ist der 20-Jährige von seinen Fähigkeiten überzeugt. Es komme nicht auf Alter oder Abschluss an, sondern auf die Fähigkeiten, finden die beiden. Und die Kunden geben ihnen recht. Innerhalb des vergangenen halben Jahres haben sie vier Stammkunden mit regelmäßigen Projekten aufgebaut, dazu kamen zehn bis 15 kleine Kunden im Umkreis von 30 Kilometern. Im ersten Jahr rechnen sie mit 50.000 Euro Umsatz und wollen bis Ende des Jahres ein bis zwei Angestellte einstellen. „Damit wir uns mehr auf die Projektleitung und Kundenakquise konzentrieren können“, erklären sie. Denn irgendwann müsse man den Absprung schaffen und das Jungunternehmen zum Wachstum bringen. Viel zu tun gebe es, und der Druck auf die Jungunternehmer sei hoch. Aber es mache „Mega-Spaß“, sagen die beiden. Potenzielle Kunden sehen sie noch viele, wenn sie einen Blick ins Netz werfen. „Die meisten Homepages sind grottenschlecht.“ Die 1000 bis 2000 Euro sollte jede Firma übrig haben, um in einen ordentlichen Webauftritt zu investieren, finden sie. Und dann sollte man im Netz natürlich auch so präsent sein, dass man über Google gefunden werde. Suchmaschinenoptimierung heißt der Service, den die beiden ebenso anbieten. Denn: „Google bestimmt den Kundenstamm“, gab Stulier zuletzt einem Kunden mit. Mit ihrem Angebot des Marketplace-Marketings, also Dienstleistungen zur guten Platzierung von Kunden auf Online-Marktplätzen wie Amazon oder Ebay, hebe sich Devotion von vielen anderen Agenturen der Region ab, sagt Bein. Letztendlich sei es ihnen wichtig, nicht nur ein Produkt abzuliefern, sondern auch danach für die Kunden da zu sein. „Bei uns sind Kunden nicht nur eine Nummer“, sagen sie. Was haben eigentlich Stuliers Eltern gesagt, als der Junge noch mitten im Abi auf einmal Firmengründer wurde? Aus anfänglicher Besorgnis sei mittlerweile volle Unterstützung geworden, berichtet der 20-Jährige. „Ich wusste, ich muss meinen eigenen Weg gehen. Und dann haben auch sie gemerkt, dass es fruchtet.“ Lesezeichen Luca Stulier hat neben App und Agentur auch noch Zeit gefunden, ein Buch zu schreiben. Auf die Idee dazu hat ihn Marketing-Mann Florian Bein gebracht. Der vor vier Wochen erschienene kompakte Ratgeber trägt den Titel „Schritt für Schritt zum App-Millionär – Von 0 auf 100 – Ihr Wegweiser fürs (App) Start-up“. Millionär ist Stulier zwar noch nicht, dafür hat er in der Anfangsphase seiner Selbstständigkeit viele Erfahrungen gesammelt, die er weitergeben will. Das 64-seitige Buch gibt’s über Amazon als Taschenbuch- und Kindle-Version. Preis der Printausgabe: 18,26 Euro.

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