Am Rande Dubioser Dauerparker auf dem Gehweg
Keine Ahnung, was es mit dem angeschlossenen Servierwagen auf dem Untertorplatz auf sich hat. Aber vielleicht ist das Ding ja auch gar kein Servierwagen, sondern eine Alternative zum Fahrrad. Vielleicht kommt also jeden Morgen in aller Herrgottsfrühe jemand mit dem Gerät in die Stadt gefahren und holt es abends nach Dienstschluss wieder ab. Das wird dann vielleicht ähnlich gefahren wie dieser merkwürdige Skeleton-Rennrodel: Man nimmt Anlauf und schmeißt sich auf die untere Ebene, um mit viel Schwung von, sagen wir Godramstein, in die Stadt zu sausen. Fragt sich nur, ob man es dann so abstellen darf. Auf dem Gehweg parken kostet 55 Euro. Aber vermutlich gilt das nicht für Servierwagen, und wenn doch, bleibt in Ermangelung eines Nummernschilds immer noch das Problem, den Halter herauszufinden. Vielleicht hat der Wagen aber auch etwas mit der Spielstraße zu tun. Möglicherweise soll er Kinder spielerisch an eine spätere Tätigkeit in der Gastronomie heranführen. Oder er gehört zu dem unmittelbar benachbarten Trinkwasserbrunnen. Vielleicht kann man sein benutztes Becherchen zum Spülen darauf abstellen. Oder es ist der – selbstverständlich unter Denkmalschutz stehende – rollende Schreibtisch des Dichters und Revolutionärs Konrad Krez, der im Nachbarhaus gelebt hat. Vielleicht hat er vor seiner Flucht nach Amerika bei schönem Wetter sein Wägelchen genommen und draußen an der frischen Luft gereimt. Oder der Servierwagen ist beim Ende der Freiluftsaison vom Personal einer der angrenzenden Wirtschaften einfach nur draußen vergessen worden. Noch ein, zwei Monate, dann werden sie sich schon erinnern.