Landau
Dogan-Döner muss Mietwohnungen weichen
Am Schaufenster des Imbisses in der Landauer August-Croissant-Straße wird für diverse Gerichte geworben: Pizza, Pommes, und nicht zu vergessen die Spezialität des Hauses, Döner, in verschiedenen Variationen. Die Küchengeräte allerdings sind schon ausgeschaltet, Tische und Stühle zusammengeschoben, zur Mittagszeit ist niemand im Geschäft zu sehen. Seit dem Jahreswechsel sind die Türen zu. Der Betreiber, die Dogan Döner Produktion GmbH, hat sich zurückgezogen.
Es sind keine wirtschaftlichen Gründe, weshalb das südpfälzische Unternehmen seinen einzigen Standort in Landau nach zweieinhalb Jahren aufgegeben hat. Wie Inhaber Fahri Dogan auf Anfrage der RHEINPFALZ berichtet, waren die Umsätze zufriedenstellend gewesen. Allerdings sei der Betrieb des Ladens im Norden der Stadt von Beginn an auf Zeit gewesen. Denn: Das Gebäude und die benachbarten, leerstehenden Gewerberäume sollen einem Neubau weichen. Die bisherige Eigentümerin des Grundstücks, eine Unternehmerfamilie aus Landau, hat die Fläche verkauft. „Dieses Bauprojekt wurde uns schon beim Abschluss des Mietvertrags angekündigt“, sagt Dogan.
Zwei Mehrparteienhäuser, ein Bauträger
Der Pavillon mit dem Flachdach soll bis Sommer abgerissen werden, ebenso das benachbarte Gebäude, das seit Jahren ungenutzt ist. Im Innern erinnern unter anderem das Kühlhaus und der Verkaufsraum daran, das sich darin einst eine Metzgerei befand. An ihrer Stelle soll ein Mehrparteienhaus errichtet werden. Es soll sieben Zwei- oder Dreizimmerwohnungen beherbergen, mit Größen von 54 beziehungsweise 95 Quadratmetern. Sie sollen allesamt vermietet werden.
Wer sich ein Bild davon machen möchte, wie das Wohnhaus einmal aussehen soll, braucht sich nur vor Ort umzuschauen. Wenige Schritte von den beiden Flachbauten entfernt, entsteht derzeit bereits ein Mehrparteienhaus. An der Stelle, wo einst die Grillstube „Zum Lord“ zu finden war. Auch dort wird der Neubau von der Landauer Baufirma Bösherz Immobilien GmbH errichtet. Wie deren Geschäftsführer Christian Bösherz auf Anfrage berichtet, werden dort sieben Mietobjekte mit Wohnflächen von 42 beziehungsweise 93 Quadratmetern geschaffen. Bis zum Spätsommer sollen sie bezogen sein.
Stellplätze unterhalb der Gebäude
Beide Mehrparteienhäuser werden einen Aufzug haben, einige Wohnungen werden darüber hinaus behindertengerecht sein. Und die Stellplätze befinden sich unter den Gebäuden.
Damit sind dann die meisten Flachbauten, die in den 50er- oder 60er-Jahren in der Nähe der Berufsbildenden Schule errichtet wurden, Geschichte. Verbleiben wird lediglich das Bikerlokal Route 66, das sich zwischen den beiden Wohnhäusern befindet. Nach RHEINPFALZ-Informationen gehört das Grundstück einem anderen Eigentümer, der nicht gewillt war, es zu verkaufen.
Was Dogan Döner betrifft: Es ist nicht geplant, an einer anderen Stelle in der Stadt einen neuen Laden zu eröffnen. Es gibt laut Fahri Dogan genügend Dönergeschäfte in der Stadt, die das Familienunternehmen mit Drehspießen beliefere. Allein schon deshalb soll eine Konkurrenzsituation vermieden werden. Die nächstgelegene Filiale von Dogan-Döner ist im Offenbacher Industriegebiet. Zudem zieht die Produktionsstätte der Firma von Freckenfeld nach Kandel.