Landau Discoraum im Graffiti-Look
Rote und blaue Linien und davor ein silberner Schriftzug bringen Farbe ins Jugendzentrum Freckenfeld. Zusammen mit dem Mediendesigner Till Heim haben die Jugendlichen vergangene Woche ihrem Partyraum einen Graffiti-Look verpasst.
Der Geruch im Treppenhaus des Jugendzentrums in Freckenfeld lässt bereits beim Eintreten erahnen, dass an diesem Tag etwas anders ist als sonst. Es riecht stark nach Farbe, genauer nach Graffitifarbe. Die Jugendlichen des Juze wollen ihren Partyraum im Keller verschönern und zwar nicht nur mit normaler Wandfarbe. Nein, es sollte schon etwas Besonderes und vor allem etwas „Cooleres“ sein. Ein farbenfrohes Wandbild, gesprüht mir Graffiti-Dosen schien dafür die beste Lösung. Bereits vor zwei Jahren hat die Jugendpflegerin der Verbandsgemeinde Kandel, Katharina Hilbert, in Freckenfeld einen Graffiti-Workshop organisiert, der sehr gut angenommen wurde. Damals ebenfalls mit dabei waren die beiden Freunde Alexander und Niklas aus Freckenfeld, die auch in diesem Jahr wieder fleißig die Spraydosen schwingen. Gerade füllen sie den Juze-Schriftzug aus, was leichter aussieht als es tatsächlich ist. „Das Schwierige beim Sprayen ist es, den richtigen Abstand zum Bild zu haben. Geht man zu nah dran, läuft die Farbe nämlich herunter“, weiß der elfjährige Alexander. Damit genau das nicht passiert, ist der professionelle Graffitisprayer Till Heim aus Landau an ihrer Seite. Der 39-Jährige sprayt schon seit seiner Jugendzeit und nimmt Aufträge aller Art an: Egal ob ein großer Supermarkt, Hausfassaden, Autos oder eben Jugendräume – nichts ist vor seiner kreativen Sprühkunst sicher. Zusätzlich bietet er an Schulen Workshops an, um den Jugendlichen seine Leidenschaft für Graffiti näher zu bringen. „Die Jugendlichen werden durchs Sprühen selbstbewusster. Außerdem ist es Teil der Hip-Hop-Kultur, wodurch die Kids auch eine Identifikationsmöglichkeit bekommen“, sagt Heim. Alexander und Niklas macht es vor allem großen Spaß, die Feinarbeiten wie Konturenziehen überlassen sie dann allerdings doch lieber dem Profi . „Es ist cool, wie diese Art von Kunst aussieht“, findet Niklas. Und tatsächlich: Das Endergebnis kann sich sehen lassen: Ein silberner Juze-Schriftzug vor überdimensionalen Farbkleksen aus Rot- und Blautönen haucht dem tristen Discoraum eine ordentliche Portion neues Leben ein. Das gefällt auch den jüngeren Kids von 6 bis 12 Jahren, die zeitgleich Gruppenstunde haben und immer mal wieder neugierig den Kopf durch die Tür stecken. Mitmachen durften sie allerdings nicht. „Das Sprayen schien mir für die Kleineren dann doch ein wenig zu fahrlässig“, erklärt Katharina Hilbert. „Sie dürfen mir aber helfen, die restlichen Wände zu streichen.“ Und so hat am Ende dann doch jeder etwas zu der spontanen Umgestaltungsaktion beigetragen.