Landau Die Angst vor Informatik nehmen
Wo steckt im Alltag überall Informatik drin? Wie funktioniert sie? Um die Beantwortung dieser Fragen geht es in der Informatikausstellung am Europa-Gymnasium Wörth. Sie ermöglicht Schülern jeden Alters einen vereinfachten Einblick mit praktischen Aufgaben in die automatisierte Funktionsweise von Computern, Handys und Navis. 18 Stationen umfasst die Präsentation der Hopp-Stiftung.
Vier Wochen lang haben 20 zu Scouts ausgebildete Leistungskursschüler täglich mit Fachlehrern für andere Klassen Führungen organisiert. 48 Klassen und Kurse haben die Präsentation durchlaufen. An zwei Tagen konnten sich Eltern und andere Interessierte an den Stationen ausprobieren. Heute endet die Ausstellung. 18 Säulen mit je vier Tafeln bieten zu unterschiedlichen Themenbereichen theoretische Hintergründe, Beispiele für den alltäglichen Gebrauch und eine Schüleraufgabe. „Hier sieht man anhand eines Holzbrettes mit Vertiefungen und dazugehörigen Kugeln, wie ein Computer sortiert“, erklärt Informatik- und Mathelehrer Thorsten Kuschel. Er hat die Ausstellung an die Schule geholt. „Es ist ein ganz einfaches Schema als elementare Anweisung, die dieser braucht, um automatisiert zu arbeiten.“ Wie Zehnerzahlensysteme in das vom Computer genutzte binäre System umgerechnet werden, wird an der nächsten Station klar: Verschieden große CD-Päckchen können gegenüber auf einer Waage platziert und so ausbalanciert werden. „So erkennt man, dass das Päckchen ,10 hoch 1’ einen anderen Wert hat als ,2 hoch 3’.“ Dass das „An-den-Fingern-Abzählen“ mit verschiedenen Kombinationen von Fingerstellungen nicht nur bis zehn, sondern bis 1024 möglich ist, zeigt die nächste Säule und verdeutlicht so, dass das binäre System mehr Speicherplatz bieten kann als das 10er-System. Dass eine CD einen durch einen Kratzer verursachten Fehler ausgleichen kann, indem sie auf die Informationen zugreift, die zusätzlich als Kontrollmechanismen aufgespielt wurden, demonstriert Kuschel eindrucksvoll an einer Magnettafel. Mit einem kleinen Trick, weiß er genau, welcher Magnet in dem beliebig bestückten Raster im Nachhinein verändert wurde. „Von diesem kleinen Zaubertrick lassen sich besonders die Jüngeren beeindrucken“, weiß Kuschel. Besonders beliebt ist bei den Schülern das so genannte Affenpuzzle: An den viereckigen Puzzle-Teilen sind jeweils ein Affenkopf oder -körper in einer bestimmten Farbe an einer Seite. Nun gilt es, mit einer bestimmten Anzahl der Teile allen Affen den richtigen Gesamtkörper zu verschaffen. „Es gibt eine richtige Lösung, aber zwei Millionen Möglichkeiten“, so der Informatiklehrer. „Es gibt auch Grenzen in der Informatik, Dinge, die noch nicht lösbar sind.“ Jonas Liebscher und Christian Gerdon gefällt ihre Aufgabe als Scout: „Wir haben nur positive Reaktionen auf die Ausstellung bekommen, alle sind immer ganz konzentriert und interessiert bei der Sache.“ Auch Schülerin Lena Werling findet die Ausstellung gut: „Man merkt, wie hilfreich Computer sind, weil sie Aufgaben schneller lösen als der Mensch.“ Es gehe darum, spielerisch zu lernen und Mut zu machen, sich an der Schule für das Fach Informatik zu entscheiden, sagt Thorsten Kuschel.