Landau Der Jugend eine Chance geben

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Wohin führt der Weg unserer Nationalmannschaft bei der EM in Frankreich und wie gewinnt man eigentlich gegen Italien? Das will die RHEINPFALZ von Teams aus der Region wissen, die kürzlich von sich reden gemacht haben. Diesmal waren wir bei der B-Jugend des TuS Knittelsheim zu Gast.

Lars Busch tippt als Einziger gegen die deutsche Mannschaft. „1:0 für Italien“, sagt der 16-Jährige Hainfelder selbstbewusst. Trainer Patrick Richter (25) aus Knittelsheim ist entsetzt. Sein Tipp: 1:1 nach 90 Minuten, dann 5:4 für Deutschland nach Elfmeterschießen. Dass die Partie heute Abend kein Selbstläufer wird, weiß auch Nicolas Heckmann (17). „Das wird ein schweres Spiel, Italien hat viel Erfahrung“, sagt der Zeiskamer. Mit der Leistung der DFB-Auswahl sind die Jungs noch nicht ganz zufrieden. Während sich Innenverteidiger Tim Uhrig (17) über Neuers weiße Weste freut, ist Offensivspieler David Christ (17) nicht überzeugt vom deutschen Angriff. „Wir sind nach vorne noch nicht so stark“, hadert er und liefert prompt eine Lösung für mehr Offensivdrang: „Löw sollte den jungen Spieler eine Chance geben: Sané auf Außen und Müller vorne rein.“ Dass die Jugend durchaus zu überzeugen weiß, bewies der 18-jährige Portugiese Renato Sanches bei seinem Tor zum 1:1 gegen Polen. Und als hätte der zwei Jahre jüngere Herxheimer Nicolas Bornhöfft es geahnt, lobte er den Bayern-Neuzugang bereits am Mittwoch in den höchsten Tönen: „Portugal hat mir nicht so gefallen, aber als Einwechselspieler hat Sanches immer viel Power ins Spiel gebracht.“ Auch Fußballzwerg Island hat es den Knittelsheimern angetan. Patrick Maurer (17) aus Speyer traut dem Team sogar den großen Coup gegen den Gastgeber zu: „Die Franzosen unterschätzen die Isländer, die haben doch schon in der Vorrunde gegen kleinere Mannschaften gewackelt. Und Island hat nichts zu verlieren.“ Im Halbfinale sei dann aber Schluss für Sigthórsson & Co. Der Knittelsheimer Florian Richter ist da ganz anderer Meinung. „Frankreich siegt souverän mit 3:0 oder sogar 4:0“, prophezeit der 17-Jährige, „nach einem frühen Tor muss Island reagieren.“ Dass ein reagierendes Island jedoch auch zum Nachteil für die vermeintlich Großen des Weltfussballs werden kann, bewiesen zuletzt die Engländer eindrucksvoll. Patrick Richter ist vom neuen Modus wenig überzeugt. Der Knittelsheimer Coach wünscht sich in Zukunft noch mehr Teams: „Die nächste EM sollte am besten mit 48 Nationen gespielt werden, dass auch die Holländer mal wieder eine Chance bekommen.“ Ihre Chance genutzt haben die Jungs in der abgelaufenen Saison: Der TuS belegte mit nur zwei Punkten Rückstand auf den Ludwigshafener SC II den zweiten Platz in der Landesliga Vorderpfalz und stellte die beste Abwehr der Liga. „Das war schon eine Überraschung“, gesteht Richter. Dass der kleine Dorfverein bis zum Schluss mit den Ludwigshafenern mithalten konnte, sei erstaunlich. Der TuS setzt auf die eigene Jugend. Neun Spieler, die aus der A-Jugend rauskommen, werden in die erste und zweite Mannschaft integriert. Seit der F-Jugend ist Richter bei seinem Team, kennt einige seiner Spieler schon seit Jahren. „Wir verstehen uns auch zwischen den Mannschaften richtig gut“, erklärt er den Erfolg des Vereins. Der EM-Tipp Die B-Jugend des TuS Knittelsheim tippt auf einen 1:0-Sieg gegen Italien.

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