EDENKOBEN / WÖRTH
Der Erste im Impfzentrum: „Großes Kompliment an die Mannschaft“
Nervös war der Ingenieur Vondersand nicht, denn er hatte sich vorbereitet, berichtet er der RHEINPFALZ. Am Tag der Freischaltung der Anmelde-Hotline hatte er dort bereits eine Minute vor der eigentlichen Zeit mit seinen Versuchen begonnen und sei nach nur wenigen Minuten durchgekommen. Einzig die Zustellung der Wegebeschreibung habe er sich zeitiger gewünscht – gewundert habe er sich allerdings, dass ihm sein Navigationsgerät einen offenkundigen Umweg anzeigte.
Also setzt sich Vondersand zwei Tage vorher ins Auto und fährt die Strecke sicherheitshalber schon einmal ab. „Und das war gut so“, sagt er. Ebenso hatte er bereits im Vorfeld in Erfahrung bringen können, dass er ohne Probleme alleine hin- und wieder zurückfahren könne. Dem Morgen selbst konnte er dann also entspannt entgegensehen. „Ich habe eine Tasse Kaffee getrunken und bin um 7 Uhr bewusst sehr zeitig losgefahren, weil ich rechtzeitig da sein wollte. Und das hat dann auch geklappt, eine Dreiviertelstunde später bin ich angekommen!“
„Das wird sich einspielen“
Besonders gefreut habe ihn, dass er schon bei der Einfahrt auf das Gelände sehr freundlich begrüßt worden sei. Und überhaupt: „Es war auffallend, wie hilfsbereit alle Mitarbeiter dort sind. Man hat uns gefragt, Hilfe angeboten und sich einfach nur gekümmert. Das war überraschend gut und so nicht zu erwarten gewesen.“ Auch das Verfahren vor Ort habe ihm sehr beeindruckt. „Ich hatte einen wirklich guten Eindruck. Man konnte sehen, dass es gut organisiert ist, und konnte die einzelnen Maßnahmen in ihrer Notwendigkeit auch nachvollziehen. Dass noch nicht alles rund laufen kann, ist klar. Aber das wird sich einspielen“, ist der Edenkobener zuversichtlich.
Gefreut hat ihn, dass er alle bei seiner telefonischen Anmeldung abgefragten Informationen auf seinen im Impfzentrum ausgehändigten Laufzetteln wiedergefunden habe – so musste das Personal nicht wiederholt nach einzelnen Informationen fragen. Kritik übt er allerdings an den Telefon-Hotlines der Bürgerdienste „sowohl in Landau als auch in Germersheim. Denn die wussten nicht Bescheid, als ich Rückfragen hatte. Das finde ich schade, das muss einfach besser organisiert sein. Denn wenn ich solche Telefonnummern genannt bekomme, dann muss man mir auch sagen können, was los ist.“
Vondersand möchte für die Impfung werben
Am 21. Januar wird er zu seinem zweiten Impftermin erneut den Weg nach Wörth antreten. Und wieder soll er um 8.30 Uhr da sein. Vondersand will wie beim ersten Mal zeitig losfahren: „Das hat sich bewährt. Denn als ich um Viertel nach neun wieder herauskam, war an der Einfahrt und in der Warteschlange vor dem Eingang sehr viel los.“
Nicht erst nach seinen so positiven Erfahrungen möchte er weiterhin für die Impfung werben: „Ich fühle mich mit meinen 83 Jahren noch lange nicht wie ein Tattergreis, aber ich treffe junge Leute, und meine Enkeltochter lebt bei mir. Da müssen wir vorsichtig sein. Jetzt erhoffe ich mir ohne die Angst mehr Lebensqualität. Die Impfung bezeichne ich gerne als die Schneekette, die man im Kofferraum hat. Sie beruhigt einfach. Das Impfen ist auch die einzige Chance, das Virus in den Griff zu kriegen. Die vernünftigen Leute sollten das eigentlich auch wissen. Aber ich bin überzeugt davon, dass das Impfen in der kommenden Zeit zum Selbstläufer werden wird.“
„Ich fühle mich nun etwas sicherer“
Sehr wichtig sei ihm auch sein Anliegen, „all den Menschen Mut zu machen, die in den nächsten Wochen und Monaten gerade in den Impfzentren daran mitarbeiten werden. Denn eines ist klar: Selbstverständlich ist das nicht! Alles in allem aber war dies ein guter Start des Zentrums, und daher also ein großes Kompliment an die dort tätige Mannschaft. Ich fühle mich nun etwas sicherer.“