Landau Der Dreck muss weg
Wie viele andere Landauer pendelt Cornelia Kern jeden Tag mit der Bahn von Landau nach Karlsruhe. Jeden Tag sieht sie deshalb auch „den unbeschreiblichen Schmutz auf den Wegen zum Bahnhof, auf dem Bahnhofsvorplatz, auf den Treppen zu den Gleisen, auf den Straßen, einfach überall“.
Ein Dorn im Auge sind ihr die „herrenlosen, defekten Fahrräder“, die nicht entsorgt würden. Auf Anfrage teilt die Stadt Landau mit, dass die Räder am Bahnhof im Auftrag der Deutschen Bahn alle sechs Monate von Mitarbeitern des Bauamts überprüft würden. Es würden Anhänger verteilt mit Fristen zur Entfernung des Rads gesetzt. Ansonsten wird das Rad entfernt. Bei diesem Vorgehen würde Rücksicht auf die Semesterferien genommen, damit die möglicherweise betroffenen Studenten Zeit hätten zu reagieren. Die letzte Entsorgungsaktion, bei der 15 Räder entfernt wurden, sei im Dezember gewesen. Bei der Kontrolle davor waren es noch 60 Räder. Es gehe ihr bei ihrer Beschwerde aber nicht nur um den Zustand rund um den Hauptbahnhof, betont Kern, sondern um die gesamte Innenstadt. Im restlichen Stadtgebiet ist das Umweltamt für die Beseitigung von „Schrotträdern“ zuständig. Man könne allerdings nur eingreifen, wenn ein Fahrrad „offensichtlich den Charakter von Müll“ aufweise, so die Stadt. Doch Kern geht es nicht nur um die Fahrräder. Neulich in Wien habe sie festgestellt, dass es dort viel sauberer sei als in Landau. Dort würden Bußgelder gegen Müllsünder verhängt. „Am besten wären auch hier Strafen von über 100 Euro.“ Nur so würden die Leute lernen. Der jetzige Zustand sei „eine Schande für Landau, für jeden Anwohner und für alle Besucher“. Bernhard Eck, Vorstandsvorsitzender des Entsorgungs- und Wirtschaftsbetriebs Landau (EWL), teilt diese Auffassung nicht. Landaus Stadtbild habe im Vergleich mit anderen Städten „ein relativ gutes Reinigungsniveau“. Mülleimer in der Fußgängerzone würden zweimal täglich geleert, am Wochenende einmal. Die Straßenreinigung erfolge zweimal die Woche, die Rinnen würden einmal wöchentlich gereinigt. Er sei aber machtlos und gelegentlich auch etwas verärgert darüber, wenn Anwohner ihre Bürgersteige nicht sauber hielten. Außerdem wisse er, dass es an Abholtagen für gelbe Säcke häufig zu Verwehungen von Müll komme. Eck verweist zudem auf den rheinland-pfälzischen Bußgeldkatalog. Darin sei festgelegt, dass bei der nicht fachgerechten Entsorgung von Müll bis zu 5123 Euro Strafgeld verhängt werden können. Für das Liegenlassen oder auf den Boden werfen von Taschentüchern, Zigarettenschachteln und Ähnlichem können Strafen zwischen zehn und 25 Euro fällig werden. „Das Problem ist aber, die Leute auch dabei zu erwischen,“ sagt Eck. Dafür sei das Ordnungsamt zuständig. Der EWL-Chef kündigt eine Kampagne für ein saubereres Stadtbild an, zu der er aber noch nichts Näheres sagen will.