Landau Den Gürtel enger schnallen

Da hat sich Redakteur Robert Wilhelm ja was vorgenommen: rechts von ihm alles, auf was er in der Fastenzeit verzichten will, lin
Da hat sich Redakteur Robert Wilhelm ja was vorgenommen: rechts von ihm alles, auf was er in der Fastenzeit verzichten will, links sind dagegen Lebensmittel, die stattdessen in den nächsten sechs Wochen verstärkt auf dem Speiseplan stehen.

Von Aschermittwoch bis Ostern fasten? Das ist lange. Fast schon eine Ewigkeit in unserer schnelllebigen Zeit. Und das Ganze soll auch noch im (Berufs-)Alltag gelingen. Aber vielleicht ist das Verzichten auf Gewohntes auch eine Chance. Eine Chance, wieder seinen Blick dafür zu schärfen, was wirklich wichtig ist im Leben. Am Ende sind da sechseinhalb Wochen vielleicht sogar zu kurz, um ausgetretene Pfade zu verlassen, damit Körper und Geist wieder in Einklang finden. Vorgenommen habe ich mir eine ganze Menge „kleiner Dinge“, nur eines nicht im Besonderen: Gewicht reduzieren – nicht, dass ich etwas dagegen hätte, aber das überlasse ich einfach der Entwicklung der nächsten Tage und Wochen. Darüber und auch über meine kulinarischen Sünden werde ich hier jede Woche Bericht erstatten. So wie von den besonderen Dingen, Aktionen und Unternehmungen, die ich mir vorgenommen habe, die Freude bereiten und für Ablenkung sorgen sollen, um das Fasten zu erleichtern. Schon Sebastian Kneipp wusste, dass das Ansprechen körperlicher Reize dem Fasten durchaus zuträglich ist. Grundsätzlich sind die Voraussetzungen für das ein oder andere „Ich sage nein zu ...“ bei mir gar nicht so schlecht. Stichwort „Volkskrankheit Handy“. Seit einem Jahr habe ich wieder so ein „intelligentes“ Teil, das mir wohl in ein paar Jahren auch noch das Denken abnehmen soll. Benutzt habe ich es in dieser Zeit genau fünfmal. Dreimal davon, um meiner zweijährigen Tochter einen Trickfilm auf „You Tube Kids“ zu zeigen, damit sie im Stop-and-go-Verkehr mal ne Viertelstunde Ruhe gibt. Davor hatte ich vier Jahre lang kein Handy. Das ging nicht nur prima, sondern es war ein deutliches Plus an Lebensqualität, nicht permanent erreichbar zu sein. Das Handy ist nicht alles. Mal schauen, ob ich dieses digitale Fasten im privaten Bereich auch beim TV, Radio und Internet schaffe, beruflich muss ich mich zumindest mit E-Mails auseinandersetzen. Das bedeutet, sechseinhalb Wochen nicht in Echtzeit mitreden zu können. Vielleicht ist es gar nicht verkehrt, vieles erst einen Tag später aus der Zeitung zu erfahren. Spannend wird das bestimmt. Klar begebe ich mich bei meinem Selbstversuch auch aufs Feld der Klassiker: Lebensgewohnheiten und Ernährung. Allerdings sind zwei Dinge tabu: Diäten, Trennkost, vegetarischer oder gar veganer Lebensführung verweigere ich mein Wohlgefallen. Da halte ich es mit einer Kombination aus meiner Großmutter und Paracelsus: „Bu, ess, was der schmeckt.“ Und: „Auf das rechte Maß kommt es an. Denn ich will mich wohlfühlen und nicht selbstkasteien und schon gar nicht mit permanenter Übellaunigkeit anderen auf die Nerven gehen. Das zweite Tabu: Die Pfälzer Küche bleibt an einem Wochenende im Monat in den Pfälzer Waldhütten. Alles andere wird angegangen: Fleisch und Fett reduzieren, keine Süßigkeiten (bei Chips und Nüssen schau ich mal, wie’s läuft). Und dann ist da noch das Thema Alkohol: Spätestens beim Verzicht auf Riesling, Silvaner und Co sollte das ein oder andere Pfund purzeln. Wussten Sie, dass ein Glas Rotwein rund 160, Weißwein 170 Kalorien hat? Bier (0,5 Liter) 215, Hefeweizen gar 240 Kalorien. Dabei liegt der tägliche Kalorienbedarf eines 50-Jährigen mit 85 Kilogramm Gewicht und 1,78 Meter Körpergröße liegt gerade mal noch bei 1800. Bewegung: Mit Kindern, Garten und einem Beruf, der recht familienunfreundliche Arbeitszeiten mit sich bringt, ist regelmäßiges Sport treiben grundsätzlich schwierig. Daran wird auch die Fastenzeit nichts ändern.

x