Landau Das Navi verzeiht keinen Zahlendreher

In der Verbandsgemeinde Bellheim hat der Osterhase aufgerüstet: Die erste GPS-Ostereiersuche des Südpfalz-Tourismus hat am vergangenen Samstag zahlreiche Familien und Freundesgruppen nach Knittelsheim gelockt. Insgesamt zwölf Eier hatten die Organisatoren im Wald versteckt. Mit den GPS-Geräten und den Koordinaten der Fundorte haben sich die Teilnehmer auf die Suche gemacht.
Jens Weinand und Annika Braun kommen heute Nachmittag kaum zur Ruhe. Zahlreiche Gruppen drängen sich vor ihrem Infostand an der Knittelsheimer Mühle, um sich für die GPS-Ostereiersuche ausstatten zu lassen. Weinand, der beim Südpfalz-Tourismus für die VG Bellheim zuständig ist, freut sich über den Andrang. „Ich habe im letzten Jahr Geocaching-Touren in der Bellheimer Umgebung organisiert“, berichtet er. „Da kam mir die Idee, das Konzept mit einer Ostereiersuche zu verbinden.“ Bei den Bellheimern Jennifer Ring und Michael Gruber kam der Einfall offenbar an. „Ich wollte Geocaching sowieso schon längst ausprobieren, da ist das sicher ein guter Einstieg“, sagt Ring. Das Ehepaar ist mit ein paar Freunden nach Knittelsheim gekommen und lässt sich soeben von Weinand einweisen. Die Aufgabe: Zwölf Plastikeier müssen auf einer Waldstrecke von rund drei Kilometern gefunden werden. Jede Gruppe erhält einen Zettel mit Koordinaten der Fundorte. Die müssen in ein GPS-Gerät eingegeben werden, das die Eiersucher dann, ähnlich wie ein Pkw-Navigationsgerät, zu den Eiern führen soll. „Auf den Meter genau wird allerdings nicht immer angezeigt“, warnt Weinand. „Ein bisschen suchen muss man am Zielort schon noch.“ Jedem Ei muss eine kleine Filzfigur entnommen werden – als Beweis, dass es gefunden wurde. Denn wer mindestens sechs der zwölf Eier aufspürt, erhält am Ende einen Preis. Die Gruppe um Ring und Gruber gewöhnt sich scheinbar schnell an den Umgang mit dem GPS-Gerät. Schon nach fünf Minuten zieht Gruber das erste Ei aus dem Laub. Die nächsten Koordinaten sorgen allerdings für Stirnrunzeln – laut Anzeige soll sich das Ei rund 150 Meter abseits des Weges befinden. Die Freunde quälen sich durchs Dickicht, am vermeintlichen Zielort ist jedoch nichts zu sehen. Kein Wunder, wie sich bald herausstellt: Der „Navigator“ hat geschludert und eine Ziffer der Koordinaten falsch eingegeben. Ohne Filztrophäe, dafür aber mit der Erkenntnis, dass das GPS-Gerät auch kleine Fehler straft, kämpft sich die Gruppe zurück zum Weg. Dort kommt ihnen Tanja Schmidt entgegen. Die Bellheimerin ist mit ihren Söhnen Daniel (10) und David (5) unterwegs, die sie vor lauter Tatendrang kaum im Zaum halten kann. „Ich habe bis jetzt alle Eier gefunden“, berichtet Daniel stolz. Seine Mutter lächelt. „Eine ganz tolle Aktion, es macht mir und den Kindern richtig Spaß“, lobt Tanja Schmidt. Daniel und David sind schon auf dem Weg zum nächsten Ei. Auch Jennifer Ring, Michael Gruber und Co. sind hochmotiviert bei der Sache. In hohlen Baumstümpfen, auf Laubhaufen und zwischen Wurzeln entdecken sie die nächsten Eier. „Wir wollen auf jeden Fall alle zwölf finden“, stellt Gruber stellvertretend für die Gruppe klar – die sechs für den Teilnehmerpreis erforderlichen Trophäen haben sie längst in der Tasche. Auf der letzten Etappe müssen sie etwas länger suchen, entdecken dann aber nicht nur das Plastikei, sondern treffen sogar auf Lokalprominenz: Josef Purr, seines Zeichens amtierender Bellheimer Lord, nimmt mit seiner Tochter Juliane Freyer und seinem Enkel Laurenz ebenfalls an der Eiersuche teil. Letzterer kniet gerade über seinem ersten gefundenen Ei und schraubt aufgeregt daran herum, um eine Filzfigur zu entnehmen. „Die Idee fanden wir klasse, für uns war gleich klar, dass wir da mitmachen“, sagt Juliane Freyer. „Und Laurenz macht es auch großen Spaß. Oder, Laurenz?“, fragt sie in Richtung des Sechsjährigen. Der nickt nur abwesend: Seine Augen sind schon wieder fest auf die Anzeige des GPS-Geräts geheftet – schließlich warten noch elf weitere Eier auf ihre Entdeckung. Ring und Gruber sind derweil wieder am Infostand angekommen und legen bei Jens Weinand und Annika Braun ihre zwölf Filztrophäen vor. Als Belohnung gibt es neben einer Urkunde eine gut gefüllte Geschenktüte. „Wir kommen nächstes Jahr auf jeden Fall wieder“, versichert Ring. Das kommt den Organisatoren entgegen: „Die Resonanz war für das erste Mal gut, vor allem Familien haben das Angebot angenommen“, zieht Weinand Bilanz. (bed)