Landau
Das Ende eines Booms? Landaus Bevölkerung wächst nicht mehr
Über viele Jahre zeigte die Kurve der Bevölkerungsentwicklung Landaus nur in eine Richtung: nach oben. Es hieß, es könne nicht mehr lange dauern, bis die 50.000-Einwohner-Marke geknackt werde. Immerhin zähle Landau neben Mainz und Trier zu den Schwarmstädten in Rheinland-Pfalz, also jenen Kommunen, die Menschen anziehen. Doch nun gibt es erstmals einen kleinen Knick in der Statistik. Wird aus der Schwarmstadt Landau ein Schwarmstädtchen?
Wie aus der neuen Statistik der Stadtverwaltung für das vergangene Jahr hervorgeht, waren Ende 2024 genau 49.028 Personen mit Erstwohnsitz in Landau gemeldet – 17 Bürger weniger als im Vorjahr. „Mit Ausnahme des Corona-Jahres 2020 ist hier seit vielen Jahren erstmals eine Stagnation festzustellen“, heißt es in dem Bericht. Dennoch bleibt Landau im Vergleich der kreisfreien Städte in der Pfalz die Nummer eins: Hier stieg die Bevölkerungszahl laut Statistischem Landesamt seit dem Zensus-Stichtag 15. Mai 2022 mit 2,4 Prozentpunkten am deutlichsten an.
Der Durchschnittslandauer ist 42 Jahre alt
Ein Blick auf die Stadtgebiete: Laut Statistik gab es zwischen 2015 und 2024 im Horst einen Bevölkerungsrückgang von 131 Personen. Hingegen stieg die Anzahl der Bewohner im Wohnpark Am Ebenberg (ein Plus von 1912 Personen) und dem Zentrum (ein Plus von 598 Personen). Erklärbar: Mit dem Wohnpark wurde in dem Zeitraum ein komplett neues Viertel erschlossen, auch im Landauer Stadtkern sind zusätzliche Wohngebäude entstanden beziehungsweise vergrößert worden.
Auch mit Blick auf das Alter bietet die Statistik Interessantes. So lag Ende 2024 das Durchschnittsalter der Landauerinnen und Landauer bei 42 Jahren. Die mit jeweils 35 Jahren im Schnitt jüngsten Stadtbezirke waren die Kernstadt und der Wohnpark Am Ebenberg. Die ältesten Bezirke mit jeweils 54 Jahren waren Südwest, also die Wollmesheimer Höhe, und das Stadtdorf Wollmesheim.
Auch Landau wird immer älter
Der Anteil der Minderjährigen an der Stadtbevölkerung lag Ende 2024 bei 15,7 Prozent, jener der Hochbetagten, also der Bürger über 80, bei 6,5 Prozent. Gegenüber 2015 ist der Anteil der über 70-Jährigen an der Stadtbevölkerung mit 10,3 Prozent deutlich stärker gestiegen als der Anteil der unter 20-Jährigen (8,5 Prozent) und jener Bürger zwischen 20 und 69 Jahren (5,5 Prozent). Stichwort demografischer Wandel, heißt, auch Landau wird immer älter. Dann noch diese Zahlen: 2024 kamen 399 Landauerinnen und Landauer zur Welt, 548 starben.
Der Ausländeranteil Landaus stieg im vergangenen Jahr von 13,4 auf 13,8 Prozent an. Bei den unter 55-Jährigen liegt er bei rund 17,8 Prozent, bei den Personen ab 55 bei 6,6 Prozent. Bei 910 Einwohnern sei die Staatsangehörigkeit ungeklärt, so die Stadtverwaltung. Die meisten Menschen in der Rubrik Ausländeranteil kommen aus Syrien (523) und der Ukraine (515).
Es wird weniger gebaut
Wie aus der Statistik ebenfalls hervorgeht, betrug die Anzahl der Studierenden zum Wintersemester 2024/2025 rund 6900 und ist damit um fast 600 Personen geringer als im Jahr zuvor. Mögliche Erklärungen gibt es viele – etwa wieder vermehrt digitale Lehrangebote, geburtenschwächere Jahrgänge oder gestiegene Lebenshaltungskosten.
Auch beim Thema Bauen lässt sich einiges über Landau sowie die Landauerinnen und Landauer erfahren. So wurden im vergangenen Jahr im Stadtbauamt 329 Vorgänge bearbeitet. Wie schon in den zwei Jahren zuvor lag die Anzahl der Bauanträge 2024 deutlich unter dem langjährigen Schnitt. Auch hierfür gibt es zahlreiche Gründe, dazu zählen offenkundig gestiegene Preise und höhere Zinsen.
Bürger haben daheim mehr Platz
Zwischen 2013 und 2023 stieg die Einwohnerzahl in Landau um 10,5 Prozent und die Anzahl der Wohnungen um 13,9 Prozent. Daher nimmt statistisch gesehen jede Landauerin und jeder Landauer inzwischen mehr Wohnraum in Anspruch. Lebten 2013 noch 1,91 Einwohner in einer Wohnung, so waren es 2023 nur noch 1,86.