Landau Das Beste sind nicht die Noten

Die Leistung von Dirigent Reinhard Kehr und seinen Musikern wurde vom Publikum mit großen Applaus belohnt.
Die Leistung von Dirigent Reinhard Kehr und seinen Musikern wurde vom Publikum mit großen Applaus belohnt.

Im kommenden Jahr wird der Musikverein Steinweiler 50 Jahre alt. Grund zum Feiern gab es aber schon am vergangenen Samstag: Mit seinem Jahreskonzert leistete der Verein einen klangstarken Beitrag zum Steinweiler Dorfjubiläum.

„Unser Dirigent ist ein Glücksfall für den Musikverein Steinweiler.“ Bei diesen Worten des Vorsitzenden Jens Pfalzgraf huschte selbst dem ansonsten recht ernst und voll konzentriert wirkenden Reinhard Kehr ein Lächeln übers Gesicht. Und als er dann noch den lange anhaltenden Beifall des Publikums im sehr gut besetzten Bürgerhaus vernehmen durfte, da konnte nicht nur der Dirigent zufrieden sein, sondern mit ihm auch die rund 40 aktiven Musiker. Sie hatten am Samstag ein imposantes Jahreskonzert gestaltet, das die gesamte Bandbreite ihres musikalischen Könnens präsentierte. Vom berühmten „Florentiner Marsch“ des Julius Fucik über die „Clara-Polka“ von Timo Dellweg bis hin zu einem Rockmix aus Titeln des amerikanischen Musikers Bon Jovi war so ziemlich alles vertreten. Auch Jacob de Haan („Ross Roy“) stand auf dem Programm, ebenso die vier Tänze „Rikudim“ in der Bearbeitung von Jan van der Roost. Und mit „Lord Tullamore“ (Carl Wittrock) entführten die Steinweiler Musiker ihre Zuhörer auf die grüne Insel Irland. Jennifer Kästle an der Tuba übernahm den Solopart im Stück „Tuba Concerto Español“ nach Kurt Gäble. Inken Huschke, die als Moderatorin durch das abwechslungsreiche Programm führte, stellte mit Regina Hecker auch eine neue Musikerin vor, die das Horn spielt. Überzeugen von ihrem Können konnte man sich beim Titel „Air Poetique for Horn and Band“ von Ted Huggens. Auch Regina Hecker durfte sich über langen Beifall freuen. Und der Musikverein Steinweiler verfügt dank ihres Einsatzes über ein Instrument, auf das er bisher verzichten musste. Apropos Instrument: Der Eintritt ins Jahreskonzert war kostenlos. Wer wollte, konnte jedoch eine freiwillige Spende in eine ältere Tuba werfen, die restauriert werden soll. Das Jahreskonzert war auch der passende Anlass für die Ehrung langjähriger Mitglieder. Hierzu konnte Vorsitzender Jens Pfalzgraf auch den zweiten Vorsitzenden des Kreismusikverbandes Germersheim, Clemens Kuntz begrüßen. Das Beste an den Musikvereinen seien nicht die Noten, meinte er, sondern die aktiven Musiker. Der Musikverein selbst feiert im kommenden Jahr sein rundes Jubiläum. Er wird dann 50 Jahre alt und ist aus dem dörflichen Leben nicht mehr wegzudenken. Das Jahreskonzert am Samstag war hierfür ein Beleg. Und die Gemeinde durfte sich über einen kulturellen Beitrag zu ihrem Dorfjubiläum „1050 Jahre Steinweiler“ freuen. Ehrungen Schlagzeuger Johannes Bühner wurde für 25-jährige Tätigkeit mit der Silbernen Ehrennadel des Blasmusikverbands ausgezeichnet. Franz Kästle bekam für 40 Jahre die Goldene Ehrennadel des Verbands und Rolf Keiber, der seit 50 Jahren aktiv ist, erhielt gar die Große Ehrennadel in Gold des Bunds Deutscher Blasmusikverbände. Keiber ist seit 2009 zudem als Rechner im Vorstand des Musikvereins Steinweiler engagiert. Vereinsvorsitzender Jens Pfalzgraf überreichte außerdem Ehrenurkunden an die langjährigen Vereinsmitglieder Helmut Deck (40 Jahre) und Bernd Forstner (25 Jahre).

x