Landau „Da ist immer ein gutes Gefühl“
«Bad Bergzabern.» Den Patienten helfen, die aufgrund ihrer Erkrankung ihren Lebensmut verloren haben, das hat sich Bernd Ehrhardt aus Bad Bergzabern zur Aufgabe gemacht. Er selbst hat schon einige Aufenthalte in Krankenhäusern hinter sich. Mit seinen Erfahrungen will er gerade älteren Patienten helfen, damit sie nicht die Lust am Leben verlieren und aktiv bleiben.
Den Gedanken, anderen zu helfen, hegte Bernd Ehrhardt zwar schon länger. Aber den Schritt wagte er erst, als er nach einer schweren Herzerkrankung, die sieben Operationen nach sich zog, endlich wieder „Land sah“. Nach der schweren Zeit war er glücklich und dankbar, immer noch am Leben zu sein. Das ist seine Motivation, Menschen zu helfen, denen es schlecht geht. Nach einer Teilnahme am Projekt „Qualifizierung von Senior-Trainern in Rheinland-Pfalz“ mit mehreren Schulungen und Fachvorträgen in Landau ist er seither ehrenamtlich in gleich zwei Krankenhäusern unterwegs: mittwochnachmittags als Patientenbegleiter im Bad Bergzaberner Standort des Klinikums Landau-Südliche Weinstraße und in der Edith-Stein-Fachklinik als ehrenamtlicher Patientenbesucher. Fingerspitzengefühl braucht man, erzählt Ehrhardt im Gespräch mit „Marktplatz regional“. Ob eine Kommunikation zwischen Patient und Ehrenamtlichem überhaupt zustande kommt, entscheidet sich innerhalb von Sekundenbruchteilen – gleich beim Betreten des Krankenzimmers. „Ich kenne ja ziemlich viele Leute aus Bad Bergzabern und Umgebung. Da trifft man schon den ein oder anderen wieder. Aber es gibt auch Momente, da wollen die Leute nicht mit einem reden. Das muss man halt akzeptieren und es vielleicht dann einfach später erneut probieren.“ Bei seinen Besuchen hat er meist eine „feste Ausrüstung“ dabei. Da ist beispielsweise der CD-Spieler. Die Auswahl reicht von Klassik über Pop bis hin zu Rock-Musik. Dazu hat er einen kleinen Koffer, gefüllt mit Greifbällen, Spielen wie „Mensch ärgere dich nicht“, oder regionale Landschaftsbilder. „Die Motive kommen echt gut an. Erinnerungen werden dadurch wachgerufen, und die Gespräche entwickeln sich dann von ganz alleine“, erzählt Ehrhardt. Aber auch spezielle Geschichten finden sich in seinem Repertoire. Das sind literarische Angebote für ältere Menschen in Alten- oder Pflegeeinrichtungen mit und ohne Demenz. Sie sollen sich so an ihre Jugendzeit erinnern. Es gibt viel zu lachen, manchmal auch etwas zum Weinen, aber da ist immer ein gutes Gefühl für Patient und den ehrenamtlichen Helfer, meint Bernd Ehrhardt. „Es macht sehr viel Spaß, die Leute etwas zu unterhalten oder mit ihnen in der Vergangenheit zu schweben“, findet er. Sein Fazit: Jeder Besuch ist eine Überraschung, da er vom Personal vorab keine Informationen bekommt. Deshalb begegnet er den Kranken völlig unvoreingenommen. So gilt es „nur“, die „Kennenlernhürde“ zu meistern. „Jeder Besuch ist eine tolle Herausforderung“, die Ehrhardt gerne annimmt.