Landau Bunte Wandbilder: Montessori-Schüler gestalten Treppenhaus

Mit Farbe und Pinsel bewaffnet: Objektkünstlerin Susanne Wadle (links), und die Schüler Mattia und Henry.
Mit Farbe und Pinsel bewaffnet: Objektkünstlerin Susanne Wadle (links), und die Schüler Mattia und Henry.

In der Montessori-Schule geht es kreativ zu. Innerhalb eines Jahres haben die Schüler mit Objektkünstlerin Susanne Wadle das Treppenhaus in ein Gesamtkunstwerk verwandelt.

Erst vergangenes Jahr hatten die unteren Klassen im Treppenhaus einen Kosmos mit Sternen, Planeten und außerirdischen Lebewesen geschaffen. Die Flure wurden per Anstrich zu einer schillernden Unterwasserwelt. Jetzt sind die höheren Klassen an der Arbeit. Ihr Ziel: Einen Dschungel aus Farbtöpfen zaubern.

Mittendrin in diesem fantasievollen Treiben ist die Landauer Künstlerin Susanne Wadle. Sie hat das vom rheinland-pfälzischen Ministerium für Familie, Frauen, Kultur und Integration geförderte Projekt ausgeheckt, organisiert und angeleitet. Sogenannte sprechende Wände sind ein wichtiger Teil ihrer Arbeit mit Jugendlichen. Ihre Kunst soll die Betrachter zum Nachdenken, Reden und Diskutieren animieren. Dafür hat sie eine raffinierte und nachhaltige Methode entwickelt.

Zum Malen braucht es eine ruhige Hand

Gemeinsam mit den Kids sucht sie aus alten Büchern, Flohmarktbildern und Fundsachen passende Motive aus. Deren Konturen überträgt sie auf Folien. Im nächsten Schritt werden die Motive per lichtstarkem Projektor wie Schattenbilder auf die zu bemalenden Wandflächen geworfen. Mit Acryl- und Kalkfarben werden diese Umrisse effektvoll strukturiert und durch freie Malereien fantasievoll ergänzt. Aus diesen Vorlagen entstehen dann einzigartige Bildwelten mit verblüffendem Aha-Effekt und individueller Note. „Wenn man eine ruhige Hand hat, ist es gar nicht so schwer“, sind sich die Achtklässler Mattia und Henry einig. Beide hatten sich wie ihre Mitschüler in die Projektliste eingetragen und waren bei der Auswahl der Motive beteiligt gewesen.

Bekannte Menschen an der Wand

Auch zur Kunstgeschichte gibt es etwas zu lernen: Eines der Motive stammt von dem Gemälde „Äquatorialer Dschungel“ des ehemaligen Französischen Künstlers Henri Rousseau aus dem Jahr 1909.

Im obersten Stockwerk des Schulgebäudes haben Susanne Wadle und die Oberstufenschüler Ende November in ausdrucksstarken Farbporträts die Wissenschaftler Marie Curie und Albert Einstein, die Autoren Franz Kafka und Max Frisch und die Rapperin Samidha Gunjal thematisiert.

Bei einem schulinternen „Candlelight-Fest“ am Mittwoch, 18. Dezember, soll das Treppenhaus-Kunstwerk eingeweiht werden.

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