Landau Bunte Inseln am Wegesrand

Blühend und farbenfroh, so soll in Zukunft die Hauptstraße in Westheim sein. Hierfür werden seit Mai Paten gesucht, die die Blumenkübel und Beete entlang der Straße neu bepflanzen, kreativ gestalten, regelmäßig pflegen und wässern. Das Projekt, das Christine Bauer und Ute Mohnhaupt in Kooperation mit der Gemeinde Westheim ins Leben gerufen haben, läuft sehr gut an.
Die ersten Paten haben ihre Arbeit aufgenommen und aus einem tristen Kübel oder vertrockneten Beet einen echten Hingucker gemacht. Für drei Blumenkübel und drei Bäume werden noch Paten gesucht. Am Kerwe-Sonntag, 23. September, wird eine Jury die schönsten Pflanzaktionen küren. „Die Idee kam uns, als wir mal wieder auf unser ,Projektbank’ saßen“, erzählen Bauer und Mohnhaupt. „Schnell war uns klar, an unserer Hauptstraße muss sich etwas ändern.“ Zwar habe die Gemeinde einige Kübel mit Geranien bepflanzen und von einem Gemeindearbeiter bewässern lassen. Auch einige wenige Anwohner kümmerten sich um Kübel und einzelne Bäume, „aber das war uns nicht genug. Wir holten die Gemeinde mit ins Boot und entschieden, einen Wettbewerb daraus zu machen“. Wenn es nach den beiden Frauen geht, soll die Hauptstraße in erster Linie bunter werden. Durch die Pflanzarbeiten soll sich aber auch ein reger Austausch unter den Bewohnern entwickeln, bei dem man wieder mehr miteinander ins Gespräch komme. Petra und Heinz Rankel aus der Schlossgasse, die die Patenschaft für ein Hochbeet und einen Baum übernommen haben, können dies bestätigen. „Man kann sich nicht vorstellen, wie viele Leute stehen bleiben, wenn ich am Kübel arbeite oder gieße. Man redet zuerst über das Pflanzen, danach über Gott und die Welt“, erzählt Heinz Rankel. „Wo man sich früher nur einen guten Tag wünschte, kommt man heute mehr ins Gespräch miteinander.“ Für die Kübel wählten er und seine Frau blühende Margeritenstämme, Männertreu, Lavendel und weiße Rosen. „Wir haben erst einmal die Erde im Beet entfernt, alles war voller Unkraut und verwurzelt. Etwa 300 Liter Blumenerde haben wir gebraucht“, sagt das Ehepaar. Sabine und Hans-Peter Joder wohnen in der Hauptstraße und kümmern sich seit elf Jahren um den Baum vor ihrem Haus. In diesem Jahr haben sie winterfeste Gräser und Stauden gepflanzt sowie einen kleinen Zaun errichtet, damit die Autos nicht mehr so nah an den Baum fahren. „Wir machen das gern für die Gemeinde und nicht, weil wir einen Preis gewinnen wollen. Es macht richtig Spaß, auch weil immer jemand am Kübel stehen bleibt und geredet wird“, freut sich Hans Joder. Die Landfrauen Westheim haben die Patenschaft für zwei Kübel übernommen und diese mit Nelken, Rosen und Lavendel bepflanzt. „In Teamarbeit haben wir dann auch innerhalb von zwei Tagen eine Holzbank abgeschliffen und neu gestrichen“, sagt Hiltrud Weiß von den Landfrauen. Auch die Initiatoren Bauer und Mohnhaupt beteiligen sich am Projekt, allerdings nehmen sie nicht am Wettbewerb teil. Sie planen einen bunten Kübel mit Märchenfiguren. Ausgesucht haben sie sich den „Streit-Kübel“: Dieser etwa 3,30 Meter lange und 1,48 Meter breite Kübel steht auf der Grundstücksgrenze eines Anwohners und kann daher nur zur Hälfte von den beiden Frauen bepflanzt werden. „Wir wünschen uns, dass sich noch weitere Paten bei uns melden, um die restlichen Kübel und Bäume zu übernehmen“, hoffen Bauer und Mohnhaupt. Info Wer gerne Pate werden möchte, kann sich melden bei: Christine Bauer und Ute Mohnhaupt, Telefon 06344 9442670, E-Mail: info@suedpfalzdraisine.de oder am Kiosk Bauer in der Hauptstraße. Auf die Gewinner des Wettbewerbs warten attraktive Preise, etwa ein Wellness-Wochenende oder ein Drei-Gänge-Menü.