Landau Bierbrauer vom Fuße der Pyrenäen
Es ist schon fast nichts Außergewöhnliches mehr, wenn Amerikaner in der Pfalz nach ihren Vorfahren suchen. Manche aber, wie der derzeitige Präsident, wollen von ihren pfälzischen Altvorderen gar nichts wissen. Kein Wunder, wenn der Großvater illegal auswanderte, weil er sich vor dem Militärdienst drückte, der Bordellbesitzer war, wieder zurückkehrte und dann abgeschoben wurde. Aber das ist eine andere Geschichte.
Nun sind die Pfälzer ja nicht nur nach den USA ausgewandert, sondern auch nach Russland, Dänemark, Spanien, Irland, Algerien oder auch nach Frankreich. Dieser Tage kam eine Familie aus Foix am Fuß der Pyrenäen nach Landau, um die Geburtsstadt ihres Vorfahren zu besuchen. Es war dies Johann Michael Stahl. Er stammte aus einer alten protestantischen Familie, die sich bis in die Mitte des 17. Jahrhunderts in Landau nachweisen lässt. Johann Michael war königlicher Einnehmer und Mitglied des hiesigen Jakobinerklubs zugleich. Vielleicht hatte sein politisches Engagement den Sohn geprägt. Er zog es vor, seine Vaterstadt in dem Moment zu verlassen, als Landau bayerisch wurde. Er zog nach Foix, wo er eine Bierbrauerei begründete. Das mag für die dortige Gegend, in der ja auch heute noch vorwiegend Wein getrunken wird, etwas exotisch gewesen sein. Aber Jean Michel Stahl, wie er nun hieß, hatte das Brauereihandwerk bei seinem Großvater Clauß mütterlicherseits gelernt und er hatte Erfolg. Die Brauerei existierte bis 1982. Der Nachfahre, Jean Pierre Stahl, hat die Gebäude zu einem Museum umgestaltet und ist stolz auf seinen Landauer Vorfahren. Er spricht sogar etwas deutsch und hat auch seine Söhne dazu angehalten, deutsch zu lernen. Valérie Northoft, eine gebürtige Französin und Stadtführerin, wird die Familie sicher zweisprachig auf den Spuren der Familie Stahl in Landau begleiten.