Landau RHEINPFALZ Plus Artikel Bethesda baut neu: Bessere Bedingungen für Behinderte

So soll der Neubau aussehen.
So soll der Neubau aussehen.

Es geht los im Landauer Bethesda. Das Gebäude der Eingliederungshilfe wird neu gebaut. Das Versprechen: Das Leben der Bewohner wird besser. Über ein vorbildliches Projekt.

Nach „locker einem Jahrzehnt“ Planung, wie es Architekt Armin Werner formulierte, geht es nun los im Landauer Bethesda: Die Diakonissen Speyer bauen ein neues Gebäude für Menschen mit Behinderung. Der Spatenstich war am Dienstag. Der Neubau soll viele Verbesserungen für die Bewohner bringen.

Die wichtigste Neuerung: Im Gegensatz zu den alten Wohnungen wird hier mehr Wert auf Privatsphäre gelegt, sagt Diakonissen-Finanzvorstand Udo Langenbacher. Künftig haben sie Einzelzimmer mit eigenen Duschen und Toiletten und müssen keine Gemeinschaftseinrichtungen mehr nutzen. Das bedeute nicht nur, dass die Bewohner mehr Möglichkeiten hätten, ihren Alltag selbstbestimmt zu gestalten, sondern auch ein deutliches Plus an Ruhe sowie Rückzugs- und Freiräumen. Der Standort, mitten auf dem Bethesda-Gelände nördlich des Zoos, ermögliche durch das nahe Zentrum auch mehr Teilhabe, zudem liege er im Grünen. „Ein Ort, der modernen Ansprüchen gerecht wird.“ Fertig soll er Ende des kommenden Jahres sein.

Kosten: 10,3 Millionen Euro

Da Langenbacher aber auch Finanzvorstand ist, hat er natürlich auch das Monetäre im Blick. Wenn heutzutage neu gebaut werde, sei das ein gutes Zeichen. Und zwar dafür, dass der Bauherr Geld habe und auch bereit sei, in die Weiterentwicklung zu investieren. Und dies sei etwas Besonderes. Denn derzeit werde eine Diskussion um Einsparungen im sozialen Bereich geführt, die Kosten für die Kommunen stiegen weiter und gleichzeitig sei auch die Herabwürdigung von Menschen wieder ein Mittel in der Politik, sagte Langenbacher.

Doch zu den Plänen. Die Planungen haben im Jahr 2015 oder 2016 unter dem damaligen Bethesda-Geschäftsführer Dieter Lang begonnen – und im Februar 2026 gab es schließlich die Baugenehmigung. In 18 Monaten Bauzeit sollen vier Vollgeschosse mit 3300 Quadratmetern Bruttofläche entstehen, sagte Architekt Werner, der bei den Diakonissen Speyer Leiter Bau und Technik ist.

„Das ist die Zukunft“

Im Erdgeschoss des rund 10,3 Millionen Euro teuren Gebäudes sollen Veranstaltungs- und Verwaltungsflächen entstehen, in den Stockwerken darüber dann die drei Wohngruppen mit je einem Dutzend Einzelzimmern. Das ganze Gebäude werde nicht nur komplett barrierefrei, sondern uneingeschränkt rollstuhlgerecht sein, betonte Werner. Der vorgeschriebene Energiestandard werde bei weitem übertroffen. „Das ist die Zukunft, die Energie wird wohl nicht mehr günstiger.“ Auf das Gründach soll eine Fotovoltaikanlage, geheizt werden soll mit einer Wärmepumpe. Gebaut werde in Holzhybridbauweise mit begrünter Fassade. Stehen soll es auf 48 Pfählen, die bis zu sieben Meter in den Boden versenkt werden.

Der Spatenstich war am Dienstag.
Der Spatenstich war am Dienstag.

Auch für Oberbürgermeister Dominik Geißler (CDU) ist der Neubau ein ganz besonderer – man müsste die gute Nachricht eigentlich mit den Trompeten von Jericho hinausposaunen, sagte er. Für die drittgrößte Volkswirtschaft der Welt sei es absolut inakzeptabel, dass man im sozialen Bereich kürzen wolle, richtete er seine Schelte gegen die Parteikollegen in der Bundesregierung in Berlin. Und das auch gerade in einer Zeit, in der in den Reden einiger AfD-Politiker 1933 wieder Urstand feiere.

Festzuhalten bleibt: Die Personen, um die es geht, freuen sich ebenfalls auf den Neubau. Das versicherte Meena Yogaraja, Vorsitzende des Bewohnerbeirats der Eingliederungshilfe.

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