Landau Bester Saumagen gekürt
Saumagen ist nicht gleich Saumagen. Das wurde den Juroren beim 8. Internationalen Saumagenwettbewerb der Fleischer-Innung Südliche Weinstraße-Landau-Germersheim gestern bei der Bewertung der eingereichten 153 Produkte erneut deutlich. Die Preise wurden in drei Kategorien vergeben.
Einige ausgefallene Kreationen zogen die Blicke auf sich. Sechs der neun Pokale gingen an fünf Metzgereien aus der Südpfalz und die BBS Landau. Vom rein Äußerlichen her war gestern in der Kinckschen Mühle in Godramstein ein 63 Zentimeter hoher und 130 Kilogramm schwerer Saumagen in Form einer fünfstöckigen Hochzeitstorte der „Star“. Das Produkt eines Metzgers aus der Westpfalz fand die besondere Aufmerksamkeit der Jurymitglieder, der Fachleute, der Fernseh- und Medienvertreter. Aber für die Höchstpunktzahl reichte es dem stattlichen „Magen“ mit den verschiedenen Füllungen (traditionell, Kastanien, Wild, Kürbiskerne, Garnelen) letztlich doch nicht ganz. Der Hersteller mag sich damit trösten, dass sein Produkt wegen der Originalität immer wieder für Hochzeiten geordert wird. Metzger, Gastronomen und Köche aus der ganzen Pfalz, aus Baden-Württemberg, Hessen, dem Saarland und dem Elsass haben auch dieses Jahr teilgenommen – in der Summe weniger als bei den sieben Ausgaben des Wettbewerbs zuvor. Ehrenobermeister Klaus Wolf (Birkweiler) und der amtierende Obermeister der Innung, Walter Weindel (Landau), nannten im Gespräch mit der RHEINPFALZ vor allem zwei Gründe: Rückgang der Metzgerbetriebe und vorübergehender Rückzug früherer Teilnehmer nach erzielten Erfolgen. „Aber unsere Veranstaltung ist immer noch attraktiv und nicht überholt“, sagte Wolf und gab eine leichte Enttäuschung über die geringere Resonanz als gewohnt zu. Er sei dennoch zufrieden, äußerte Weindel. Was ihn freut: Beim Deutschen Fleischerverbandstag hörte er nur Gutes über den Saumagenwettbewerb. „Kollegen von Flensburg bis Passau kennen ihn. Mancher Nichtpfälzer ist dadurch animiert worden, immer mal wieder Saumagen als Spezialität herzustellen und anzubieten.“ 2016 heißt es dann zum neunten Mal: Wer macht den besten Saumagen? Mit großem Ernst und mit Sachkenntnis urteilten die Jurys und diskutierten ihre Punktvergabe nach Geschmack und Geruch, Aussehen der Schnittfläche, Farbe, Zusammensetzung, Verarbeitung sowie Schnittbarkeit und Konsistenz des Saumagens. Oberbürgermeister Hans-Dieter Schlimmer sagte, für ihn sei die Teilnahme an dem Wettbewerb nicht nur eine Pflicht, sondern auch Vergnügen und sprach beim Blick auf die auf langen Tischen liegenden Produkte von „fantastischen Kreationen“. Sternekoch Peter Steverding (Knittelsheim) outete sich als Saumagenfreund, auch wenn er das Pfälzer Nationalgericht nicht auf der Speisekarte seines Gourmetlokals anbietet. Für ihn sei es stets eine interessante Erfahrung, in der Jury mitzuarbeiten und die Produkte zu verkosten. Hobbykoch Axel Brecht, Dekan des katholischen Kirchenbezirks Landau, stellt gelegentlich selbst Saumagen her und wurde gestern durch die hohe Qualität einzelner Produkte dazu angeregt, mal wieder den Magen eines Schweins schmackhaft zu füllen. Arnold Neu vom „Leinsweilerhof“ in Leinsweiler würde sich nicht scheuen, wie er bestätigte, einzelne der von ihm verkosteten Produkte den Gästen seines Restaurants anzubieten. Info - In der Kategorie „Original Pfälzer Saumagen“ siegte die Metzgerei Scherer aus Hatzenbühl vor Peter Gütermann (Landau) und Joachim Wenz (Kandel). - Bei den „Saumagen mit Zusatzvariationen“ landeten die Metzgereien Volker Ballreich (Dudenhofen), Vogt (Haßloch) und Walter Weindel (Landau) auf den ersten drei Plätzen. - Das Ergebnis bei „Saumagenfüllung in besonderer Form“ lautete: Metzgerei Christian Speeter (Hettenleidelheim) vor Metzgerei Weindel (Landau) und Berufsbildende Schule Landau. (güw)