Landau Bei Schnupfen die Nase putzen

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Als der 17-jährige Kater der Familie Kleindienst aus Knittelsheim während ihres Urlaubs verstarb, war der Wunsch nach einer neuen Katze groß. Hund Cembi war es gewohnt, mit einer Katze zusammen zu leben, und wollte nicht alleine bleiben. An einem Septembernachmittag wollte sich das Ehepaar auf den Weg ins Tierheim machen, doch dann entdeckte Ursula Kleindienst Filou als „Tier der Woche“ in „Marktplatz regional“. Als ihr Mann Werner vom Einkaufen nach Hause kam, empfing sie ihn mit der Botschaft:„Ich habe unseren neuen Kater bereits gefunden – Filou ist der Richtige“. Irma Gundermann vom Tierschutzverein „Sonnenschein“ in Wörth wusste beim Anruf der Familie Kleindienst sofort, dass Filou dort in den richtigen Händen ist. Sie vermittelte den Kater, der an chronischem Katzenschnupfen leidet und damals Untergewicht und ein ungepflegtes Fell hatte. Filous Krankheit war für Ursula und Werner Kleindienst kein Hindernis: „Dann müssen wir ihm eben die Nase putzen“, lautet ihre spontane Antwort zu Irma Gundermann. Der Tierschutzverein hat alle Tiere, die dieses Jahr in „Marktplatz regional“ erschienen sind, vermittelt. Auch Monika Schlegel von der „Terra Mater“-Tierauffangstation in Lustadt beweist immer wieder ein gutes Händchen bei der Vermittlung ihrer Tiere. Nur ein ganz kleiner Teil derer, etwa drei Prozent, werden wieder in das Tierheim zurückgebracht. Der Grund dafür sei meist, dass sich das Tier nicht mit dem Zweittier der Familie versteht. Derzeit wartet unter anderem Kater Maxl auf eine neue Familie (siehe Rubrik). Im Landauer Tierheim „Maria Höffner“ wurden in diesem Jahr 310 Tiere vermittelt, davon erschienen rund 30 in der Rubrik „Tier der Woche“. Wenn Tiere abgegeben werden, seien häufig familiäre Gründe wie Scheidungen oder ein Umzug, aber auch Zeitmangel und Allergien die Ursache, sagt Stefanie Heinrich vom Landauer Tierheim. Dass Menschen ihre Tiere abgeben, weil diese alt oder krank sind, können die Pfleger nicht verstehen. Zur Vorweihnachtszeit steige in keinem der drei Tierauffangstationen die Nachfrage. Dass Tiere an Weihnachten verschenkt werden, und danach in ein Heim gebracht werden, komme heutzutage selten vor. Die meisten Tiere werden zwischen November und Februar abgegeben, ein dreiviertel Jahr nach der Welpenzeit. „Wenn es im Frühjahr ein kleines Tierbaby gab, merken die Leute häufig nicht direkt, dass etwas nicht passt“, meint Heinrich. Oft vergingen Monate, während das Tier schwieriger wird. „Sechs bis neun Monate nach der Anschaffung ist meist der Zeitpunkt, wo das Problem eskaliert.“ Mit Glück finden sich dann neue Tierhalter wie die Kleindiensts, die schwer vermittelbaren Tieren eine neue Herberge bieten. Deren Hund Cembi verstand sich auf Anhieb mit Filou. „Wir haben wirklich ein großes Los gezogen und sind glücklich mit Filou, wir geben ihn nicht mehr her“, sagt Ursula Kleindienst. Filous Katzenschnupfen hat sich dank der fürsorglichen Pflege bereits gebessert. Der einzige Wunsch der Kleindiensts wäre, dass sich der Schnupfen im Laufe der Zeit noch bessert, und Filou ein ganz normales Katzenleben führen kann.

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