Landau
Bald is o'zapft: Zeit fürs Oktoberfest
Erst auf den zweiten Blick entpuppt sich die Halle zwischen Funpark und Kletterhalle im Gewerbegebiet am Neuen Messegelände in Queichheim als geheimnisvolle Haube. In den Abendstunden soll es der Betrachter beim Blick auf die Glas-Holz-Verkleidung künftig leichter haben: Dann nämlich wird die Alm dahinter indirekt beleuchtet und ist auch von der Straße her gut zu sehen. Die Veranstaltungshütte in der Albert-Einstein-Straße bekommt in diesen Tagen den letzten Schliff.
Auch wenn die Gesellschafter der Event Park Landau GmbH, Dieter Wieser, Marcel Sponheimer und Hans Wagenblatt, anfangs gar nicht glücklich waren mit den Auflagen der Stadtverwaltung, so hat das Projekt jetzt einen besonderen Charme, den es anders nie hätte entwickeln können. Die Almhütte steht in einer Halle und damit im Trockenen. Die Investoren haben alles daran gesetzt, die Alm zu einem Schmuckstück zu machen. Jedes Detail wurde bedacht, die Optik feinfühlig abgestimmt. „Da schlägt’s Herz e bissl höher“, sagt Wagenblatt mit sichtlichem Stolz.
Eichen pflegeleicht
Schon das großzügige Foyer der laut Sponheimer Zwei-Millionen-Euro-Investition beeindruckt. Vor der Hütte stehen zwei fünf Meter hohe Eichen. Die stammen allerdings nicht aus Oberbayern wie der 400 Quadratmeter Meter große Holzbau selbst, sondern kommen aus China und sind pflegeleicht. Über mehreren Holzdächern ist ein Bergpanorama aufgezogen, das fürs passende Ambiente sorgt.
Linkerhand steht ein mächtiger Ofen, der acht Flammkuchen gleichzeitig backen kann. Dahinter längs der Hütte erstreckt sich der Küchentrakt. Rechterhand wird eine Bar eingerichtet. Dahinter schließen sich die Sanitäranlagen und Sozialräume an. Während im Eingang zu den Toiletten auf dem güldenen Boden ein Edelweiß neben dem Alm-Schriftzug prangt, ermöglicht die Spanndecke den vermeintlichen Blick in den Himmel. Auch der große Spiegel hält eine Überraschung parat, wie Sponheimer und Wagenblatt beim Rundgang verraten. Dahinter wird ein Bildschirm montiert, der sichtbar durch das spezielle Spiegelglas Werbung projizieren kann.
Platz für 350 Leute
Die Halle ist belüftet, das sorgt für ein angenehmes Raumklima. Die Fußbodenheizung sei so eingestellt, dass sie im Winter heizt und im Sommer kühlt, wie die Investoren erläutern.
In der Hütte selbst haben 350 Leute Platz. Es gibt 55 Tische, die jeweils mit zwei Bänken á drei Plätzen und einem Schemel bestückt sind. Laut Hans Wagenblatt werden den Gästen nach der Reservierung oder Buchung die Eintrittskarten mit Einlassbändchen nach Hause geschickt. Das erleichtere am Veranstaltungsabend die Kontrolle der 3-G-Regel: geimpft, genesen oder getestet.
Oktoberfest wird vom 10. bis 25. September an drei Wochenenden gefeiert, freitags und samstags von 19.30 bis 23.30 Uhr. An allen sechs Abenden gibt es Live-Musik. Am Donnerstag, 9. September, steigt ab 19.30 Uhr eine Trachtenmodenschau in der Hütte. Betriebe oder Sponsoren können Nischen mieten, die etwas erhöht liegen.
Halle übergestülpt
Die zünftige Almhütte aus der Werkstatt des Hüttenbauers Schmid Kunstholzbau im oberbayerischen Pleiskirchen hatte schon für Furore gesorgt, lange bevor sie überhaupt stand. Denn Satteldächer sind nun mal im Gewerbegebiet nicht zugelassen. Der Bebauungsplan macht eindeutige Vorgaben, von der die Stadt im Jahr 2018 auch nicht lassen wollte. Sponheimer und Wieser aber wollten die Hütten-Gaudi-Pläne nicht aufgeben. So verständigte man sich auf die „eingehauste“ Hütte. Der Alm wurde eine elf Meter hohe und 1000 Quadratmeter hohe Halle übergestülpt. Sie hat zwar ein Flachdach, aber im Inneren zeigt sich eine massive Holzdecke. Auch die Glasfront zur Albert-Einstein-Straße wird von Holzträgern gestützt und eingefasst.
Nicht nur der Bebauungsplan stand den Plänen zunächst im Wege. Es war auch die Befürchtung der Stadtspitze, dass „sich das bayerische Treiben dauerhaft etabliert in der Stadt“. Für diese Bemerkung sind die Stadtoberen reichlich verspottet worden, hat doch die Stadt eine prägende bayerische Zeit erlebt. Zahlreiche Relikte künden noch heute von der Bayernherrschaft. Die Hüttenbauer der Neuzeit haben damals auf diese Tradition verwiesen.
Ihre Jungferntaufe hat die Alm mit der Hütten-Gaudi 2019 bestanden. Damals wurde neben der Hütte eine WC-Anlage aufgestellt. Im vergangenen Jahr ging gar nichts. Hans Wagenblatt, der eigentlich eine Firma für LED-Beleuchtung betreibt, plant 80 bis 100 Veranstaltungen im Jahr.
Info
- Die Landauer Eventhütte, Albert-Einstein-Straße 8, Landau, wird von der Dara Event GmbH in Pirmasens betrieben.
- Reservierung unter www.bullticket.de oder Telefon 06331 7251129.
- Ein Tisch für sieben Personen beim Oktoberfest kostet 259 Euro, Vesperbrett und Bier oder Sekt inklusive.
- Die Hütte kann auf schick getrimmt werden und ist auch für Hochzeiten, Betriebs- oder Familienfeiern zu haben. Sind es weniger als 100 Gäste, liegt die Miete nach Mitteilung von Hans Wagenblatt bei 700 Euro.