Landau
B10-Ausbau macht Fortschritte
Die Anwohner im Schützenhof werden in absehbarer Zeit ruhiger leben können: Noch diesen Herbst soll mit dem Bau der Lärmschutzwand an der B10 begonnen werden; ein Jahr später soll sie fertig sein – bis auf die Bepflanzung, die wegen der Optik und um Sprayern keine „Leinwand“ zu bieten, vorgesehen ist. Das haben Thomas Ruppert, Elmar Goerz und Jürgen Buschlinger, alle vom Landesbetrieb Mobilität (LBM), im RHEINPFALZ-Gespräch auf der Baustelle berichtet. „Wir können das nicht ständig streichen; dann wird es nur immer wieder neu besprüht“, meint Goerz, der beim LBM in Dahn und Bag Bergzabern für Bau und Planung zuständig ist. Für die vier bis fünf Meter hohe Lärmschutzwand, die auf einem Lärmschutzwall errichtet wird, läuft gerade die Submission, also die Angebotsabgabe auf die europaweite Ausschreibung.
Teil des Radschnellwegs
Neues gibt es auch zur Radfahrerbrücke, die noch nicht Bestandteil der ursprünglichen Ausbaupläne war, vom LBM aber nachgeschoben wurde, als klar wurde, dass der neue Großkreisel im Norden der Stadt kein idealer Lebensraum für die bedrohte Spezies Radfahrer ist. Die Brücke wird als große Bogenbrücke aus Stahl geplant, sagt Jürgen Buschlinger vom Landauer Baubüro des LBM. Das ermöglicht eine Vorfertigung und ein schnelleres Aufstellen. Die Brücke soll spätestens Ende 2023 errichtet sein, vielleicht klappt es aber auch schon ein Jahr früher. Sie wird breiter werden als übliche Radwegebrücken, weil sie Teil des neuen Radschnellweges werden soll, der zwischen Landau und Neustadt geplant ist. Die Brücke wird neben der L512 (Landau - Edenkoben) gebaut und über einen bisherigen Wirtschaftsweg nahe bei der Tankstelle und dem Autohaus im Norden des Stadtgebietes angebunden.
Die provisorische Ausfahrt von der B10 zur K13 ist zwar außer Betrieb, wird aber vermutlich noch ein paar Mal gebraucht werden, berichtet Projektleiter Thomas Ruppert, der demnächst vorübergehend ins Verkehrsministerium wechselt. Beispielsweise dann, wenn noch große Schilderbrücken an der Bundesstraße aufgestellt werden.
Weit gediehen ist ein neuer Wirtschaftsweg im Norden der Bundesstraße. Der wird Ende des Jahres fertig, wenn auch die beiden Brücken, die derzeit noch im Bau sind, fertiggestellt sein werden. Noch liegen der LBM und das von ihm beauftragte Bauunternehmen Schnorpfeil aus Trier annähernd im Zeitplan, auch wenn Corona beispielsweise einmal die Einreise eines polnischen Bautrupps verhindert hatte und nun Bauholz für Betonschalungen knapp ist.
Bunkertür ausgebaut
Eine weitere Verzögerung gab es durch einen archäologischen Fund, allerdings keinen römischen oder sonstwie sonderlich alten: Bei der Verbreiterung der Trasse sind die Arbeiter auf gewaltige Reste eines Westwall-Bunkers gestoßen, der schon beim Bau der B10 angeschnitten worden war. Es galt, den Denkmalschutz und den Westwallbeauftragten der Landesregierung einzubinden, berichten die Männer. Die Reste durften zwar etwas zur Seite geschoben werden, müssen aber bleiben und werden in Kürze mit einem erklärenden Schild versehen. Und eine Bunkertür aus Stahl ist unter Mühen ausgebaut werden, damit sie museal gezeigt werden kann.
Alles in allem ist der LBM mit dem bisherigen Bauablauf zufrieden, denn trotz täglich 25.- bis 30.000 Autos auf der Trasse laufen die Arbeiten nach Plan. So soll der erste und längere Abschnitt der insgesamt gut vier Kilometer langen Ausbaustrecke, der von der Autobahn bis zur K13 bei Godramstein reicht, bis Ende 2023 fertig sein. Bis Ende 2026 soll auch der Rest der Ausbaustrecke im Bereich des Queichtals erledigt sein, wobei dort noch ein aufwendiger Neubau einer Straßenbrücke über die Bahnlinie Landau - Pirmasens für einige Unwägbarkeiten sorgt.