Landau
Amar Clubhaus setzt im zweiten Lockdown auch auf Umweltschutz
Im Februar war die Welt noch in Ordnung. Corona war für viele nur ein Begriff. An eine Pandemie dachte keiner. Der Zeitpunkt schien für Kamel Makar optimal, um einen Traum Realität werden zu lassen. Eine eigene Gaststätte. Makar öffnete also sein Amar-Clubhaus als neue Vereinsgaststätte des SV Landau West. Das Konzept des Ägypters: Gerichte seines Heimatlandes kombiniert mit deutscher Küche. „Den Leuten etwas Gutes anbieten für wenig Geld“, sagt Makar.
Doch Corona machte dem erst mal einen Strich durch die Rechnung. Der erste Lockdown kam, Makar musste seinen Laden dichtmachen – und er startete einen Abhol- und Lieferservice. „In der Anfangszeit war das schwer, da die Leute uns noch nicht gekannt haben. Das war ein richtiger Kampf, aber wir haben ihn überstanden.“
Weihnachtsfeiern fallen auch aus
Nach dem ersten Lockdown hoffte er auf die Anziehungskraft des SV Landau West – die Spiele und der Trainingsbetrieb hätten Gäste genauso anziehen sollen, wie Fußballspiele der Bundesliga und der Champions League. Es kam anders: Die Fußball-Amateursaisons sind ins Wasser gefallen. Ein gewisser Verein aus München hat dem Clubhaus aber indirekt geholfen. „Dadurch, dass der FC Bayern in der Champions League so weit gekommen ist, sind viele ins Clubhaus gekommen und wir konnten uns wieder ein bisschen etablieren“, sagt Makar.
Dann wäre es fast weiter aufwärtsgegangen: Der SV Landau West sowie Firmen und Leute aus der Umgebung kündigten sich für ihre Weihnachtsfeiern an. Makar begann zu planen. Doch dann kam der zweite Lockdown. Jetzt heißt es also wieder: nur Abhol- und Lieferservice.
Makar achtet auf Umweltschutz
Der Deutsch-Ägypter hat allerdings aus dem ersten Lockdown gelernt. Die Karte ist kleiner, die Öffnungszeiten begrenzter. Burger- und Schnitzel-Variationen, sowie gegrillter Schafskäse und Couscous stehen immer auf der Menükarte. Hinzu kommen Tagesgerichte. Die reichen von Wildschweingulasch mit Knödeln und Kraut bis zu ägyptischem Reis mit Okraschoten. Alles kostet zwischen sieben und 13 Euro. Das Clubhaus bietet den Service freitags, samstags und sonntags an. Ab Mittwoch sind die jeweiligen Tagesgerichte auf den Social Media-Kanälen der Gaststätte einsehbar.
Makar hat sich zudem noch etwas Besonderes einfallen lassen. „Wir geben das Essen in Thermoboxen mit“, sagt er. Diese hätten den Vorteil, dass die Speisen länger warm bleiben. Auch gibt es dort drei voneinander getrennte Behälter, sodass Hauptgericht, Beilage und Soße nicht miteinander gemischt werden. So wird nichts matschig. „Außerdem tun wir damit der Umwelt etwas Gutes, da wir weniger Müll produzieren. Die Boxen kosten zehn Euro Pfand. Jeder kann sie beim nächsten Mal wieder mitbringen“, erklärt Makar.
Strandbar geplant
Die Thermoboxen sind nur eine von vielen Ideen des Deutsch-Ägypters, der im Hauptberuf als Koch im Café Kuntz arbeitet. „Wir entwickeln uns ständig. Corona hat uns dazu gebracht, dass wir unsere Strategie stetig ändern müssen“, sagt er. „Corona hat uns so aber eher stärker gemacht als schwächer.“
Ohne die Pandemie wäre es wahrscheinlich ein gutes erstes Jahr für Makar geworden. Der Plan war, eine Strandbar zur Fußball-EM und zu den Olympischen Spielen zu eröffnen. „Wir wollten ein Urlaubsfeeling mit Bar und entspannter Musik bieten. Dazu Flachbildschirme, auf denen Spiele übertragen werden“, sagt Makar. Die beiden Großevents sind aufs folgende Jahr verschoben. Die Strandbar also ebenfalls. Genaue Planungen und Investitionen seien aufgrund der Corona-Situation schwierig.
Verein steht dem Pächter bei
Dass das Clubhaus Amar sich über Wasser halten kann, liegt auch daran, dass der SV Landau West Makar entgegenkam und die Pachtkosten senkte. „Wir zahlen einiges weniger momentan. Das ist bei Restaurants in der Stadt oft nicht so. Die Kombination zwischen uns und Verein passt einfach“, sagt Makar. Die Einnahmen und Makars Lohn im Café Kuntz gehen meist für Einkauf und laufende Kosten drauf. Der gelernte Koch hat zudem Novemberhilfe vom Bund beantragt, allerdings noch keine Antwort erhalten.
Unterstützt wird Makar zudem von einem Gesellschafter im Hintergrund und seiner Familie. Ein enger Freund hilft ihm beim Einkauf und der Auslieferung. Dieser sei Italiener und beherrsche die Italienische Küche. Makar kann sich vorstellen, 2021 eine Pizzawoche oder einen Pizzamonat anzubieten. Bis dahin bleibt es beim Abhol- und Lieferservice. Auch an den Freitagen, Samstagen und Sonntagen über Weihnachten und Silvester.