Landau RHEINPFALZ Plus Artikel Als Siegfried sich in Landau operieren ließ

Siegfried mit Schwester Hildebranda und Chefarzt Dietmar Molitor in der Cafeteria des Vinzentius-Krankenhauses bei einem Blick a
Siegfried mit Schwester Hildebranda und Chefarzt Dietmar Molitor in der Cafeteria des Vinzentius-Krankenhauses bei einem Blick auf Landau. Auch der RHEINPFALZ hat er damals ein interview gegeben.

In memoriam: Er war einer der ganz Großen des internationalen Showbusiness: Siegfried Fischbacher hat zusammen mit seinem Partner Roy Horn Millionen von Zuschauern weltweit mit seinen Zaubershows unterhalten. Jetzt ist er gestorben. Nach Landau war er vor Jahren inkognito, aber nicht ganz unerkannt gekommen.

Siegfried Fischbacher (81) ist seinem Bauchspeicheldrüsenkrebs erlegen. Diese Nachricht hat am Donnerstag auch in der Südpfalz große Betroffenheit ausgelöst. Der gebürtige Bayer war mit seinem Partner Roy Horn als Zaubererduo Siegfried und Roy weltberühmt – auch aufgrund der Shows mit weißen Löwen und Tigern. Eines dieser Tiere hatte Roy 2003 schwer verletzt, wovon er sich nie mehr ganz erholt hat. Er ist im Mai vergangenen Jahres an einer Corona-Infektion gestorben.

Siegfried Fischbacher war 2008 im Alter von 68 Jahren allein und mehr oder minder inkognito in Landau. Er hatte sich am Vinzentius-Krankenhaus beim damaligen Chefarzt Professor Dietmar Molitor einer kleinen Operation unterzogen, die eigens aufs Wochenende gelegt worden war, um dem großen Star zu viel öffentliches Aufsehen zu ersparen. Trotzdem wurde der Magier, der unter einem anderen Namen eingecheckt worden war, natürlich erkannt. Er hat seinerzeit auch mit der RHEINPFALZ gesprochen. Der Kontakt nach Landau war auf Empfehlung einer Klinik am Tegernsee zustandegekommen. Roy Horn erholte sich damals gerade in Graz von einer Knie-Operation, war also nicht dabei. Von der Pfalz hat Siegfried Fischbacher damals nicht viel sehen können, es hat lediglich für ein Essen in der Krone in Herxheim gereicht.

Drei Stunden mit Siegfried und Roy verbracht

Es gibt aber noch eine zweite Verbindung nach Landau: Rolf-Henning Klag, Inhaber der RHK-Showproduktionen in Landau, die unter anderem die Sportlerbälle in der Festhalle organisiert hat, war früher selbst Teil eines renommierten Zaubererduos. Auf einer USA-Reise mit seiner Frau Eva Klag-Ritz, der früheren RHEINPFALZ-Redaktionsleiterin, hat er in den 1980er-Jahren die Siegfried-und-Roy-Show in Las Vegas besucht und ist anschließend von den beiden Stars in deren Privaträume eingeladen worden. Die waren gleich an das Hotel angebaut, in dem die Zauberer über viele Jahre auftraten. Nie in seinem Leben habe er auf einer derart gigantischen Bühne gestanden, sagt Klag und berichtet von einem dreistündigen, sehr intensiven Gespräch „über Gott und die Welt“ mit den berühmten Künstlern. „Das waren ganz, ganz liebe“, sagt Klag, „das tut mir unendlich leid.“ Auch „dienstlich“ bescheinigt er ihnen eine „unglaubliche Bühnenpräsenz“. Besonders gefallen hätten ihm die Shows mit Siegfried als „Macher“ und Roy als Assistent, besser als die späteren Shows mit paritätischer Rollenverteilung. Für ihn waren Siegfried und Roy mit ihrer Großillusion die größten ihrer Zunft, „und das werden sie auch bleiben“. Hinter der Bühne hätten allein 140 Helfer für den Ablauf des gigantischen Programms gesorgt.

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