Landau Aller guten Dinge sind drei
Chormusikalische Vielfalt in ungezwungener Atmosphäre macht den Reiz von Liederabenden aus. Meist gewähren dabei Chöre mit verschiedenen Chorleitern Einblicke in ihr Repertoire. Beim Liederabend des Gesangvereins 1871 Liederkranz Westheim am Samstag waren ausschließlich Chöre von Musikdirektor Rainer Diehl zu hören. Anhand seiner Titelauswahl zeigte sich eindrucksvoll, dass Diehl musikalische Vielfalt am Herzen liegt.
Aller guten Dinge sind ja bekanntlich drei: Nach der Begrüßung durch den neuen Vereinsvorsitzenden Nils Göler sorgten also drei Chöre für ansprechende Unterhaltung. Zugegeben: Der Männerchor „2 im Takt“ vereinigt Sänger aus Westheim mit denen des „Frohsinn“ Mechtersheim. Und der Zusammenschluss passt, wie sich schon eingangs bei der Hommage an Udo Jürgens zeigte: „Darum singen wir immer wieder unsere Lieder“, versicherten die Aktiven willkommen voluminös. Nachdem sie sacht ihr „Liebes“ mit „Guten Morgen“ geweckt hatten, verwöhnten sie die Zuhörer mit dem beliebten Evergreen „One Way Wind“. Die Pfälzer Beach Boys, die Diehl stets am Klavier begleitete, überzeugten ebenso mit „Sloop John B“. Klangstark schwebten sie „Über den Wolken“. Und auch „Weit, weit weg“ (Hubert von Goisern) hatte Ohrwurm-Qualität. Apropos hören: Den Begriff „Frauenchor“ hören die 19 Damen des „Frohsinn“ Mechtersheim gar nicht gern. Sie bestehen darauf, „Chorofeen“ genannt zu werden. Bei diesen haben Damen des einstigen Westheimer Frauenchors eine neue Heimat gefunden. „Den Frauenchor mussten wir im Frühjahr leider beerdigen“, informierte Ines Barschel, die durchs dreistündige Programm führte. Manchmal untermalend, zeitweise getragen, für einen Frauenchor auch oft ungewohnt stimmgewaltig, gefielen die Sängerinnen mit sechs Songs – darunter Werke wie „Can’t help falling in Love“ (Elvis Presley) und „Junimond“ (Rio Reiser). Eine neue Erfahrung: „Live ist life“ (Opus) aus Frauenkehlen zu hören. Vollmundigen Gesang zeichnete den gemischten Chor „BASF-Siedlung Maxdorf“ aus. Weitere Markenzeichen: deutliche Artikulation auch bei leisen Passagen sowie sicht- und hörbare Sangesfreude. Kaum zu glauben, dass dieser Chor, der aus einem Projektchor entstand, erst seit einem halben Jahr existiert. Die Literatur reichte von den Schürzenjägern über Grönemeyer, Andrew Lloyd Webber und Styx bis hin zu Rod Stewart. Solistin Andrea Silber, die mit Instrumentalist Rainer Diehl das Duo „Sentissimo“ bildet, vergoldete den Abend mit gefühlvoll vorgetragenen meist balladenhaften Songs der neuen CD „Der Ring an deiner Hand“, die Franz Halmich, der anfangs bei den „Flippers“ mitwirkte, für sie geschrieben hat. „Sie haben gezeigt, wie schön Singen sein kann“, sagte Kurt Gamber, Vorsitzender des Kreischorverbands Südpfalz. Mit Westernhagens „Freiheit“ klang die Veranstaltung, die mehr Resonanz verdient gehabt hätte, aus: Neben den Aktiven waren nur 60 Gäste anwesend. Ehrungen Geehrt wurden: Erhard Sinn (70 Jahre Singen), Paul Grabau (50 Jahre Singen), Anni Deschler und Wolfgang Gast (jeweils 25 Jahre Singen).