Bornheim RHEINPFALZ Plus Artikel Abschied ins Ungewisse

Beim Drei-Königs-Turnier trifft sich alljährlich die deutsche Squash-Elite in Bornheim.
Beim Drei-Königs-Turnier trifft sich alljährlich die deutsche Squash-Elite in Bornheim.

Über 36 Jahre lang führte Christoph Müller die Geschäfte des Freizeitcenters Bornheim. Er entwickelte es zu einer Institution im Kreis Südliche Weinstraße. Die Coronakrise erschwert ihm den Abgang. Die neue Führung steht vor einigen Fragezeichen. Welchen prominenten Sportler hat es immer wieder nach Bornheim verschlagen?

Langweilig heißt nicht immer gleich schlecht. Im Falle des Freizeitcenters Bornheim ist diese Langeweile eher mit Beständigkeit gleichzusetzen. So sieht es zumindest Christoph Müller, der die Führung nach über 36 Jahren zum 1. August abgibt. „Etwas Besonderes gibt es hier nicht. Hier ist immer alles gleichbleibend. Dafür geht es immer kontinuierlich weiter“, sagt er.

Der 64-Jährige geht in Rente und hat einen Nachfolger gefunden, unter dem auch künftig die Tennisbälle übers Netz geschlagen, die Minigolfbälle eingelocht und in der Sauna geschwitzt werden kann. „Meine Kinder hatten sieben Jahre Zeit zu überlegen, aber sie wollten es nicht weitermachen. Es war ihnen zu viel Arbeit. Der Verkauf hat sich dann sehr schnell ergeben“, so Müller.

Wegen der Corona-Pandemie bleibt Müller länger

Aufgrund der Situation um das Coronavirus hat sich der Bornheimer dazu entschieden, den Betrieb bis zum 31. Juli weiterzuführen und erst dann abzugeben. „Wenn der neue Besitzer einen Betrieb anmeldet und dieser ist gleich drei Monate geschlossen, dann kann er Konkurs anmelden und die Mitarbeiter stehen auf der Straße“, sagt Müller. Geplant sei es, dass alle 33 Mitarbeiter ab dem 1. August übernommen werden.

Müller wird seinem Lebenswerk nach dem Verkauf nicht fern bleiben. Er wird auf 470-Euro-Basis weiterarbeiten und „helfen, wenn es irgendwo klemmt“. Da er selbst Squasher ist, wird er weiterhin das Drei-Königs-Turnier, wo sich die Elite des Deutschen Squash-Sports trifft, organisieren. „Im Januar steht die 30. Ausgabe an. Ich gehe aber davon aus, dass wir es auf 2022 verschieben werden“, sagt Müller. Das Turnier ist ein offizieller Wettkampf des Deutschen Squash Verbands.

Prominenter Gast bei Drei-Königs-Turnier

Dabei sein wird aller Voraussicht nach auch Simon Rösner. Der Weltranglisten-Achte und Deutschlands Nummer eins kam in den vergangenen Jahren immer gerne nach Bornheim. Der ehemalige World Games-Champion (2017) und Vizeeuropameister (2013) aus Würzburg, der für den Paderborner SC spielt, ist wohl der prominenteste Gast, der in den vergangenen Jahren nach Bornheim gekommen ist. „Wir haben immer 90 bis 120 Teilnehmer. Das sind mit die meisten in ganz Deutschland“, sagt Müller.

Ansonsten war das Freizeitcenter in seinem über 40-jährigen Bestehen wie der Name sagt: ein Freizeitcenter für Freizeitsportler aus der Region. Als es 1976 entstand, gab es laut Müller einen Tennisplatz, zwei Kegelbahnen und die Gaststätte. Im Dezember 1984 übernahm er die Anlage gemeinsam mit seinen Eltern. „Mein Vater hat damals den Bungalow nebenan gekauft und dadurch gesehen, dass das Freizeitcenter unter Zwangsversteigerung steht. Dann haben wir uns gesagt: Das machen wir“, erinnert sich Müller.

Neuer Besitzer hält sich mit Plänen bedeckt

1996 stieg der Vater aus, als 2005 Müllers Mutter verstarb und seine Frau einsprang, wurde der 64-Jährige Alleineigentümer. „Heute würde ich das nicht mehr machen. Wenn man sich die Bilder von früher anschaut, das hat damals fürchterlich ausgesehen“, sagt er. Unter seiner Führung entstanden acht Squashplätze, sechs Badmintonfelder, Bowlingbahnen, eine Sauna und ein Schwimmbad.

Seit wenigen Tagen darf das Sportangebot wieder genutzt werden. „Momentan darf nur eine Person gleichzeitig in die Duschen oder die Umkleiden. Ich denke aber, dass sich diese Auflagen ab dem 10. Juni lockern“, sagt Müller. Ab dann darf der Betrieb seine Sauna wieder öffnen. Die Gaststätte läuft bereits seit zwei Wochen wieder. „Zurzeit ist noch nicht so viel Betrieb, aber es fängt so langsam wieder an.“

Wie es unter dem neuen Besitzer weitergehen soll, ist noch unklar. Der neue Eigentümer hält sich bedeckt. Die Corona-Krise mache es ihm schwer zu planen. Im Optimalfall soll der Betrieb zunächst weiterlaufen, wie gehabt.

Dem Freizeitcenter bleibt Christoph Müller auch im Ruhestand verbunden.
Dem Freizeitcenter bleibt Christoph Müller auch im Ruhestand verbunden.
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