Landau Über Max Slevogt diskutiert

91-83507493.jpg

„Nein, seine Mutter ist vorne“, sagt ein Schüler. „Bestimmt nicht“, widerspricht ein anderer. Sie sitzen vor dem Bild „Familie Slevogt im Garten in Godramstein“, allerdings nicht in Godramstein, sondern in der Pfalzgalerie in Kaiserslautern.

17 Schüler aus der Berufsoberschule, die kurz vor ihrem Abitur stehen, und 20 aus der Flüchtlingsklasse der Berufsbildenden Schule Landau versuchen herauszufinden, wer die Menschen auf Slevogts Bild sind. Eine Gruppe aus zwei deutschen und zwei „noch nicht deutschen“ Jugendlichen hat sich das Bild ausgesucht. Sie haben dazu ein Gedicht geschrieben – auf Deutsch und in ihrer jeweiligen Muttersprache − und tragen es vor. Dann geht es in den Malkeller. Mit Pinsel und Farbe gestalten die Schüler nun eigene Bilder. „Ein gelungener Tag“, findet Ali. Er gehört zur Flüchtlingsklasse und spricht so gut Deutsch, dass er für seine Mitschüler übersetzen kann. Denn die Verständigung fällt den Schülern nicht immer leicht. „Die Bandbreite ist groß“, sagt Michael Schneider, der die Jugendlichen 16 Stunden wöchentlich in Deutsch als Zweitsprache unterrichtet. „Wir haben einen Analphabeten, der aber schon große Fortschritte macht, und wir haben einen Schüler, der in Syrien bereits sein technisches Abitur abgelegt hat und darauf wartet, dass sein Zeugnis hier anerkannt wird.“ Gearbeitet werde differenziert: In vielen Stunden hat jeder Schüler sein eigenes Lernprogramm. Am wichtigsten sei der Kontakt zu deutschen Schülern. So ist auch die Idee zum gemeinsamen Ausflug entstanden (rhp)

x