fussball RHEINPFALZ Plus Artikel Zufällig Knittelsheimer: Sebastian Heß bereit für Topspiel

Sebastian Heß in seiner Zeit in Darmstadt.
Sebastian Heß in seiner Zeit in Darmstadt.

In der Fußball-Bezirksliga ist das Nachholspiel zwischen dem 1. FC 08 Haßloch und der TSG Jockgrim am Dienstag kurzfristig abgesagt worden. Der Grund: zwei Coronafälle bei der TSG. Am Freitag (19.30 Uhr) soll die TSG-Elf von Kevin Konz zum Topspiel beim TuS Knittelsheim antreten.

„Um 16 Uhr erreichte mich die Nachricht vom ersten, um 16.15 Uhr vom zweiten positiven Corona-Test in meiner Mannschaft“, berichtete Konz. Dennoch sei sein Team nach Lachen-Speyerdorf gefahren. Vor Ort sei man sich mit den Haßlochern einig gewesen, das Spiel erneut abzusagen, obwohl das Gesundheitsamt die Partie ermöglicht hätte. Auch in Haßloch gibt es einen Coronafall. „Das Risiko war uns allen aufgrund der derzeitigen Lage einfach zu groß“, sagt Konz: „Was passiert, wenn sich Spieler infizieren und das Virus in der Familie weitertragen?“ Das Spiel soll am nächsten Donnerstag steigen.

Konz will von allen Spielern Tests

Vor seiner Rückkehr an seine alte Wirkungsstätte will Konz nun von allen Spielern Selbsttests. „Wer dann gesund ist, der spielt. Der Verband lässt ja keinerlei Flexibilität zu, will die Runde auf Biegen und Brechen durchdrücken“, klagt der TSG-Coach.

„Wenn Jockgrim sicherstellen kann, dass für unsere Spieler keine Gefahr ausgeht, werden wir auch spielen“, sagt TuS-Trainer Simon Hartenstein. Er würde dem „gesunden Menschenverstand“ Vorrang vor Verbandsregelungen und -wünschen einräumen.

Heß nach fünf Jahren wieder da

In seiner Elf wird voraussichtlich wieder Sebastian Heß auflaufen. Der Sohn von Ex-Profi Freddy Heß ist nach fünf Jahren Pause vom aktiven Geschehen Anfang November wieder auf das Feld und in seine Pfälzer Heimat zurückgekehrt.

Der Gymnasiallehrer für Chemie und Sport hat in Offenbach ein Eigenheim gebaut. Dass er in Knittelsheim gelandet ist, war Zufall: „Ich habe bei einem Spiel zwischen Queichheim und Knittelsheim zugeschaut und Thorsten Reiter (sportlicher Leiter des TuS, d. Red.) getroffen, mit ihm gesprochen, und dann hat sich das so entwickelt“, berichtet der 34-Jährige, der zuletzt in der Nähe von Darmstadt gelebt hat. Er hat die Trainer-A-Lizenz und Erfahrung in der Regionalliga.

„Mein Vater war klar besser“

Im zentralen Mittelfeld sieht er sich als Taktgeber. „Wenn mein Körper mitmacht, dann entwickelt sich auch eine Führungsrolle über Spiele und Leistung“, sagt er. „Ich will zurückgeben, was mir die Mannschaft schon gegeben hat.“ Die Zielstrebigkeit und das perfektionistische Arbeiten habe er vom Vater adaptiert, fußballerisch sei er jedoch mehr der technisch beschlagene Typ. „Aber mein Vater war klar der bessere Fußballer“, will er nicht missverstanden werden.

In Knittelsheim fühlt Heß sich pudelwohl: „Es ist toll, wenn man spürt, dass da ein ganzes Dorf mitzieht und nicht nur 50 Zuschauer am Spielfeld stehen“, schwärmt der Neuzugang vom Umfeld. Coach Hartenstein sei ein sehr angenehmer Mensch und klasse Trainer, im Training habe er viel Spaß. Er will die Erfolgswelle weiterreiten, „Momente mitnehmen“, wie er sagt, nicht an größere Ziele denken.

Fan von Bayern München

Dass er mit seiner aus Neustadt stammenden Frau nun wieder in der Heimat sei, habe viele Vorteile. Beispielsweise könnten sich die Großeltern auch mal um die fünfjährige Tochter und den neun Monate alten Sohn kümmern. Die Familie ist dem Fußballer sehr wichtig, für seine Kinder vor allem die Bewegung an der frischen Luft. Es wird geklettert und geradelt oder mit Inlinern gefahren. Er selbst fährt gerne Mountainbike. „Dafür ist der Pfälzerwald viel besser als der Odenwald“, berichtet Heß, der Fan von Bayern München ist, weil Mehmet Scholl früher sein größtes Vorbild war.

Fürs Topspiel sagt er: „Jockgrim ist der Favorit, aber mit Laufstärke und Einsatzwille ist zu Hause auch was möglich.“

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