Fußball RHEINPFALZ Plus Artikel Zeiskams Ünal Altintas und seine lange Probezeit beim 1. FCK

Unal Altintas (rechs, mit Mechtersheims Alexander Biedermann) spielte bis zur U19 beim 1. FCK.
Unal Altintas (rechs, mit Mechtersheims Alexander Biedermann) spielte bis zur U19 beim 1. FCK.

Er wollte Profi werden. Beim 1. FCK, in Ingolstadt, in der Türkei. Ünal Altintas spielt beim TB Jahn Zeiskam, der den im Pokal erfolgreichen FC Bienwald Kandel erwartet.

„Das wird ein intensives Derby. Anders als im Vorspiel, dem ersten der Saison, werden wir ein Kampfspiel erleben“, sagt Trainer Jannick Immel vom TB Jahn Zeiskam vor dem Topspiel der Fußball-Verbandsliga an diesem Samstag um 14.15 Uhr gegen den FC Bienwald Kandel. Er zieht den Hut: „Kandel kommt mit viel Selbstvertrauen. Die beiden Spielertrainer haben Top-Arbeit geleistet und sind auf dem Platz unwahrscheinlich wichtig. Sie werden bis zum letzten Spieltag auch oben mitspielen.“

Immel selbst wird nicht dabei sein, da er privat aufgrund eines schon langfristig geplanten Termins verhindert ist. Cotrainer Senad Nadarevic übernimmt, unterstützt von Teammanager Patrick Pfaff.

Ab U12 in Lautern

„Wir sind zu Hause ungeschlagen und wollen diese Serie fortsetzen“, sagt Ünal Altintas, der seit vergangener Saison in Zeiskam Stammspieler ist. Er fing mit dem Fußballspielen beim LSC Ludwigshafen an. Der 26-Jährige erzählt: „Nach mehreren Auswahlspielen bin ich Scouts aufgefallen und wurde zum 1. FCK zu Probetrainings eingeladen. Nach 22 Testspielen wurde ich als einziger genommen und spielte ab der U12 in Kaiserslautern meine ganze Jugendzeit bis zum älteren Jahrgang der U19. In der Zwischenzeit bestritt ich mit der türkischen U17 vier Länderspiele. Dabei zog ich mir im Leistenbereich eine Verletzung zu und musste neun Monate aussetzten.“

Altintas wechselte im ersten aktiven Jahr 2018 zur Wormatia Worms in die Regionalliga. Sie stieg ab. Danach ging es in die U23 des FC Ingolstadt in die Bayernliga. „Dabei habe ich auch bei den Profis in einem Testspiel und in Trainingseinheiten reingeschnuppert. Als Corona kam, gab es keine U23 mehr und den Sprung zu den Profis habe ich in den zwei Jahren dort nicht geschafft.“

Gümüshanespor „ein Fehler“

Als einen „riesigen Fehler“ und eine „falsche Entscheidung“ bezeichnet er seinen Wechsel 2021 zum türkischen Club Gümüshanespor. „Schon nach zwei, drei Monaten habe ich meinen Vertrag wieder aufgelöst und bin im Winter zum TuS Mechtersheim in die Oberliga gewechselt. Damit war mein Wunsch, Profifußballer zu werden, eigentlich mit 24 Jahren beendet.“

Er bewarb sich um eine Ausbildungsstelle als Chemikant bei der BASF, die er zugesagt bekam. Allerdings wollte er sich noch offen halten – falls ein Angebot käme –, doch noch ins Fußball-Profigeschäft einzusteigen. „Da ich bei der BASF noch ein Jahr warten musste, nahm ich mir einen Athletiktrainer, mit dem ich zwei- bis dreimal in der Woche trainiert habe. Ich spielte auch die folgende Saison komplett bei Mechtersheim und bekam tatsächlich ein Angebot vom 1. FC Nürnberg für die zweite Mannschaft in der Regionalliga. Im letzten Saisonspiel mit Mechtersheim habe ich mir dann die Achillessehne gerissen und Nürnberg zog das Angebot zurück.“ Im September 2023 begann er die Ausbildung bei der BASF – „nachdem ich nach meinem Fachabitur in Ludwigshafen nur Fußball gespielt hatte“.

Mehrere Spieler nicht gesund

Nach achtmonatiger Auszeit blieb er noch eine Saison in Mechtersheim. 2024 wechselte er nach Zeiskam nach einem Gespräch mit Jannick Immel: „Die Möglichkeit, einmal um den Aufstieg mitzuspielen, war für mich dann auch interessant. Ich habe ja viel Erfahrungen in meinen Fußballstationen mitgenommen.“ Als Hobby gibt Altintas, der drei Geschwister hat, das Fitnessstudio an. „Zudem bin ich gerne mit Freunden unterwegs.“

„Ünal ist ein sehr erfahrener, wichtiger Spieler und passt menschlich gut zu uns“, hebt Teammanager Patrick Pfaff hervor. Im Zeiskamer Kader gibt es mehrere angeschlagene und kranke Spieler. So fällt Janik Subas weiter aus, ebenso sind Nico Kruppenbacher und Leon Ohlinger krank und Nico Nagel ist verletzt.

Kandels Pokalheld macht Kilometer

Einen Tag nach dem Einzug ins Halbfinale um den Verbandspokal richtete Kandels Spielertrainer Christian Liginger den Fokus schon auf das Derby in Zeiskam. Er ahnt, dass es nach diesem intensiven Fight mit Verlängerung gegen Gau-Odernheim „brutal schwer wird. Doch ich rechne mit vielen Anhängern aus Kandel. Die wollen wir nicht enttäuschen und werden nochmals alles raushauen.“

Der zweite Coach Yasin Özcelik verriet, dass nur die ersten fünf Elfmeterschützen festgelegt waren. Dann schnappte sich der 19-jährige Arianit Uka den Ball, verwandelte souverän links oben und avancierte zum Pokalhelden. In jedem Spiel gehört Uka zu den Spielern mit den meisten Kilometern auf dem Tacho. Er stopft viele Löcher und gewinnt fast alle Zweikämpfe im zentralen defensiven Mittelfeld.

Vorbild Frenkie de Jong

„Ari“, wie er gerufen wird, kehrte im Sommer von Viktoria Herxheim zu seinem Heimatverein zurück. Dort spielte er seit der D-Jugend, hatte sich in der Oberliga einen Stammplatz erkämpft. Zum Zeitpunkt seines Wechsels spielte Kandel noch in der Landesliga. War das kein sportlicher Rückschritt? „Ich habe eine enge Bindung zu Yasin, der mich schon als B-Junior trainiert hat. Zudem bin ich hier in Kandel geboren und aufgewachsen.“ Die Trainingseinheiten bezeichnet er als „hart und intensiv“, er legt viel Wert auf eine ausgewogene Ernährung. Sein großes Vorbild ist der niederländische Nationalspieler Frenkie de Jong vom FC Barcelona.

Halbfinale gegen FKP

Uka, dessen Eltern aus dem Kosovo stammen, absolviert eine Lehre als Industriekaufmann in der Hagenbacher Zentrale eines großen Türherstellers. Er bezeichnet sich als „Familienmensch“, der viel Zeit mit seinen Angehörigen verbringt.

Im Pokal-Halbfinale empfangen die Löwen am 18. März den FK Pirmasens. Was meint Yasin Özcelik zum Duell gegen seinen Ex-Verein? „Für mich ist es die schwerste aller drei Optionen. Aber Hauptsache ein Heimspiel.“

An dieser Stelle finden Sie ein Video via Glomex.

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