Lokalsport Südpfalz Wo der Spaß im Vordergrund steht
OFFENBACH. Fußball satt in Offenbach. Vor dem Beginn der Dorfmeisterschaft traten wieder zahlreiche Werkstattteams beim Kleinfeldturnier an. Die langjährige Zusammenarbeit von Fußballverein und Süd-pfalzwerkstatt macht es möglich.
Jedes Jahr pünktlich zum Turnier scheint in Offenbach die Sonne. „Das gehört schon fest dazu, das können wir direkt in die Planung miteinbeziehen“, scherzt Organisator Karl-Heinz Eberle aus Walsheim. Bei knapp 30 Grad kommen nicht nur die Spieler ganz schön ins Schwitzen. Doch in Offenbach ist für alles gesorgt. Als die Duschen gerade alle belegt sind, werden kurzerhand die Schiedsrichterkabinen für die erschöpften Spieler frei gemacht. Zum siebten Mal veranstaltet der FSV Offenbach in Kooperation mit der Südpfalzwerkstatt sein Kleinfeldturnier für Werkstätten mit behinderten Menschen. Zehn Jahre währt nun schon die Zusammenarbeit. Das erste gemeinsam organisierte Turnier ließ nicht lange auf sich warten. „Wir dachten uns, da müssen wir doch was machen“, sagt Eberle, der Trainer des Teams der Südpfalzwerkstatt ist. Gemeinsam mit Reinhold Lutz, dem Aktivenspielleiter des FSV Offenbach, hatte er damals bei einer Weihnachtsfeier die Idee für das Turnier. Mittlerweile gehört die Veranstaltung schon fest zum Fußballjahr in Offenbach dazu. Morgens und mittags kicken die Werkstätten, abends wird die Dorfmeisterschaft auf dem Rasenplatz an der Germersheimer Straße ausgetragen. Auch Mannschaften aus dem Ausland kommen gerne in die Südpfalz. In diesem Jahr ist es Eberle wieder gelungen, einen Vertreter aus den Niederlanden für die Veranstaltung zu begeistern. Zwar tut sich der FC Meo aus Meppel schwer und wird Gruppenletzter, die Spieler haben aber trotzdem ihre Freude. „Es ist immer noch ein Spaßturnier, das wir hier austragen“, sagt Eberle, der auch als Landeskoordinator für die Special Olympics Rheinland-Pfalz tätig ist. Trotzdem sind die Hobby-Fußballer mit Herzblut dabei, scheuen keinen Zweikampf und ärgern sich über jedes Gegentor. Manchmal sogar so sehr, dass ihre Trainer sie beruhigen müssen. Immerhin geht es um den begehrten großen Wanderpokal der Firma Trifa Lamps Germany aus Annweiler. Da spendet auch die Mini-Version, die jeder am Ende erhält, nur wenig Trost. Neben den Gästen aus dem Nachbarland sind 14 andere Teams in Offenbach am Start. Aus Pirmasens, Alzey, Worms, Mannheim, Sandhausen oder Mainz reisen die Werkstätten an. Aufgeteilt werden die Mannschaften in drei Gruppen. „Die Gruppen A und B spielen um den Wanderpokal“, erklärt Eberle, „die Gruppe C haben wir eher als Aufbaugruppe für die unerfahreneren Teams eingeführt.“ Zum ersten Mal wird es in diesem Jahr auch Auf- und Abstiege zwischen den Gruppen geben. Wer sich in Gruppe C behaupten kann, hat im nächsten Jahr die Möglichkeit, in den anderen Gruppen mit um den Wanderpokal zu spielen. Im vergangenen Jahr ging der Sieg – an die Offenbacher. Aber nicht nur in der Heimat spielt die Mannschaft erfolgreich. Die Süd-pfalzwerkstatt Offenbach konnte sich auch schon auf nationaler Bühne präsentieren. Als Landesmeister belegte sie vergangenes Jahr in Duisburg bei der Deutschen Meisterschaft der Werkstätten den siebten Platz. Mannschaftskapitän Jürgen Knorr, der seit über 30 Jahren Fußball spielt und auch für die Nationalmannschaft auflief, wurde gestern nach dem Turnier verabschiedet. Der 51-Jährige gilt in Offenbach als echtes Urgestein. |meyd