Fußball
Vorfreude in Kandel auf Uwe Rapolder
Von Kersten Beyer
FC Bienwald Kandel gegen TuS Mechtersheim ist ein Spiel der dritten Runde um den Fußball-Verbandspokal Südwest. Nach wenigen Wochen Amtszeit musste Marco Göbel beim TuS überraschend gehen. Uwe Rapolder ist der fünfte Übungsleiter an der Kirschenallee seit Juni 2023. Der 66-Jährige galt vor 20 Jahren als größte Trainerhoffnung Deutschlands. Er führte den SV Waldhof Mannheim zurück ins Profigeschäft, stieg mit Arminia Bielefeld in die 1. Liga auf, trainierte beim 1. FC Köln Lukas Podolski. Kandels spielender Cotrainer Christian Liginger: „Er hat ganz viel bewegt im deutschen Fußball und ich bin schon stolz, auf so einen Fachmann zu treffen. Doch er bekommt nichts geschenkt, wir werden alles tun für eine mögliche Sensation.“
Beim 1:1 im Derby beim SV Büchelberg lief noch nicht alles rund. Doch unter dem neuen Trainer Yasin Özcelik haben sich Fitness und Laufbereitschaft deutlich verbessert, die „Löwen“ sind endlich wieder als kämpfende Einheit aufgetreten.
Hyrin für Aust
Für den Last-Minute-Torschützen Patrick Aust hütet am Mittwoch der Ukrainer Savvatii Hyrin das Tor. Der 19-Jährige kam erst im Juli von den Regionalliga-A-Junioren des SV Viktoria Herxheim. Nach seiner Ankunft in Deutschland pausierte er ein halbes Jahr, der frühere Fußballer Roland Wittmann (unter anderem SV Edenkoben) bewegte ihn, wieder Fußball zu spielen.
„Ich wollte einfach mehr Spielpraxis, hatte zwei Anfragen. Kandels Sportdirektor Marco Weißgerber konnte mich in mehreren Gesprächen überzeugen“, sagt Hyrin zu seinem Wechsel in den Bienwald. Er kam vor eineinhalb Jahren aus dem ostukrainischen Kramatorsk in der Nähe von Donezk, wo der Krieg heftig tobt. Er spielte in der höchsten Nachwuchsliga des Landes. Im gleichen Verein war sein vier Jahre älterer neuer Teamkollege Mykyta Khadzhynov Kapitän der A-Junioren.
„Zweite Heimat gefunden“
Die beiden Ukrainer fühlen sich gut integriert. „Ich habe in Deutschland viel Gutes erfahren, hier eine zweite Heimat gefunden. In Kandel helfen mir ganz viele Menschen weiter, sagt „Savva“, wie sie den Torhüter nennen. Er wohnt in Landau, ein paar Meter von seiner Mutter und dem jüngeren Bruder entfernt. Er spricht ausgezeichnet Deutsch, strebt nach Beendigung des höchsten Sprachkurslevels eine Ausbildung zum Physiotherapeuten an. Zu den Trainingseinheiten kommt er mit seinen Mitspielern Yanik Wagner oder Benedikt Brück, gelegentlich fährt er mit dem Zug. Über Kandels neuen Torwarttrainer Alfred Eiswirth sagt er, „von seiner Erfahrung und den abwechslungsreichen Übungen kann ich viel profitieren“.
Weitere Pokalspiele am Mittwoch: FSV Schifferstadt - TB Jahn Zeiskam, TSG Deidesheim - SV Büchelberg (beide 19 Uhr), FG 08 Mutterstadt - FSV Offenbach, TSG Jockgrim - TSV Fortuna Billigheim-Ingenheim (beide 19.30 Uhr).