Lokalsport Südpfalz Voltis, Pferde und Pflichten
OFFENBACH/HERXHEIM. Aufregende Zeiten für die Voltigiererinnen Hannah Steverding (17) und Chiara Congia (19). Die Herxheimerin Steverding konnte am Wochenende bei den Deutschen Junioren-Meisterschaften jubeln und bereitet sich auf die EM in Le Mans (18. bis 21. August) vor, die Offenbacherin Congia befindet sich mitten im Trainingsstress vor ihrer ersten DM der Senioren (25. bis 28. August).
Ja, normalerweise reite ich auf Celebration. Da das Juniorteam bei der EM auf Celebration antritt, gibt es einen Vertrag, der besagt, dass bis zum Wettbewerb nur dieses Team auf ihm reiten darf. Und weil Hannahs eigentliches Pferd Cyrano durch die Verfassungsprüfung gefallen ist, musste sie auch im Einzelvoltigieren auf Celebration umsteigen. Ende August steht für Sie die Deutsche Meisterschaft in Verden an. Wie läuft die Vorbereitung und welche Chancen rechnen Sie sich aus? Die Vorbereitung läuft ganz gut, momentan haben wir ein Trainingslager und bereiten uns auf den Wettkampf vor. Wir haben meistens nachmittags oder abends Training und ich fahre immer nach Mainz. Bei der DM trete ich dann auf Don Quichote an, weil ich ja das Pferd wechseln muss. Wo ich landen werde, kann ich so noch nicht sagen, aber ich will schon in die Top Ten kommen. Gibt es Schwierigkeiten, wenn man auf ein anderes Pferd wechselt, oder sind alle in etwa gleich ausgebildet? Ja, das ist schon eine Umstellung, zum Beispiel ist die Galoppade anders. Don Quichote ist auch nicht so erfahren im Wettkampf wie Celebration. Celebration ist sicherer und macht keine Faxen, aber ich hoffe, es läuft. Sie sind aus dem Junioren-Alter raus. Gibt es Unterschiede in den Wettkämpfen? Ja, es ist schon anders, bei den Junioren gibt es nur Pflicht und Kür. Die Pflicht ist vorgeschrieben, die Kür darf man selbst turnen. Bei den Senioren kommt dann das Technikprogramm dazu, dabei darf man die Übergänge zwischen den Figuren selbst gestalten. Das ist schon eine Umstellung. Hannah Steverding, herzlichen Glückwunsch zu Ihrem Erfolg. Was haben Sie gedacht, als Cyrano nicht zugelassen wurde? Das war schon ein Rückschlag für mich. Ich hatte mir im Einzel was vorgenommen, eigentlich sogar den Podest im Blick. Ich habe dann vor dem Wettbewerb erst versucht meine Kür durchzuziehen, das hat auch so geklappt wie geplant, aber im Zirkel bin ich dann doch lieber auf Sicherheit gegangen. Welche Unterschiede gibt es denn zwischen Cyrano und Celebration? Cyrano galoppiert ruhiger und er ist auch kleiner als Celebration. Mir gefällt es auf ihm besser, bei der EM trete ich auch wieder auf Cyrano an. Sie haben es angesprochen, die Junioren-EM steht demnächst an. Wie geht es weiter? Wir haben jetzt am Wochenende mit dem ganzen Kader und dem Trainerstab einen Vorbereitungslehrgang, werden auch selbst noch einen Wettkampfdurchgang proben. Außerdem machen wir gemeinsam noch ein Teambuilding und verbringen die ganze Woche vor der EM zusammen. Sie treten im Einzel und im Team an. Was ist Ihnen lieber? In der Gruppe ist es natürlich schön, weil man sich gegenseitig vertrauen muss und zusammen im Zirkel ist, aber auch die Einzel machen Spaß. Man hat ja noch die Longenführerin dabei. Ich kann aber nicht sagen, dass mir das eine besser gefällt als das andere. Und wie schätzen Sie die Chancen im Einzel und im Team ein? Das ist eine schwere Frage. Ich kann das nicht wirklich einschätzen, aber im Einzel möchte ich schon unter die ersten Fünf. In der Gruppe wäre ein Platz unter den ersten Drei schön, gerade die Österreicher sind da aber sehr stark. | Fragen: Daniel Meyer