Fußball RHEINPFALZ Plus Artikel Viktoria dreht intensives Verbandsligaspiel in Zeiskam

 Nico Nagel sucht den Abschluss, die Herxheimer Raphael Gehrlein und Tristan Trauth passen auf.
Nico Nagel sucht den Abschluss, die Herxheimer Raphael Gehrlein und Tristan Trauth passen auf.

Der TB Jahn Zeiskam und Spitzenreiter Viktoria Herxheim bieten ein Fußballfest. Jahn-Trainer Jannick Immel spricht nach 90 intensiven Minuten vom unglücklichsten Spielverlauf, den es geben kann. In der 90. Minute des Verbandsliga-Derbys erzielt ein früherer Zeiskamer Spieler den Herxheimer Siegtreffer.

Viele hatten sich im Vorfeld des Verbandsliga-Derbys TB Jahn Zeiskam gegen SV Viktoria Herxheim ein Fußballfest versprochen. Das war es vor 720 Zuschauern. Die Viktoria quittierte das erste Gegentor. Mit dem 2:1 (0:1)-Auswärtssieg verteidigte der Aufsteiger die Tabellenführung. Matchwinner Kevin Baltrusch war rundum glücklich: „Das ist natürlich ein geiles Gefühl, in so einem Spiel den Siegtreffer zu erzielen. Ich erinnere mich gerne an die Zeit hier, hatte damals eine richtig gute Saison“, so Baltrusch, der 2010 an der Sauheide spielte.

Zeiskams Trainer Jannick Immel brachte im Vergleich zur Niederlage in Offenbach Jannik Langer, Marc Barisic und Luca Lehr. Sein Gegenüber Jens Bodemer sah sich nach dem Sieg gegen Kandel zu keiner Änderung veranlasst. In der ersten Viertelstunde passierte das meiste im Mittelfeld. Die Zeiskamer Jonah Laboard und Marc Barisic prüften aus 16 Metern Herxheims Torwart Björn Herzig, dem die Flachschüsse kein Problem bereiteten. Auf der anderen Seite vergab Yasin Özcelik, der ehemalige Zeiskamer rutschte weg.

Elfmeter

Von Anfang an war es das erwartet intensive und temporeiche Spiel, Schiedsrichter Jannick Ziehmer ließ beiden Mannschaften die lange Leine. In der 24. Minute konnte er jedoch nicht anders, als auf Strafstoß für die Gastgeber zu entscheiden: Der Ball kam zu Marc Barisic, der stellte sein Standbein geschickt vor den heraneilenden Alexander Schultz, der einen Schritt zu spät kam und Barisic das Bein wegzog. Kapitän Simon Stubenrauch schickte Herzig in die andere Ecke, 1:0.

Die Platzherren blieben am Drücker. Zwei Minuten später die Riesenchance zum 2:0: Nach schöner Kombination von Stubenrauch und Luca Lehr zwang Stürmer Nico Nagel Herzig zu einer Glanzparade. Fünf Minuten vor der Pause die nächste Chance: Zeiskams Bester Simon Stubenrauch mit überlegtem Lupfer aus dem Halbfeld zum freistehenden Luca Lehr, dessen Flachschuss rauscht knapp am Pfosten vorbei.

Zeiskam dem 2:0 nahe

Beide Mannschaften kombinierten recht ansehnlich aus den eigenen Reihen. Viktoria-Trainer Jens Bodemer reichte das nicht: „Man hat klar gemerkt, dass sich Zeiskam viel vorgenommen hat. Sie waren im Spiel gegen den Ball extrem präsent, sodass wir unser Spiel nicht durchgebracht haben.“ Er brachte Fabian Clever und Mittelstürmer Sascha Banspach, „da wir auf den Positionen nicht im Spiel waren“. Yasin Özcelik ließ sich mehr auf die Außenposition fallen, jedoch kamen die Zeiskamer zu besseren Chancen: Laboard vergab, Martin Musulins Möglichkeit nach Eckball von Nico Kruppenbacher wurde auf der Linie geklärt.

Nach einer Stunde begann das Spiel zu kippen. Bis dahin war Jannick Immels Plan aufgegangen: „Herxheim ist die spielstärkste Mannschaft der Liga, weshalb wir das Zentrum zumachen wollten.“ Jens Bodemer brachte in Kevin Baltrusch einen weiteren ehemaligen Zeiskamer, das Spiel verlagerte sich in deren Hälfte. Sascha Banspach hätte das Spiel drehen können: Erst ging sein Kopfball knapp vorbei, danach hatte er freistehend zu lange Zeit und scheiterte an Torwart Nazmi Seyman.

Späte Herxheimer Tore

„Weiterarbeiten, Männer“, forderte Bodemer von seiner Mannschaft. Und die gehorchte: Erst klärte Kruppenbacher in höchster Not, dann klatschte Marcel Meinzers Freistoß an die Latte. In der 82. Minute war der Bann gebrochen: Nach einem Freistoß aus dem Halbfeld stand Banspach völlig frei, verwandelte per Kopf: 1:1. Herxheim schnürte die Gastgeber in deren Hälfte ein, Konteransätze verpufften mehrheitlich an der Mittellinie. In der 90. Minute war es ausgerechnet Kevin Baltrusch, der an alter Wirkungsstätte an der Strafraumkante freistand und unter großem Jubel zum 2:1 vollstreckte.

Simon Stubenrauch sah verschiedene Gründe für die Niederlage: „Wir müssen es hinten einfach besser verteidigen, vorne aber auch für Entlastung sorgen und die Bälle festmachen.“ Jannick Immel: „Extrem bitter, der unglücklichste Spielverlauf, den es gibt. Wir haben einen harten Fight geliefert, müssen das 2:0 machen. Wir arbeiten jetzt aber genauso weiter und wollen in Rüssingen eine Serie starten.“

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