fussball RHEINPFALZ Plus Artikel Verbandspokal: Offenbacher Gaab mit Tor des Monats

Der Offenbacher Agmir Bajraktari führt den Ball vor einer außergewöhnlichen „Bande“.
Der Offenbacher Agmir Bajraktari führt den Ball vor einer außergewöhnlichen »Bande«.

Kleiner Platz, schlechtes Flutlicht, Kampf – und ein 50 Meter langes Banner, das dem TuS Knittelsheim Mut machen soll. 450 Zuschauer verfolgen das Pokalspiel gegen den FSV Offenbach. Das endet krass.

Drei bis vier Tage Arbeit, rund 350 Euro Materialkosten, Nachtschicht bis Mittwochfrüh um 3 Uhr. „Der Pokal hat seine eigenen Gesetze“, steht auf dem Banner, dass sie in Knittelsheim für das Fußball-Verbandspokalspiel gegen den Landesligisten FSV Offenbach angefertigt haben. Verantwortlich dafür: Mario und Ben aus Ottersheim, die ihre Nachnamen lieber nicht preisgeben wollen: „Wir haben so etwas schön öfter gemacht. Und so ein Pokalspiel ist schon etwas Größeres für unseren Verein, da bot sich das an“, sagen sie. Die 350 Euro seien von Spendern übernommen worden. Das Banner sei am Ende mehr als doppelt so groß geworden wie geplant.

Aus dem Plan, es in der nächsten Runde wieder zu verwenden, wird nichts, weil Rico Gaab etwas dagegen hatte. In der 92. Minute fiel ihm der Ball vor den Fuß. Volley nahm der Offenbacher aus 20 Metern Maß, der Ball schlug unhaltbar unter der Latte des TuS-Gehäuses vor dem Banner ein. Ein Tor der Marke Tor des Monats.

Patrick Richter setzt Emotionen frei

Bis zu jenem Zeitpunkt war Offenbach spielerisch überlegen. Doch der FSV ließ die offensive Durchschlagskraft vermissen, kam kaum zu zwingenden Aktionen. Und wenn doch, dann passte der finale Pass nicht; wie bei Steffen Wiegerling, der sich links freigespielt hatte (33.). Oder die Abschlüsse waren zu schwach. Nach einer anfänglichen Unsicherheit wurde TuS-Keeper Alexander Raih immer souveräner.

Der TuS verzog sich phasenweise mit allen Spielern in seine Hälfte, verteidigte leidenschaftlich. Seine beste Phase hatte er um die 70. Minute. Sven Matic tanzte an der Mittelinie sechs Gegenspieler aus, bis der FSV genug hatten und dem Treiben regelwidrig ein Ende setzte.

Mit der Einwechselung von TuS-Liebling Patrick Richter kamen dann auch Emotionen ins Spiel. Der Routinier provozierte, wo er konnte, wirkte gar ein wenig übermotiviert. Aber jetzt war die Pokalatmosphäre richtig da.

Gelb viel zu milde für böses Foul

Als alles auf eine Verlängerung hindeutete, erzielte Gaab das Tor. Doch damit kehrte keine Ruhe ein. Bajraktari foulte völlig unnötig einen Knittelsheimer an der Mittellinie. Gelb war eine Fehlentscheidung. Es hätte schon Rot sein müssen, weil der Offenbacher von hinten kam, der Ball schon lange weg war. Die Verletzung des Gegners wurde billigend in Kauf genommen. Direkt nach dem Führungstreffer der eigenen Elf, unmittelbar vor dem Schlusspfiff.

Kein schönes Ende

Danach kochten die Emotionen hoch. Eine Viertelstunde nach dem Spiel gab es noch kleinere Tumulte auf dem Spielfeld. Schade, nach einem so tollen Pokalabend. Der offenbar damit begonnen hatte, dass der FSV mit dickem Hals, aber ohne Cheftrainer kam. Daniel Jahnke war privat verhindert. Der FSV drängte vergeblich auf eine Spielverlegung. So coachte Christian Stamer: „Uns fehlt seit einiger Zeit die Effizienz, es fehlt die Lockerheit vor der Hütte. Dass es hier nicht einfach wird, war uns bei dem Publikum bewusst. Wir können mit dem 1:0 gut leben“, sagte er. „Ich war ja selbst schon drei Jahre Trainer, Daniel vertraut mir voll und ganz, ich bin in alles von ihm eingebunden.“

Simon Hartenstein vom TuS: „Offenbach hat mehr vom Spiel gehabt, aber beide Mannschaften hatten keine Durchschlagskraft. Das Tor in der 92. Minute ist unglücklich. Aber wenn man bedenkt, dass ich drei A-Jugendliche und einen aus der zweiten Mannschaft dabei hatte, bin ich stolz auf meine Mannschaft. Einen Klassenunterschied habe ich nicht gesehen.“

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