Lokalsport Südpfalz Unter Freunden

Placeholder-Image

«KNITTELSHEIM.» Mit dem Derby TuS Knittelsheim gegen TSG Jockgrim beginnt am Freitag der vierte Spieltag in der Fußball-Bezirksliga. Dass der gastgebende Aufsteiger schon zwei Zähler mehr auf dem Konto hat als der Gegner, überrascht. Anspiel: 19.30 Uhr

Jockgrim

wurde von der Konkurrenz vor Rundenbeginn neben Büchelberg zu den Topfavoriten gezählt. Während Büchelberg der Prognose bislang gerecht wird, stockt bei den Jockgrimern, die sich vom Papier her gut verstärkt haben, der Motor. Wenn es nach Oussama Ferraouni geht, dann wird man in Jockgrim am Freitagabend über einen Fehlstart sprechen. Der Knittelsheimer Außenangreifer, der die rechte Seite beflügelt, sagt klipp und klar: „Ein Unentschieden ist uns zu wenig. Wir werden alles versuchen, um alle Punkte hier zu behalten, auch wenn wir wissen, dass Jockgrim eine starke Mannschaft hat.“ Torhüter Lasse Wittke fehlt noch gesperrt. Für den 25-jährigen Ferraouni, der als fünf Monate altes Baby aus Algerien nach Deutschland kam und in Winden seine Heimat gefunden hat, ist das kein Grund, schwarzzusehen: „Unser zweiter Torwart Jonas Kaika ist zwar jung, aber ein souveräner Typ, der Ruhe ausstrahlt“, lobt er und deutet damit eine eigene Stärke an: „Ich baue meine Mitspieler auf dem Platz auf, auch wenn ich mich jetzt nicht als Führungsspieler bezeichnen würde.“ Der Modellbauer, der in einer Gießerei arbeitet, die Teile für die Automobilherstellung fertigt, begann seine Fußballlaufbahn bei den Bambinis der Sportfreunde Winden. Nach einem dreijährigen Zwischenstopp beim ASV Landau kehrte er als B-Jugendlicher in die Windener Spielgemeinschaft zurück und stieg dort ins Männerteam auf, wo er auf seinen heutigen Trainer Kevin Konz traf. „Er hat mich dann zur vergangenen Runde nach Knittelsheim geholt“, sagt Ferraouni, den viele nur „Usi“ rufen. Aber noch etwas anderes gab den Ausschlag für den mit dem Bezirksliga-Aufstieg vorläufig gekrönten Wechsel: „Ich suchte eine Mannschaft, die ein tolles Teamgefüge hat. Ein Team, mit dem man nach dem Training oder Spiel noch etwas unternehmen kann.“ Seine Freunde kämen nun fast alle aus dem Mannschaftskreis, erzählt der „lustige, humorvolle und auch temperamentvolle Typ“, der „auf dem Platz inzwischen aber ruhiger geworden“ sei. Sein kurzfristiges Ziel: „Wir wollen am Freitag beweisen, dass wir es in der Bezirksliga drauf haben, auch Jockgrim zu schlagen.“ Eines jedenfalls haben die Knittelsheimer schon bewiesen: Sie können trotz personeller Rückschläge durch Ausfälle von Leistungsträgern wie Wittke, Lukas Bosch und Daniel Schenfeld auf jeden Fall in der Liga mithalten. Noch geschätzt 34 Punkte fehlen zum Klassenerhalt. Wahrscheinlich wird es auch mit zwei, drei Zählern weniger reichen.

x