Handball
TV Offenbach zum Zweiten: Sieg im Oberligaderby
So weit die Kräfte reichen, so lange Trainer Christian Job damit jonglieren kann, wen er in der offensiven Abwehr als „Feuerwehrmann“ bringt und wen er das Angriffsspiel ankurbeln lässt, steht der lokale Gipfel in der Handball-Oberliga Spitz auf Knopf. Florian Bauchhenß ist sein Experte in der Verteidigung, Arne Schäfer sein Spielmacher. Doch Bauchhenß fehlt verletzt, und beides kann Schäfer am Samstagabend im Team der SG Ottersheim/Bellheim/Kuhardt/Zeiskam nicht leisten. Der TV Offenbach gewinnt auch das Rückspiel. Aus dem 16:18 (Schäfer, 38.) macht er ein 26:19 (54.) und lässt sich für seinen 26:21 (12:13)-Sieg feiern. Christian Job gratuliert seinem jüngeren Bruder, TVO-Trainer Tobias Job, zum zwölften Saisonsieg.
Daum reicht es nach drei Toren
Kraft hat der Offenbacher Maximilian Daum, Kondition etwas weniger. Die zweite Hälfte beginnt, die Gäste haben die Abwehr leicht defensiver gestellt, da kommt Daum auf die Platte – und ballert drauf los. Nach seinem dritten Tor, das 17:18 (39.), fängt er in der Abwehr noch einen Ball ab (die Konterchance verläuft im Sand) und signalisiert seinem Trainer, dass es ihm erst mal reicht. Tobias Job setzt ihn danach nicht mehr ein: „Im Lauf zu wechseln, ergibt keinen Sinn“, sagt er später. Der Lauf führt zum 21:18 (45.) von Felix Kunz. Ein geniales Tor folgt. Niklas Klein steigt auf halb rechter Rückraumposition hoch und spielt wie automatisiert in den leeren Zwischenraum auf halb links, in den Sebastian Mohra stößt: das 22:19 (48.). Konterspieler Tino Gläßgen besorgt den Rest: das 23:19, 24:19 und, sein achtes Tor, 26:19. Die Gäste sind k. o.
Christian Job: „Nahezu kein Rückraumtor“
„Problem: Wir machen nahezu kein Rückraumtor. Der TVO hat heute mit Abstand die beste Abwehr gespielt“, wird Christian Job sagen. Joshua Albert hat ein Tor, das 8:8, erzielt, bleibt unter seinen Möglichkeiten. Der Trainer: „Wir konnten es in der ersten Hälfte lange mit unserer Abwehr gutmachen. Bis zur 40. Minute war es okay, dann häufen sich die leichten Fehler im Angriff, gehen Konzentration und Kraft verloren.“ Während sich der TVO in der entscheidenden Phase drei Ballverluste leistet, sind es bei der SG sieben, acht.
In fast allen Statistiken schneidet der TVO, der keinen Siebenmeter bekommt (SG: fünf, drei Tore), der eine weniger ermüdende 6-0-Abwehr spielt, besser ab. Er kommt mit drei Zeitstrafen aus (SG: vier), erzielt mehr leichte Tore über Konter und die zweite Welle. Ein Vergleich endet nahezu unentschieden: Jeder Torhüter pariert zehn, elf Würfe. „Er hat tatsächlich ein bisschen mehr gehalten, als er hätte müssen“, sagt Christian Job über Maximilian Geigers Leistung. Geiger spielt durch. „Felix hat seinen Job gut gemacht, die Torhüterleistung hat das Spiel nicht entschieden“, sagt Tobias Job. Für die letzten Minuten kam Julian Schwarzweller für Felix Müller. Florian Pfaffmann war nicht da. „Auch wenn es bitter ist: Wir betreiben Leistungssport, sind aber keine Profis“, sagt der Trainer zur Vorgeschichte. Pfaffmann habe vor ein paar Wochen mitgeteilt, er sei zum Derby nicht da, seine Frau habe den Urlaub gebucht.
Schöne Schau der Cheerleader
Zwei Aufreger im Spiel: Gläßgen wird auf der Seite gefoult, erzielt mit der Rückhand das 11:10. Philipp Latzko kommt mit einer Zwei-Minuten-Strafe glimpflich davon. Beim Spielstand 20:18 moniert Tobias Job einen Wechselfehler. André Hilsendegen muss auf die Bank, die SG ist ein paar Sekunden in 4-6-Unterzahl.
Viel Beifall erhielten die 25 Hellfire Cheerleader für ihre Schau vor dem Spiel, das knapp zehn Minuten später begann. „Langsam wird’s eng“, sagte ein Ordner 20 Minuten vor dem Anpfiff angesichts etwa 50 Leuten, die in einer Schlange vor der Halle auf den Einlass warteten, und der Menge, die schon in der Queichtalhalle war. Keine Maus passte mehr dazwischen.
TVO-Torschützen: Gläßgen (8), Lulas Klein, Niklas Klein (je 4), Kunz, Sebastian Mohra, Daum (je 3), Fuchs - SG: Graap (8/2), Michel (5), Hilsendegen (3), Schäfer (2), Horn, Albert, Sefrin (1/1). - Spielfilm: 5:5 (11.), 10:8 (22.), 12:13 (HZ), 14:16 (35.) 18:18 (41.), 21:18, 25:19, 26:21 (Ende).