fussball RHEINPFALZ Plus Artikel TuS Knittelsheim im Pokal gegen Viktoria Herxheim

Jetzt Cotrainer beim TuS in der Bezirksliga: Ralf Schmidt.
Jetzt Cotrainer beim TuS in der Bezirksliga: Ralf Schmidt.

Ralf Schmidt ist mit dem TuS Knittelsheim verbandelt. Sein Vater spielte schon für den Verein. Kevin Baltrusch hat sich ausprobiert und ist wieder bei der Viktoria Herxheim, dem Klub seiner Jugend. Ihre Mannschaften treffen in der zweiten Verbandspokalrunde aufeinander. Beruflich trennt die beiden nicht viel.

Mit dem Rad sind es vom Herxheimer Krönungsbusch zum Knittelsheimer Sportplatz nur neun Kilometer. Auch im Fußball haben sich die beiden Vereine angenähert. Die Rollen im Zweitrundenspiel um den Fußball-Verbandspokal am Freitagabend (19.30 Uhr) sind indes klar verteilt. Herxheim will die Generalprobe vor dem Ligastart nicht verpatzen, Knittelsheim dem eine Klasse höher spielenden Landesligisten einen harten Kampf liefern. Das ginge wohl am besten auf dem kleinen, schlecht mit Flutlicht ausgeleuchteten Trainingsplatz. Wahrscheinlicher ist: Es wird auf Kunstgrün gekickt.

Beim Bezirksligisten hat Trainer Simon Hartenstein einen neuen Cotrainer bekommen: Ralf Schmidt. Der kennt sich beim TuS gut aus. Sein Vater kickte in Schwarz-Gelb, die Mutter spielte auch Fußball. Mit seinem älteren Bruder Ulrich spielte Ralf Schmidt in der Reservemannschaft, später dann mit seinem jüngeren Bruder Florian um den Aufstieg in die Bezirksliga. Die Aufstiegsspiele in Lustadt und Freimersheim haben sich in seinem Kopf eingebrannt. Auch das Entscheidungsspiel: Die Reserveelf schaffte den Aufstieg in die B-Klasse. Das war für ihn hochemotional.

Aufgaben flexibel geteilt

Schmidt war und ist Stürmer. Er will wieder auf den Platz, wenn seine Leiste das zulässt, aber nicht in der Bezirksliga. Schnupperte er bislang bei Bruno Kaufmann als spielender Co in der B-Klasse ins Trainerdasein hinein, so rückt der C-Lizenz-Trainer nun an die Seite von Hartenstein. Der lobt die Zusammenarbeit, findet den regen Austausch befruchtend. Die Aufgaben seien flexibel aufgeteilt.

Schmidt sieht sich auch als Auszubildender, der von Hartenstein viel aufsaugt. In Knittelsheim hatte er mit dem Fußball begonnen. Er wechselte in der Jugend nur deshalb nach Essingen und Offenbach, weil es beim TuS damals keine Mannschaft gab, und kam sofort zurück, als er beim TuS als 17-Jähriger mit den Aktiven spielen konnte. Heute fast undenkbar: Der TuS hatte nur drei A-Jugendliche.

Frotzeleien im Vorfeld

„Was inzwischen hier im Verein entstanden ist, das macht mich auch stolz“, sagt der inzwischen 28-Jährige mit Blick auf die Nachwuchsabteilung mit dem A-Jugend-Verbandsliga-Team, dem erweiterten Sportgelände mit dem neuen Kunstrasenfeld, dem sanierten Kabinentrakt: „Wenn man hier ab 16 Uhr aufs Gelände kommt, ist immer was los, momentan gibt es sehr viel Zulauf bei den Jüngsten.“

Schmidt ist im Marketing eines großen Baumarktes tätig und lebt mit seiner Frau noch übergangsweise in Bornheim. Parallel wird das künftige Eigenheim in Knittelsheim saniert, 500 Meter vom Sportplatz entfernt. Bei Wanderungen im Pfälzerwald, Schwarzwald oder in den Alpen kann er entspannen und genießt die schöne Fernsicht. Wandernd, nicht kletternd, wie er anmerkt.

Nun hat er „Lust auf ein geiles Spiel gegen Herxheim, vor Zuschauern, daheim. Ich hoffe, es gibt da was für uns zu holen“.

Hartenstein erzählt von gegenseitigen Frotzeleien im Vorfeld des Spiels. Etwas getrübt wird die Vorfreude wegen der Ausfälle von Sebastian Seither und Neuzugang Tim Heene (Nasenbeinbruch). Für den am Kreuzband verletzten Daniel Schenfeld kommt ein Einsatz noch zu früh.

Führungsrolle für Neuzugang

Bei der Viktoria Herxheim fiel in den Testspielen Neuzugang Kevin Baltrusch auf. Der 30-jährige Offensivspieler kann eine Führungsrolle übernehmen. Coach Jens Bodemer machte seine Wertschätzung für den Neuzugang deutlich. Baltrusch, der an die Wirkungsstätte seiner Jugendzeit zurückgekehrt ist, imponiere durch eine tolle Technik und sei ein toller Mensch, der bereit sei, Verantwortung zu übernehmen.

Die Zwillinge Kevin und Philipp Baltrusch kamen in Schwäbisch Hall zur Welt. Sie waren drei Jahre alt, als es nach Rhodt ging. Kevin Baltrusch begann beim VfL Hainfeld zu kicken, im Alter von acht Jahren wechselte er in die Jugend der Viktoria. Im C-Jugend-Jahrgang schloss er sich dem FSV Offenbach an. Als er für ein Jahr auf eine High School in den USA ging, jagte er auch dort dem runden Leder nach. Wieder in Deutschland, schaffte er 2009 den Sprung in die Oberligaelf des SC Hauenstein.

In Österreich studiert

In der Saison 2010/11 trug Kevin Baltrusch den Dress des TB Jahn Zeiskam, wechselte schließlich zum Studium nach Österreich. Er studierte Kommunikation und Medienwissenschaften. Fußball wurde auch gespielt: In der Oberliga und Wiener Liga. Nach seiner Rückkehr 2019 war seine erste Station der SV Rülzheim. Noch im selben Jahr wechselte er zur TSG Jockgrim.

In Herxheim nimmt er eine neue Herausforderung an: „Ich habe eine tolle Truppe gefunden, die das Potenzial hat, den Weg in die nächst höhere Klasse zurückzulegen“, so Kevin Baltrusch, der als Marketing-Beauftragter bei MS Sport Reha (Mike Steverding) in Landau tätig ist. Er freut sich schon auf den Meisterschaftsauftakt in acht Tagen gegen den FSV Schifferstadt.

Außerdem spielen

VTG Queichhambach – SV Büchelberg (Sa, 18 Uhr), VfB Hochstadt – FSV Offenbach, TuS Frankweiler/Gleisweiler/Siebeldingen – TSV Fortuna Billigheim-Ingenheim (beide So, 15 Uhr), SV Minfeld – TSG Jockgrim, FC Lustadt – VfB Haßloch (beide So, 17 Uhr)

Da geht’s lang: Auf dem Knittelsheimer Sportgelände mit dem neuen Kunstrasenfeld und dem sanierten Kabinentrakt herrscht täglich
Da geht’s lang: Auf dem Knittelsheimer Sportgelände mit dem neuen Kunstrasenfeld und dem sanierten Kabinentrakt herrscht täglich ab 16 Uhr Betrieb.
 Geht neue Herausforderung in Herxheim an: Kevin Baltrusch.
Geht neue Herausforderung in Herxheim an: Kevin Baltrusch.
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