Lokalsport Südpfalz
Turnen: Healys, Diamidovs und Höhenangst – TG Pfalz mit Dario Weis und Felix Hanß
Mit der Filmmusik zu Herr der Ringe beziehungsweise mit einem Projekt am KIT in Karlsruhe, das der Geheimhaltung unterliegt, und mit leichter Höhenangst am Reck beschäftigen sich Felix Hanß aus Knittelsheim und Dario Weis aus Gleishorbach privat oder beruflich. Als Turner haben sie den nächsten Wettkampf in der 3. Bundesliga Süd vor sich.
15 Turner sind die TG Pfalz, maximal zehn können jeweils antreten, vier pro Gerät. Nach drei Wettkämpfen liegt die Mannschaft hinter USC München und TSV Unterföhring auf dem achten, dem letzten Platz. Das muss nicht so bleiben. „Am Anfang hatten wir die schweren Gegner“, sagt Dario Weis (23), Schützling von Hermann Jäger beim TV Bad Bergzabern. Gegner am Samstag in Ramstein-Miesenbach ist MTV Ludwigsburg (16 Uhr, Reichswald-Sporthalle).
Weis wird Seitpferd, Ringe, Barren und Reck turnen. 14, 15 Punkte erreichen Weltklasseturner, das war bei der WM in Stuttgart zu erleben. Am Barren kann Weis loslegen: fast 12 Punkte. Elferwertungen sind am Seitpferd und an den Ringen drin. Am Reck: „10,5, 10,6“, sagt der angehende Technische Produktdesigner. „Reck war noch nie so meins, weil ich ein bisschen Höhenangst habe.“
Geheim: In der Forschungsabteilung
„Der Name ist ein bisschen irreführend“, meint Weis zur Ausbildung am KIT. „Eigentlich konstruiere ich Maschinen und Anlagen am PC.“ Nach der Anfertigung von Handskizzen geht’s ans Modellieren am Computer. Sein jüngstes Projekt? Er sei im Moment in der Forschungsabteilung. Mehr dürfe er nicht sagen. Etwas mit Recyceln.
In die Irre führen kann auch das in der Bundesliga angewendete Score-System: Die Differenz zwischen den Wertungen der jeweiligen Gegner wird in Score-Punkte umgerechnet. Bei genau einem Punkt im Schnitt steht Weis am Barren. Geturnt wird die olympische Reihenfolge Boden, Seitpferd, Ringe, Sprung, Barren Reck. Turner A beginnt am Boden, danach stellt der Gegner einen Turner am Boden. Sämtliche Score-Punkte werden addiert, die Mannschaft mit den meisten Punkten ist am Ende des Tages Sieger des Wettkampfs.
Am Barren noch nicht perfekt
Weis war früher im Kinderturnen. Bis der Übungsleiter seine Mutter ansprach: Er solle doch mal zu den Leistungsturnern gehen. Seitdem ist er bei Armin Stöß und Hermann Jäger. Lieblingsgerät: Barren. Hanß ist beim TuS St. Martin, sein Trainer ist Stefan Hertel, der auch einer der Auswahltrainer ist. Der 19-Jährige, der das Abitur am Pamina-Gymnasium in Herxheim angeht, vielleicht mal Sport und Englisch auf Lehramt studiert, hatte schon immer Spaß am Turnen. Er schloss sich einem gleichaltrigen Bekannten an, schnupperte in Lustadt und blieb beim Sport. Später wechselte er den Verein. Klavierunterricht nimmt er keinen mehr. Seine Oma hatte eine alte Orgel, so fing es an. Er spielt Filmmusiken, Hits, auch mal Klassik.
Hanß turnt am Samstag Boden (Level 11 bis 11,5 Punkte, seine Einschätzung), Pferd (um 11), Sprung (11 bis 11,5) und Reck (10,9, 11). Lieblingsgerät? „Ich mag eigentlich alle Geräte“, sagt der 19-Jährige. Am Barren sei seine Leistung noch nicht so perfekt. Er arbeitet am Healy und am Diamidov und am Doppelsalto-Abgang. Die Übung steht vielleicht im nächsten Jahr.
Es kann sowieso nur besser werden: Die Turner finden einen Stützpunkt in der neuen Halle des Turnvereins Landau. Bald schon sollen die Geräte geliefert werden. thc