Leichtathletik
Training mit Frank Busemann: Was Kinder vom Olympioniken lernen
Einmal mit einem Spitzensportler trainieren – ein Wunsch, der vermutlich in den Köpfen vieler Nachwuchssportler herumschwirrt. Für zehn junge Leichtathleten im Alter zwischen sieben und elf Jahren ging dieser Traum am Freitag im Weinstraßenstadtion in Edenkoben in Erfüllung. Sie alle durften den Nachmittag mit Zehnkampf-Legende Frank Busemann verbringen.
Dass es den Dortmunder in die Pfalz verschlagen hat, hat einen Grund: Als Sportbotschafter für den nationalen Förderer „Kinder Joy of Moving“ begleitet er seit 2009 die Sportabzeichen-Tour des Deutschen Olympischen Sportbundes. Seinen dritten Halt machte die Tour in ihrem 20. Jubiläumsjahr in Edenkoben. Der Vormittag stand im Zeichen des Sportabzeichens. Für den Nachmittag hat die RHEINPFALZ gemeinsam mit „Kinder Joy of Moving“ ein exklusives Training mit dem Silbermedaillengewinner von den Olympischen Spielen in Atlanta verlost.
Aufregung bei den Kindern
„Wer von euch macht Leichtathletik?“, fragt Busemann zu Beginn der Trainingseinheit. Zehn Kinderhände schnellen in die Luft und sinken erst wieder, als er fragt, wer von ihnen denn Fußball spiele. Es wird schnell klar: Der ehemalige Zehnkämpfer hat es hier mit Profis zu tun.
Mit fünf Teilnehmern vertreten ist der TV Rheinzabern. Ihre Trainerin Sarah Ortner verfolgt das Geschehen mit etwas Abstand vom Rand aus. Zu ihr gesellen sich einige Eltern, die es sich nicht nehmen lassen, den Olympiamedaillengewinner aus der Nähe zu beobachten. Den Aufruf in der RHEINPFALZ habe sie gleich an die Vereinsmitglieder weitergeleitet, sagt Ortner. „Da jeder von uns begeisterter Leichtathlet ist, kennen wir Busemann natürlich. Und auch den Kindern ist er von der EM in Rom mittlerweile bekannt.“ Dementsprechend groß sei die Aufregung bei ihren Schützlingen gewesen, dem Leichtathletikexperten aus dem Fernsehen live zu begegnen.
Training auf Augenhöhe
Davon ist spätestens nach den ersten Aufwärmübungen und zwei gemeinsamen Laufrunden um den Platz nichts mehr zu spüren. Busemann, der selbst Vater von drei Kindern ist, versteht es, dem Nachwuchs auf Augenhöhe zu begegnen. Er stellt viele Fragen, hört aufmerksam zu – und plaudert aus dem Nähkästchen. Wenn der 49-Jährige von seinen Zeiten als aktiver Profisportler erzählt, hängen die Kinder an seinen Lippen. „Deswegen bin ich hier, weil Sport im Kindesalter so wichtig ist und mir Sport unfassbar viel gegeben hat. Ich habe mit sieben Jahren meinen ersten Wettkampf gemacht, und deshalb ist es unfassbar wichtig, Grundlagen zu legen und die Flamme am Lodern zu halten“, erklärt Busemann sein Engagement.
Entzündet werden muss die Flamme bei einigen der Teilnehmer nicht mehr. „Mein größter Traum ist es, Olympiasiegerin zu werden“, sagt Fine vom TV Rheinzabern. Tipps zur Technik, aber auch zur richtigen mentalen Einstellung gibt es vom Olympioniken nach dem Aufwärmen im Sprint und Weitsprung.
Weitsprung mal anders
Dabei darf der Spaß nicht zu kurz kommen. Im Weitsprung erleben die Kinder einen Perspektivwechsel. Statt nur die gelernte Technik umzusetzen, werden sie selbst zu menschlichen Hindernissen, die es zu überspringen gilt. Auch Busemann legt sich vor die Weitsprunggrube und schaut den Kindern von unten dabei zu, wie sie ihre Höchstleistungen abrufen. Währenddessen gibt es immer wieder Lob und Tipps zur Ausführung vom Profi. Das kommt an. „Mir hat alles sehr gut gefallen. Ich würde mich freuen, wenn ich das noch mal machen könnte“, sagt Matti vom TV Annweiler, der mit einigen Vereinskollegen dabei war.
Auch der ehemalige Leistungssportler ist zufrieden: „Das Schöne an den Kindern, die heute dabei waren, war, dass die das alle super gemacht haben. Die sind echt gut. Da kann sich Deutschland auf was freuen“, lobt Busemann die Gruppe. Am Ende des einstündigen Trainings hat er nicht nur bei den Kindern einen bleibenden Eindruck hinterlassen, auch die Eltern stehen für ein Foto und ein Autogramm des Sportlers Schlange. Zum Abschluss gibt er noch eine Lektion in Sachen Sportsgeist: „Freut euch, wenn ihr gewinnt. Verlieren gehört auch dazu, das ist nicht schlimm. Wenn ihr jemanden seht, der verliert und traurig ist, dann tröstete ihr den. Und wenn ihr gewinnt, dann freut ihr euch. Ich sehe euch bei Olympia.“