Fussball
SV Büchelberg steigt in die Verbandsliga auf
Nach zwei gescheiterten Anläufen spielt der SV Büchelberg nach dem 3:1 (0:0)-Sieg bei SG Meisenheim/Desloch/Lauschied erstmals Verbandsliga. Zum Helden nach dem 0:1 avancierte Joker Hasan Coskun, dem fünf Minuten nach seiner Einwechslung in weniger als einer Viertelstunde ein Hattrick gelang.
Vor 1100 Fans in Lauschied agierten beide vor der Pause eher zurückhaltend, im Fokus stand die Vermeidung von spielentscheidenden Fehlern. Beide Teams hatten eine Großchance. Doch Büchelbergs Keeper Malcom Little parierte gegen Marc Gieselbrecht ebenso wie Johannes Körner gegen Lucas Palau.
Vier Minuten nach Wiederanpfiff konnte die Büchelberger Abwehr zwei Schussversuche blocken, doch beim dritten Mal war Gieselbrecht erfolgreich. Dies war der Wachmacher für die Südpfälzer. Nach dem Rückstand wurden sie giftiger, kamen besser in die Zweikämpfe und übernahmen immer mehr die Kontrolle.
Coskun zaubert
In der 62. Minute verließ Felix Cölln das Spielfeld für Hasan Coskun, der im gesamtem Saisonverlauf nur wenig Spielzeit hatte. Fünf Minuten später zirkelte er einen Freistoß nach Foul am Japaner Kazuaki Nishinaka über die Mauer ins rechte untere Eck. In der 74. Minute verwertete er aus kurzer Distanz am langen Pfosten eine Hereingabe von Lars Ößwein von der Grundlinie, in der 81. Minute machte er mit einem sehenswerten Chipball über SG-Keeper Körner endgültig alles klar.
Die Gastgeber leisteten nur noch wenig Gegenwehr, sie konnten nicht an die ordentliche Leistung vom Hinspiel anknüpfen. Das lag auch an der starken Leistung von Büchelbergs Innenverteidiger Romeo Riedling, der mit unbändigem Willen für viel Stabilität in der Büchelberger Hintermannschaft sorgte.
Nach dem Schlusspfiff folgten Freudentänze der Spieler und lautstarker, grenzenloser Jubel der über 200 mitgereisten Fans. Was meinte der 32-jährige Matchwinner aus dem benachbarten Hagenbach? „Volker Brecht kennt mich seit vielen Jahren und hatte immer an meine Torjägerqualitäten geglaubt. Ich bin froh, dass ich dieses Vertrauen zurückzahlen konnte. Für mich ist es ein idealer Abschied.“
Nach Maximiliansau
Coskun hatte frühzeitig seinen Wechsel zum FVP Maximiliansau. Er betont: „SV Büchelberg ist meine Heimat. Ich kann mir gut vorstellen, irgendwann zurückzukehren. Doch jetzt werde ich meine Zusage einhalten und ab Juli für den FVPM spielen.“ Nach der 2:4-Niederlage gegen Grünstadt im Entscheidungsspiel um die Meisterschaft hatte sich der Verein von Spielertrainer Kevin Apfel und seinem Assistenten Marcel Adel getrennt.
In die Bresche sprangen die Architekten der Büchelberger Erfolgsgeschichte mit jetzt fünf Aufstiegen: Der langjährige Vereinspräsident Volker Brecht übernahm als Interimscoach, nach seiner umstrittenen Roten Karte im Hinspiel saß am Samstag Sportvorstand Jürgen Friedmann auf der Bank. Als um 20.30 Uhr der Fanbus gemeinsam mit den Kleinbussen der Spieler im heimischen Sportpark „Ried“ eintraf, war neben der großen Freude auch viel Erleichterung zu spüren.
Die meisten Steine fielen Kapitän Gianluca Calabrese (37) vom Herzen, der zu B-Klasse-Zeiten kam und dem Verein seit 15 Jahren die Treue hält. „Allzu viele Jahre hatte ich nicht mehr Zeit, um diesen Erfolg zu feiern. Auch Kevin Apfel hat viel zu diesem Aufstieg beigetragen, das dürfen wir nicht vergessen“, so „Charly“.
Brecht ließ nochmals die vergangenen turbulenten Tage Revue passieren: „Die Trennung von Kevin war wahrlich keine einfache Entscheidung. Doch der Druck war schon groß. Wir wollten das insgesamt vierte Scheitern in der Relegation unter allen Umständen vermeiden. Der Sieg heute war hochverdient.“
Friedmann: „Wir waren dieses Mal einfach dran. Für den größten Erfolg in der 76-jährigen Vereinsgeschichte haben wir viel leiden und manche Träne vergießen müssen.“ Zu den ersten Gratulanten gehörte Wörths fußballbegeisterter Stadtbürgermeister Steffen Weiß, der fast jedes Wochenende auf den Sportplätzen im Stadtgebiet anzutreffen ist. Die Büchelberger Fußballfamilie wartet seit vielen Jahren sehnsüchtig auf den dringend benötigten Kunstrasenplatz. Weiß verspricht: „Wir arbeiten mit Nachdruck daran. Die entsprechenden Mittel sind im Haushalt eingestellt.“