Voltigieren
Steverding kämpft gegen die Enttäuschung
Hannah Steverding hat im Winter viel Zeit investiert und an ihren Schwächen gearbeitet. Die lagen bei den Pflichtübungen. Zusammen mit ihrer Trainerin und Longenführerin Sophie Kuhn ist sie zwischen Köln, wo sie mit Elisabeth Simon und Johannes Kay trainierte, und Herxheim gependelt. Die 23-jährige Sportsoldatin hat geschuftet für ihr großes Ziel: die Teilnahme an der Weltmeisterschaft im dänischen Herning im August.
Das Ziel hat Steverding ausgerechnet in Aachen verpasst, in der Albert-Vahle-Halle auf dem CHIO-Gelände in der Soers, dem Sehnsuchtsort vieler Voltigierer. Wer einmal bei einem Nationenpreis die Stimmung auf den Rängen erlebt hat, der will das immer wieder haben. Auf diese Stimmung haben Steverding und Kuhn am Sonntag verzichtet. Da waren sie mit Royal Flash Richtung Südpfalz unterwegs.
Der Flickflack
„Ein großer Traum geht nicht in Erfüllung, was natürlich schmerzhaft ist“, räumte Steverding ein. „Mit dem Turniertag am Freitag waren wir eigentlich sehr zufrieden. Die Pflicht lief bis auf den Aufsprung sehr sauber durch. Dass die eine oder andere Deutsche ihre Stärke in der Pflicht hat, war mir auch bewusst. Aber ich wusste auch, dass meine Stärke mit dem Technikprogramm noch kommt“, erzählte sie. Nach der Technik lag sie in der Weltklassekonkurrenz auf Rang fünf. „Das Technikprogramm hat einfach nur Spaß gemacht und das Ergebnis hat uns dann sehr gefreut.“
Als sie am Samstag zur Kür in den Zirkel einlief, strahlte sie ob der guten Ausgangsposition Zuversicht und Selbstsicherheit aus. Bis zum Flickflack auf dem Pferd. „Warum es zum Sturz kam, kann ich gar nicht sagen. Der Flickflack ist eigentlich eine gefestigte Übung im Programm, aber auch eine Risikoübung“, bemerkte sie. Sie fiel im Gesamtklassement auf Rang acht zurück, hoffte aber noch. „Dass es knapp wird, war uns schon bewusst, aber die Hoffnung war trotzdem noch da“, erzählte sie.
Congia greift nach den Sternen
Die Ernüchterung folgte im Nominierungsgespräch. „Nach der Championatsqualifikation ist vor der Championatsqualifikation“, sagte Steverding und kündigte an, weiter anzugreifen. Zunächst bei der Landesmeisterschaft am übernächsten Wochenende.
Chiara Congia, die 24-jährige Psychologiestudentin aus Offenbach, greift in Herning dagegen nach den Sternen. Ich Aachen siegte sie mit dem Team Norka in der Mannschaftskonkurrenz und im Nationenpreis, mit Justin van Gerven gewann sie das Doppel. „Wir haben relativ früh in der Saison schon Wettkämpfe gemacht, die gut liefen. Jetzt gilt es mit Blick auf die WM, dass wir zum richtigen Zeitpunkt unsere Bestleistung abrufen können“, sagte Congia.