Lokalsport Südpfalz RHEINPFALZ Plus Artikel Sportsmänner: Der vielseitige Sandro Sitter – FC Wörth bekommt Handball-Bundesliga-Keeper

Sandro Sitter zu seiner Zeit beim TV Hochdorf.
Sandro Sitter zu seiner Zeit beim TV Hochdorf.

Gibt’s das, ein Handball-Bundesliga-Torhüter stellt sich bei einem Fußball-A-Klassisten ins Tor? Sandro Sitter setzt seine Spielerkarriere beim FC Bavaria Wörth fort und leitet beim Karlsruher SC seit Kurzem die Scouting-Akademie.

„Ich habe von den Minis bis zur D-Jugend sowohl Fußball beim FC Bavaria Wörth wie auch Handball beim TV Wörth gespielt“, erzählt der 25-jährige Sandro Sitter. „Dann waren es die Kumpels, mit denen ich beim Handball blieb, denn die spielten in höheren Klassen als die Fußballer.“ Beim Handball sollte er auch eine erfolgreiche Karriere hinlegen. Das ist vorbei. „Wir freuen uns natürlich, dass wir so einen guten routinierten Torwart für uns gewinnen konnten“, sagt der Spielleiter des FC Bavaria Wörth Mario Sesterheim. Sitter hält nun die Bälle im Fußball-Kasten.

Bis zur B-Jugend blieb er beim TV Wörth, ehe er zur TSG Friesenheim, den „Eulen“, wechselte. Hier war bereits sein Freund Philipp Ulrich im Jahr zuvor gelandet. Mit ihm zusammen spielte er ein Jahr in der B-Jugend in der Regionalliga. Dann wurde die A-Jugend-Bundesliga eingeführt und die beiden Wörther Spieler waren dabei.

TSG Friesenheim und TV Hochdorf

Nach zwei Jahren kam er in die zweite Mannschaft der TSG Friesenheim, die in der Oberliga spielte. Er war auch als dritter Torwart in der ersten Mannschaft vorgesehen und hat hier ab und an ausgeholfen. Im zweiten Jahr stieg die TSG Friesenheim in die Bundesliga auf und Sitter hatte wieder bei einigen Spielen seinen Einsatz. Außerdem besaß er das Zweitspielrecht für den TV Hochdorf, wo er in der ersten Mannschaft in der Dritten Liga im Tor stand.

Nach zwei Jahren in Hochdorf wechselte Sandro Sitter zum Drittligisten TV Großsachsen, wohin es ein Jahr zuvor schon Philipp Ulrich gezogen hatte. Sitter blieb dort bis 2019. Inzwischen hatte er sein Sportmanagement-Studium beendet. Er hatte nach der Grundschule in Wörth die Realschule in Kandel besucht, hatte eine Ausbildung als Versicherungskaufmann gemacht und in einem Jahr an der BBS Landau das Fachabitur nachgeholt.

Praktika im Profifußball

Während des Studiums ab 2016 in Karlsruhe absolvierte er drei Praktika – jeweils ein halbes Jahr – beim SV Sandhausen, beim 1. FC Nürnberg und bei der TSG Hoffenheim. „Der Fußball hat mich nie los gelassen. Es war immer mein Traum, bei solch großen Vereinen tätig zu sein und auch andere Leute kennen zu lernen“, erzählt Sitter. Er war im jeweiligen Nachwuchs-Leistungszentrum eingesetzt, arbeitete hier als Trainer und im organisatorischen sportlichen Bereich.

Nach dem Studium kam das Angebot der TSG Hoffenheim, dort ein Jahr als U15-Trainer zu arbeiten und bei der U14 bis U16 in Planung, Organisation und Koordination mit dabei zu sein. „Damit“, so Sitter, „war es für mich bei diesem Job nicht mehr möglich, gleichzeitig auch Bundesliga-Handball zu spielen. Ich war schließlich auch mehrmals abends unterwegs.“

Zwei Cousins beim FC Wörth

Er hätte beim TV Wörth in der Handball-Pfalzliga spielen können, wollte das aber nicht: „Ich habe jahrelang hoch gespielt und hatte dabei viel Spaß. Ich konnte eigentlich nicht viel mehr erreichen. Da war dann auch der Anreiz weg, noch unterklassig zu spielen.“

Das galt aber nicht für den Fußball. „Da hatte ich meine Leidenschaft bei den Praktika und dem einen Jahr bei der TSG Hoffenheim wieder erkannt. Zudem spielen meine beiden Cousins Luca und Enrico Vöhringer beim FC Bavaria und mein Onkel ist der Spielleiter der ersten Mannschaft. Als vor drei Jahren bei ihnen Not am Mann war, was den Torwart anging, bin ich eingesprungen und habe ihnen geholfen. Das hat mir super Spaß gemacht. Deswegen war mir klar, dass ich jetzt beim FCB spielen werde.“

Bei KSC beworben

Nach dem Hoffenheimer Jahr verhandelte Sitter mit den drei Vereinen, bei denen er tätig war, wie es mit seiner Zukunft aussähe. Da erfuhr er über einen Bekannten, dass beim Karlsruher SC eine Stelle frei werde zur Leitung der Scoutingabteilung. Er bewarb sich und bekam diese zum 1. Juli.

Dort hat er jetzt die Verantwortung für alle Jugendmannschaften im Nachwuchs-Leistungszentrum, führt Gespräche mit jugendlichen Spielern, ist das Bindeglied zwischen Sportlicher Leitung und Scouting und ist selbst als Scout im südwestdeutschen Raum unterwegs. Sitter: „Das ist eine lukrative Aufgabe. Ich bin federführend, kann eigene Ideen einbringen, mögliche Talente zum Profibereich bringen.“

Bleibt da neben dem Job und dem Fußball beim FC Bavaria noch Zeit für andere Freizeitbeschäftigungen? „Eigentlich nur noch für die Freundin“, sagt er und lächelt. Mit ihr, Handballerin aus Bornheim, ist er seit fünf Jahren zusammen.

Entspannung auf dem Sportboot

Zum Entspannen geht es – wenn es die Zeit erlaubt – zum Yachthafen von Maximiliansau, wo er mit der Familie ein Sportboot an der Steganlage des recht jungen Vereins „Bootsfreunde Wörth“ liegen hat. Natürlich besitzt er den Bootsführerschein. „Ansonsten betätige ich mich mit meiner Freundin schon früh vor unserer Arbeit gemeinsam sportlich und wir halten viel von einer relativ gesunden Ernährung“, sagt Sitter.

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