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Spannende Zeiten mit dem ersten angestellten Landestrainer
Ludwig ist einer von zehn hauptamtlichen Landestrainern, die der Landessportbund für den laufenden Olympia-Zyklus eingestellt hat. Sein Gebiet: Handball. Im Dezember ging alles sehr schnell. Gefordert: eine hohe Trainerlizenz. Ludwig erlangte mit 20 Jahren die B-Lizenz und mit 29 die A-Lizenz. Ein sportwissenschaftlicher Abschluss: Der Regionalligaspieler des TV Nieder-Olm hatte nach einem Kreuzbandriss seine Spielerkarriere gestoppt, um die Sportprüfung für die Uni nicht zu gefährden. Sport und Bio waren erste Wahl, auch der besseren Perspektiven wegen studierte er Sport und katholische Theologie auf Lehramt und schloss mit dem Master ab. Erfahrung: Ludwig war auf Honorbasis schon Landestrainer der Jungen. Er bekam die Festanstellung. Ein Vertrag über vier Jahre. „Ich weiß nicht, welche Türen noch aufgehen. Das überdenke ich in zwei Jahren“, sagt er zu seiner Zukunftsplanung.
„Wir hängen in den Seilen“
Er hat den Job in einer spannenden Zeit: „Wir hängen in den Seilen, haben einen Auswahljahrgang verloren.“ Allmeier, vom TV Wörth Annabelle Picot, Lara Zapf und von Schifferstadt Laura Pavicic, „unser Toptalent“, sind Jahrgang 2006. Nun wird die 2007er-Auswahl aufgebaut. Noch unsicher ist, ob heuer der Deutschland-Cup für die Länderauswahlen gespielt wird. Unsicher ist, wann die rheinland-pfälzischen Verbände zusammengehen. „Es wird noch ein, zwei Jahre dauern“, meint Ludwig. Für ihn der richtige Weg: „Wir sind drei kleine Verbände. Um uns herum passiert das auch“, dass sich Verbände zusammenschließen.
Seit Januar dürfen Landeskaderathleten trainieren. Ludwig spricht sich mir den Verbandstrainern, in der Pfalz Mirko Schwarz, ab: über die Kader, die Trainingsinhalte. Im Bereich der Pfalz kommen Trainer und Spieler in Haßloch in der Pfalzhalle oder in Dansenberg zusammen. Der TuS Dansenberg ist Anfang 2020 als offizieller Stützpunkt anerkannt worden. Vorteil in Kaiserslautern: die Schul- und Internatsanbindung in der Kooperation mit dem Heinrich-Heine-Gymnasium. Vergeblich hatten sich Funktionäre um ein Internat mit Nähe zur TSG Friesenheim bemüht.
„Unfassbar viel Spaß“
2013 gründeten die Verbände Pfalz, Rheinhessen und Rheinland die Gemeinschaft RLP-Handball, um die Ausbildung von Talenten noch besser zu machen. Von Anfang an war Friedhelm Jakob, von 2009 bis 2019 Präsident des pfälzischen Verbandes, Präsident der Arbeitsgemeinschaft. Mit 70 hat der frühere Dekan, der wieder in Ludwigshafen lebt, nun auch dieses Amt abgegeben. Sein Nachfolger als (Übergangs-)Präsident ist Dirk Rochow, Vizepräsident Jugend in Rheinhessen. Jugendwarte bleiben Rudi Engel aus Prüm und Sabine Teuscher aus Sobernheim. Jakob sieht es als größten Erfolg seiner Amtszeit an, dass ein Landestrainer für Handball genehmigt worden ist.
Wie viel der verdient? „Eine ganze Ecke weniger als ein Lehrer, aber immer noch so viel, dass es reicht“, sagt Ludwig. Ihm mache das „unfassbar viel Spaß“.
Trainingstagebücher und Gesundheitschecks
Nach seiner Verletzung war er wieder Trainer. 24 Teams von der D- bis zur A-Jugend hat er gecoacht. Im rheinhessischen Verband begann er als Stützpunkttrainer und war seit 2015 Verbandstrainer.
Als Landestrainer wird er sich auch mit Vereinstrainern austauschen. Noch ruht der regionale Liga-Spielbetrieb. Er hält viel von der Möglichkeit, den biologischen Reifegrad von Jugendspielern zu ermitteln. An 40 seien Einladungen zu sportmedizinischen Untersuchungen an einem der fünf Untersuchungszentren gegangen. Er erklärt: Die Jugendspieler sind 13, 14, 15 Jahre alt. Es gebe Frühentwickler und Spätentwickler. Da müsse man aufpassen, keinen zu verlieren. Die Untersuchungen seien auch deshalb wichtig, um keinen Herzstillstand eines Spielers erleben zu müssen.
Kaderathleten sind angehalten, Trainingstagebuch zu führen. Bei der Belastung von Filine Allmeier wird wohl genau hingeschaut: Stimmt die Dosierung? Macht sie zu viel? Sie hat sich im Siebenkampf auf 3428 Punkte gesteigert.