Lokalsport Südpfalz Sahnetag
OFFENBACH. 8:0? 8:0! Mit diesem Ergebnis fertigte das Schlusslicht der Fußball-Verbandsliga am Samstag den SV Rodenbach im Queichtalstadion ab. Der Jubel danach fiel trotz des Kantersieges nicht übermäßig bei den Offenbachern aus. Das Team von Trainer Thomas Wünstel behält die rote Laterne in der Winterpause, in der sie ein anderes Gesicht bekommen wird.
Und längst war auch bei diesem scheinbar perfekten Tag nicht alles so golden, wie es das Ergebnis letztlich aussagt. In der Anfangsphase schwamm der FSV im Kollektiv. Die Fünferkette mit einer Viererreihe davor und Alexander Mellein als einzige Spitze sah sich einem Sturmlauf der Gäste ausgesetzt, kam nicht in die Zweikämpfe, rannte hinterher. Hätte es nach zehn Minuten 0:3 gestanden, keiner hätte sich beschwert. „Diesmal war es umgekehrt als in den Spielen zuvor. Wir haben sehr schlecht angefangen und mit Glück und dem hervorragenden Dennis Mandery die Anfangsphase überstanden“, sagte Wünstel. Denn mit der ersten Offensivaktion stand es 1:0 für den FSV. Mellein nahm nach einem Befreiungsschlag Fahrt auf, schüttelte die aufgerückten Verteidiger des SVR ab und behielt diesmal die Nerven, als er Keeper Karsten Köpke umkurvte und locker einschob (21.). Spätestens als Daniel Evrard vier Minuten später einen Eckball von Alexander Hayes nahezu unbedrängt aus kurzer Distanz per Kopf in die Maschen wuchten durfte, war die Moral der Gäste gebrochen. „Wir haben aufgehört, Fußball zu spielen“, sagte der am Ende ob des Debakels seiner Elf erstaunlich gefasste Gästetrainer Ralph Schmulder. Der FSV hatte nun das Selbstvertrauen entdeckt, das ihm in der bisherigen Saison vor allem beim Torabschluss abging. Wie selbstverständlich fand der Ball bei nahezu jeder Offensivaktion der Roten den Weg ins Netz, so auch beim ersten von drei Freistoßtreffern Marcel Meinzers (30.), der den Ball um die Mauer herum Zentimeter neben dem linken Pfosten unterbrachte. Tim Hörner scheiterte eine Minute später noch aus spitzem Winkel an dem gut reagierenden Köpke. Das 4:0: Franz Inser läuft auf der rechten Seite allen davon, zieht aus spitzem Winkel ab, der Ball fliegt vom langen Innenpfosten ins Tor (45.). Nach dem Seitenwechsel brachte Mellein das Kunststück fertig, eine Meinzer-Hereingabe aus rund fünf Metern übers Tor zu bugsieren. Der enorm sicher wirkende Mandery rettete noch einmal gegen Dennis Leist (68.), ehe Meinzer seine Schlitzohrigkeit unter Beweis stellte. Köpke stellte in Erwartung eines Freistoßes seine Mauer, wobei sich seine wohl steifgefrorenen Mitspieler allzu gemächlich einfanden. Meinzer erkannte, dass der Ball frei war, und führte den Freistoß aus: 5:0. Die Rodenbacher Proteste beim Schiedsrichtergespann blieben unerhört (70.). Der eingewechselte Edonis Mustafa blieb das 6:0 noch schuldig, als er im Eins-gegen-Eins an Köpke scheiterte (73.). Doch eine Minute später war es so weit, eine Meinzer-Freistoßflanke segelte von Freund’ und Feind unberührt ins Tor. Nach einem Foul an Meinzer gab es einen Strafstoß, den Alexander Hayes in der 80. Minute sicher verwertete. Mustafa zeigte, dass er im Eins-gegen-Eins dazugelernt hat, und verwertete seine zweite Möglichkeit zum Endstand (85.). „Heute war der Tag, an dem wir uns für unser Engagement belohnt haben. Schade, dass es jetzt in die Winterpause geht“, stellte Wünstel fest. Seine Angriffslust ist geweckt: „Es gibt noch 33 Punkte zu holen, schauen wir, wie viele wir noch davon holen.“ Zudem lobte er seine medizinische Abteilung: „Dass Weiß und Evrard heute spielen konnten, ist deren Verdienst.“ So spielten sie FSV Offenbach: Mandery - Inser, Weiß (Sorien Jorissen), Evrard, Hayes, Glaser (55. Mustafa) - Mittenbühler, Hörner, Meinzer, Gaab - Mellein (71. Jannik Jorissen). |mame