Lokalsport Südpfalz „Pfälzer Löwe“ bald ein Alpha-Männchen?
HATZENBÜHL (wk). „Ich will als jüngster Deutscher Weltmeister im Berufsboxen werden“, sagt Leon Bauer. Im kommenden August wird er 18. Bis dahin oder etwas später soll er den schlagenden Beweis dafür angetreten haben. Möglich halten das außer ihm auch sein Trainer-Vater Bernd Bauer und das Köln-Karlsruher Promoter-/Managergespann Sauerland-Promotion und Rainer Gottwald. Eine Bestmarke hält der Südpfälzer 1,88-m-Schlaks mit den schnellen Beinen und der großen Schlagkraft bereits. Denn Leon Bauer begann seinen Weg zum Welttitel im Supermittelgewicht (bis 76,2 kg) als jüngster in Deutschland registrierter Boxprofi. Als solcher hieb der damals 16-Jährige am 18. April 2015 den sechs Jahre älteren Mate Kristof von den Beinen – nach 76 Sekunden. Bis dahin hatte er den erfahreneren Ungar dreimal am Boden gehabt. Obwohl seine eigentliche Stärke im Ring die Defensive und die Beweglichkeit sein soll, brachte Bauer innerhalb von nur neun Monaten vier von fünf weitere Duelle ebenfalls vor der Zeit zu Ende. Beim bislang letzten Knock-out-Sieg, am 9. Januar in Offenburg, brach er Ondrej Marvan die Nase und eine Rippe, bevor der Tscheche in der Eröffnungsrunde zu Boden ging. In der Weltrangliste mit knapp über 1200 Kollegen hat sich der „Pfälzer Löwe“ – so der „nom de guerre“, der Kampfname – bereits auf Rang 170 vorgeboxt. Ein „Wunderkind“? Ein Riesentalent auf jeden Fall, dieser Jüngling, der sich neben dem täglichen Training mit dem Vater im heimischen Gym in der Berufsbildenden Schule Wörth auf das Fachabitur 2017 vorbereitet. Leon Bauer: „Ich bin Schulleiter Ingolf Käsmeier dankbar, dass er mich in der anstrengenden Phase der Vorbereitung auf meine Kämpfe vom Unterricht freistellt.“ Ob er mit einem 1,7er-Abschluss studieren wird? „Das wird die Zukunft zeigen. 2017 sehe ich weiter“, laut die sachliche Antwort. Am 12. März 2016 soll in Neubrandenburg der nächste Kampf folgen. Die Matchmaker, Promoter Sauerland und Manager Gottwald, sähen es wie er, sagt Vater Bernd: Da Stallgefährte Vincent Feigenbutz kürzlich durch den Technischen K. o. gegen den Italiener Giovanni De Carolis die Chance verpasst hat, mit 20 Jahren jüngster Weltmeister zu werden, „sind wir dran“. Bernd Bauer, ein ehemaliger Freefigther (Vollkontakt-Kämpfer), betreibt im Gym neben dem Wohnhaus ein Institut für Mentalkommunikation mit Durchsetzungsmethoden. Boxen ist Alltag bei den Bauers. Mutter Melanie tut es, Tochter Keana (10) und Allen, der jüngere Bruder Leons. Der ist zwölf und – wie ein Film zeigt – ebenfalls ein Talent im Ring. Der Vater in Vorfreude: „Der wird schon bald Deutscher Jugendmeister.“ Das war auch Leon, der Profi. Im Verlaufe seiner 24 Amateurkämpfe, von denen er 22 gewann, verschaffte er sich 2014 binnen weniger Monate gleich drei Jugendtitel: Südwest-Meister, Baden-Meister, Deutscher Meister. Die regionalen Titel gewann er, nachdem er im Südwest-Finale den in 40 Kämpfen erfahrenen Wormser Ümit Pinarbasi nach zwei Runden zur Aufgabe gezwungen hatte. Der damalige Südwest-Sportwart schlug den Wechsel in einen anderen Landesverband vor. So sorgte der Hatzenbühler fortan beim Boxring Knielingen für Aufsehen und bereitete sich auch im Olympia-Stützpunkt Rhein-Neckar auf die Deutsche Meisterschaft vor. Mit Folgen ...