Leichtathletik RHEINPFALZ Plus Artikel Paris und die Leere danach

Oleg Zernikel steigt im Medaillenrennen früh aus.
Oleg Zernikel steigt im Medaillenrennen früh aus.

Für Olympia-Debütantin Mikaelle Assani sind die Spiele von Paris schnell vorüber. Oleg Zernikel fragt sich, was los war im Stabhochsprung-Finale.

Gunther Hellmann hat zum Stabhochsprung-Fest zu Hause eingeladen. Bei schwedischen und französischen Speisen und Panaché, Radler, sieht er am Montagabend im Finale von Paris elf Athleten, die er schon als Teilnehmer in Jockgrim begrüßen konnte. Er ist daran, das Feld für das 28. Jockgrimer Meeting (am Samstag, 17. August) zusammenzustellen: „Ich bin in der heißen Phase.“ Oleg Zernikel vom ASV Landau wird dabei sein. Und bis dahin seinen Frust vielleicht hinter sich gelassen haben. Der 29-Jährige, der mit Bo Kanda Lita Baehre bei den Olympischen Spielen den geteilten neunten Platz erreichte, wird nach Info seines Heimtrainers Jochen Wetter bis zur Abschlussfeier in Paris bleiben.

Kaputt und müde

Platz neun bis zu einer Medaille hielt Zernikel nach seiner starken Vorstellung in der Qualifikation für möglich. „Das war nichts“, sagt Wetter zur Leistung des Athleten im Finale im lauten Olympiastadion. Zernikel sei danach kaputt und müde und sehr enttäuscht. „Aber es geht ja weiter.“

Der Auftakt war gut. Der EM-Dritte von Rom und Lita Baehre, der EM-Zweite von München 2022, legten im Gleichschritt los: 5,50 Meter und 5,70 jeweils im ersten Versuch. Der Lette Valters Kreišs, der einzige der Athleten, der noch nie in Jockgrim war, zuckte zuerst: raus mit 5,50.

Durchgelaufen

In Landau war der stellvertretende ASV-Vorsitzende Mark Lugenbühl, 1992 deutscher Meister in München, überzeugt, dass Zernikel „sicher über 5,80 Meter springt. Aber es ist kein Wunschkonzert.“ Das passierte: „Ich kenn’ ihn. Bei 5,80 Metern ist er im ersten Versuch durchgelaufen. Wenn er einmal durchläuft, dann hat er ein Problem, gut in den nächsten Versuch zu kommen“, erzählt Wetter. „Im zweiten Versuch war zu viel Feuer, er war zu dicht“ an der Latte.

Und dann ging das Pokern los. Zernikel und Lita Baehre gingen mit dem jeweils dritten Versuch 5,85 Meter an. Beide scheiterten. „Ich weiß einfach nicht so ganz genau, was da vorgefallen ist, was passiert ist“, sagte Zernikel zur RHEINPFALZ (Bericht im Sport).

Drei US-Amerikaner in Jockgrim

Die Schau von Armand Duplantis ging da erst los. Der Schwede (24), 2018 in Jockgrim, gewann den Titel mit Weltrekordhöhe von 6,25 Metern vor Sam Kendricks (USA, 5,95) und Emmanouil Karalis (Griechenland/5,90).

In der Jockgrimer Bestenliste stehen Karalis und Kendricks mit 5,82 Metern. Der Italiener Claudio Michel Stecchi, am Samstag in Paris mit 5,70 Metern als 13. der Qualifikation ausgeschieden, wird am 17. August in der Südpfalz erwartet. Drei US-Amerikaner will Hellmann begrüßen: Austin Miller (30), der im Februar 5,90 Meter überquerte, Matt Ludwig (28) und Olen Tray Oates (29). Er ist optimistisch, ein starkes Feld zu bekommen. In derselben Woche sind Meetings in St. Wendel (City Jump am 14. August) und Zweibrücken (Sky’s the Limit am 15. August). Zernikel wird nach Zweibrücken fahren, aber nicht springen, wie Wetter mitteilt. Der Landauer sei dort, um Raphael Holzdeppe, den Weltmeister von 2013, zu verabschieden. Der 34-Jährige, der 2015 in Jockgrim 5,83 Meter überflog, beendet seine Karriere.

Achterbahn

Olympia-Debütantin Mikaelle Assani hat ihre Karriere noch vor sich. In der Qualifikation am Dienstagmorgen schied die noch 21-jährige Weitspringerin mit familiärem Bezug nach Kuhardt mit 6,24 Metern aus. Gegenüber Svenja Sapper und Silke Bernhart von leichtathletik.de sprach sie von einer Achterbahnfahrt der Gefühle, von Problemen beim Anlauf: „Am Ende des Tages war das heute leider mein Bestes.“ Der letzte Finalplatz ging mit 6,59 Metern weg.

Am Donnerstag um 10.25 Uhr beginnt die Qualifikation der Kugelstoßerinnen. Mittendrin: die 25 Jahre alte EM-Dritte Yemisi Ogunleye (Bellheim). Die grazile und smarte Athletin der MTG Mannheim gehört mittlerweile zu den zehn besten Kugelstoßerinnen der Welt.

Hart gelandet: Weitspringerin Mikaelle Assani.
Hart gelandet: Weitspringerin Mikaelle Assani.
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