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Ostereierschießen, Landeskader, 2. Liga: Yakira Klein gibt Gas
Hält sich der SV Appenhofen in der 2. Bundesliga? Ganz sicher, wenn er einen von den zwei Heimkämpfen mit dem Luftgewehr zum Rundenabschluss am Sonntag in seinem Schützenhaus gewinnt. Wie geht’s aus? „Was rauskommt, kommt raus. Man kann es nicht wirklich beeinflussen“, sagt Yakira Klein.
Fünf Minuten vorbereiten, zehn Minuten das Probeschießen, dann geht es los. Sie meine, 50 Minuten habe sie für die 40 Schuss, sagt die 19-Jährige aus Ingelheim, die auch an diesem Freitag bei Boehringer Ingelheim gelernt hat. Dreieinhalb Jahre dauere die Ausbildung zur Elektromechanikerin für Automatisierungstechnik, „nächstes Jahr im Winter lerne ich aus“. Klein, über 1,80 Meter groß, ist sich ziemlich sicher, bei Boehringer übernommen zu werden. Auch die nahe Zukunft im Sportschießen hat die Schnellstarterin, die mit dem Bus nach Hause fährt, fixiert: „Ich würde gerne bleiben wollen“ in Appenhofen, „ich bin sehr zufrieden.“
„Du gewöhnst dich an den Druck“
50 Minuten? Am Schießstand ist sie immer eher fertig. 389 Ringe erzielte sie beim jüngsten Sieg gegen den KKS Königsbach, Pi mal Daumen 29 Schuss in die Zehn und elf in die Neun aus zehn Meter Entfernung. Das Scheibenzentrum hat einen Durchmesser von 0,5 Millimeter. „Trainingssache“, sagt Klein. „Du gewöhnst dich an den Druck, bekommst Routine.“ Gegen Königsbach gewann sie im Stechen. Mit einer Zehn. Ihre Mannschaft gewann mit 3:2.
Die Bundesliga-Atmosphäre gefällt ihr. Pauken, Rasseln und Tröten, Fangesänge, alles ist erlaubt. „Tatsächlich kann ich das größtenteils ausblenden. Das macht die Bundesliga aus. Es macht auch mehr Spaß, wenn du mitbekommst, wie die Leute mitfühlen.“
Ostereierschießen
Zufällig haben ihre Eltern den Namen Yakira gelesen. Er hat ihnen gefallen für ihre Tochter. Ihre Karriere im Sportschießen begann bei einem „Ostereierschießen“. Für jeden Schuss ins Schwarze geben Vereine ein buntes Osterei aus. Klein ging in Ingelheim ins Training, nahm schnell an Rundenkämpfen teil. Dann seien einige Trainer auf sie zugekommen. 2019 fing sie an, 2020 war sie im Landeskader, in dem sie unter anderem zwei ihrer heutigen Teamkollegen begegnete und Alessa Dörrzapf, die von Appenhofen zu Bund München in die 1. Bundesliga gewechselt ist. Die Rheinzabernerin fädelte Kleins Wechsel in die Südpfalz ein.
Brettspiele und 3D-Drucker
Karriere im Schießsport? Da bräuchte sie einen Beruf mit viel Zeit für Training. Teamkollegin Estera Herzeg ist Profi und erzielt 397, 398 Ringe. Dorrzapf kam jüngst auf 394 Ringe. Schießen ist für Klein ein Ausgleich zur Arbeit. Mit Freunden spielt sie gerne Brettspiele (Dungeons & Dragons), Uno und andere Kartenspiele, mag Filmabende. Mit dem 3D-Drucker hat sie schon mal ein etwa 80 Zentimeter langes Auto mit Servolenkung zusammengebaut.
Die technikaffine junge Frau wird am Sonntag wohl gegen Rötenbach (10 Uhr) und gegen Brigachtal (15.30 Uhr) eingesetzt.