handball RHEINPFALZ Plus Artikel Offenbachs individuelle Klasse setzt sich durch

Vor der Halbzeit übte Joshua Albert (am Ball) viel Druck auf die Offenbacher Abwehr aus. Links Lukas Klein, rechts Niklas Klein,
Vor der Halbzeit übte Joshua Albert (am Ball) viel Druck auf die Offenbacher Abwehr aus. Links Lukas Klein, rechts Niklas Klein, der sich um Elias Horn kümmert. Nach der Halbzeit ging der SG Ottersheim die Puste aus.

Der TV Offenbach baut in Bellheim seine Erfolgsserie in der Oberliga auf drei Siege aus. Aufsteiger SG Ottersheim/Bellheim/Kuhardt/Zeiskam baut nach starker erster Hälfte ab. Timo Bauchhenß kann vor gut 450 Zuschauern im SG-Tor halten, so viel er will. Seine Mannschaft verliert mit 19:25.

Timo Bauchhenß hat eine „im Großen und Ganzen sehr starke Leistung“ seiner Mannschaft in der ersten Hälfte gesehen. Der 32-Jährige steht nach der Halbzeit (13:14) im Tor der SG Ottersheim/Bellheim/Kuhardt/Zeiskam, die diese Leistung nicht mehr wiederholen kann. Für ihn, den Ottersheimer, der seit 2007 in der ersten Mannschaft spielt, ist es das Derby. Er pariert in den ersten acht Minuten fünf Würfe der Offenbacher. Die Niederlage gegen den großen Lokalrivalen kann er nicht verhindern. Mit 25:19 fährt der TVO den vierten Sieg in Folge in der Handball-Oberliga ein.

Halle zu klein

Die erste Hälfte. Jan Gebershagen erzielt das 7:4 (10.) für die Hausherren. Immer noch drängen Zuschauer in die Halle, die am Samstagabend zu klein ist. 450 Zuschauer, notieren die Schiedsrichter später. Sie passen nicht alle auf die Tribüne. Maximilian Geiger im SG-Tor beginnt gut, er kommt bis zur Pause auf fünf Paraden. Zur starken ersten Hälfte der SG gehören die Tore von Kreisspieler Fabian Graap zum 2:0, 4:2 und 6:3. In der elften Minute prallt Joshua Albert, in der Luft angegangen, mit dem Kopf auf den Hallenboden. Albert, der das 3:1 erzielt hat, kann weiterspielen, erzielt später das 10:9 und, sein letztes Tor an diesem Abend, 12:12. Die SG hatte nach dem 11:11 die Führung verloren, nachdem Trainer Christian Job den tragenden Spielern eine Pause geben musste.

Die Wende

Trotz der Paraden von Bauchhenß kippt die Begegnung. Rechtsaußen Tino Gläßgen wirft das 14:17 (36.), sein viertes Tor. „Dann hat sich der TVO auf uns eingestellt, hatten wir sehr wenig Ideen“ im Angriff, erklärt Bauchhenß die Wende. Wer im Tor anfange, entscheide der Trainer, sagt der stellvertretende Leiter einer Großmarkt-Filiale in Landau. Geiger habe zuletzt gut gehalten, er sei vor 14 Tagen erkältet gewesen.

Nach der Halbzeit scheint vielen SG-Spielern die Puste auszugehen. Albert kommt zu keinem Abschluss mehr, Spielmacher Arne Schäfer (1 Tor) geht unter, Patrick Sefrin (2/1) steht länger auf der Platte als üblich, Philipp Latzko kann keine große Wirkung erzielen gegen einen Gegner, der viel weniger wechselt. TVO-Trainer Holger Schwab lässt die Rückraumachse Philipp Mohra (5 Tore) – Lukas Klein (1) – Niklas Klein (7/2) mehr oder weniger durchspielen, variiert um Maximilian Daum (1) in der Schlussphase. Die Männer machen Dampf, als würden sie nie müde werden.

„Irgendwann kommst du an die Grenze“

„Irgendwann zahlt sich individuelle Klasse aus“, sagt Job – und ärgert sich, dass es die Regel mit dem siebten Feldspieler anstelle des Torhüters gibt. Zeitweise spielte der TVO mit beiden Kreisläufern, mit Mario Fuchs (3) und Simon Gensheimer. „Dadurch ist Offenbach drangekommen“, sagt Job. Nach der Halbzeit habe seine Mannschaft kaum noch Druck ausüben können, viele Kreisanspiele verpasst. „Irgendwann kommst du an die Grenze“ mit zweimal Training in der Woche.

„Der Anfang war schwierig, da haben wir den Kampf noch nicht angenommen. Dann haben wir angefangen, es abwehrmäßig besser gestellt, dann läuft es auch vorne einfacher“, sagt Niklas Klein. Der 22-jährige angehende Grundschullehrer und sein Bruder Lukas Klein bilden die Seele des Offenbacher Angriffs, der die Gastgeber nach dem 16:17 in die Knie drückt. Lukas Klein gelingt das 16:21 (46.), Daum das 17:24 (53.). Die SG kann nicht mehr. Bauchhenß verhindert mit zehn Paraden, dass es nicht noch höher ausgeht.

Nur zehn SG-Tore in 45 Minuten

Schwab störte der verhaltene Beginn seiner Mannschaft: „Da waren die Gastgeber heißer als wir.“ Er habe sich mehr Giftigkeit gewünscht. Die individuelle Klasse habe sich durchgesetzt, mit dem siebten Feldspieler habe seine Mannschaft immer eine taktische Antwort gehabt. Die Abwehr, nach dem 9:6 ließ sie noch zehn Gegentore in 45 Minuten zu, habe funktioniert.

Schwab hat nur neun Feldspieler eingesetzt. Sebastian Mohra ist gar nicht dabei. „Urlaub, auch das gibt es in der Vierten Liga“, stellt der Trainer fest. Der Torhütervergleich legt nahe, dass der TVO noch klarer gewinnen konnte: Geiger/Bauchhenß 15 Paraden, Florian Pfaffmann neun. „Trinken wir ein Bierchen“, sagt Job nach dem Spiel zu seinem Trainerkollegen.

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