Handball RHEINPFALZ Plus Artikel Offenbacher Topspieler beim Gesundheitstest

Vorne der Y-Balance-Test, hinten der Speedcourt. Eine ganze Testbatterie wartet auf die ausgewählten Offenbacher Handballer.
Vorne der Y-Balance-Test, hinten der Speedcourt. Eine ganze Testbatterie wartet auf die ausgewählten Offenbacher Handballer.

Sind Knie, Gelenke, Körperstabilität in Ordnung? 33 ausgewähle Spieler des TV Offenbach verschiedenen Alters werden bei MS Sportreha in Landau unter die Lupe genommen. Mit den Tests will der Verein seine Topleute weiter voranbringen. Der Wiederholungstest wird verraten, ob es sich gelohnt hat.

Die ganze Karriere hängt von diesem Test ab. Handballer Robin (14) stemmt die Hände in die Hüfte. Kevin Baltrusch beschreibt den Y-Balance-Test: Das Standbein fest auf den Boden, das andere Bein flüssig nach vorne schieben. So weit es geht. Dann schräg nach hinten, nach links, nach rechts. Wie weit Robin jeweils kommt, markiert Baltrusch, indem er einen Kugelschreiber an die Stelle legt. „Die Ausführung ist perfekt“, sagt er. Baltrusch ist einer von fünf Mitarbeitern im Hause von MS Sportreha in Landau, die heute 33 Spielern des TV Offenbach im Alter von zehn bis 20 Jahren an mehreren Stationen auf den Zahn fühlen.

Spezielle Förderung

„Unsere Topleuten“, erklärt Heiko Pabst, Sportlicher Leiter Jugend beim TVO. „Sie brauchen ein zusätzliches Angebot, Hinweise, Hilfestellung.“ Eine spezielle Förderung neben dem Training. Die körperliche Schwächen aufzeigt, Verletzungen vorbeugen kann.

Das Reha-Zentrum von Mike Steverding ist heute für die Öffentlichkeit geschlossenen. Baltrusch und vier Physiotherapeuten und Sportwissenschaftler haben sich für den Dienst gemeldet: Pascal Weis, Jennifer Schramm, Sarah Herzog und Isabelle Hagne. Fußballer, Turner, Tänzer. „Alle Therapeuten kommen aus dem Sport, wir machen das sehr gerne“, sagt Weis.

Hinweise, ob alles in Ordnung ist

Die Handballer sind konzentriert. Sie wollen gut abschneiden beim Sprungtest (Einerhopp und Dreierhopp), auf dem Speedcourt, beim Squat Jump, Balance-Test mit dem Trampolin. Es geht um Sprunghöhe und -weite, Kniestabilität, den Links-Rechts-Vergleich, Beweglichkeit, Reaktionszeiten. Daten werden gesammelt. Die Karriere hängt davon nicht ab. Aber die Tests geben Therapeuten, Trainern und einem selbst Hinweise, ob alles in Ordnung ist. Es gibt Referenzwerte: Wie weit sollte ein 15-Jähriger körperlich und mental sein? „Wir können nur Spieler gebrauchen, die da mitziehen und bereit sind, individuell an sich zu arbeiten“, sagt Pabst.

In 31,66 Sekunden erledigt Lukas den Speedcourt. 20 Kontakte, einer nach dem anderen wird auf einem Bildschirm angezeigt, sind mit den Füßen zu treffen. „Anstrengend, gell. Die ist böse, die Übung“, sagt Herzog freundlich und aufmunternd zum Spieler. Zweiter Versuch: „Vollgas. Wichtig, die Felder zu treffen. Nicht daneben treten.“ 27,77 Sekunden. Durchatmen.

„Gegebenenfalls Therapieempfehlungen“

„Wir geben Trainingsempfehlungen, gegebenenfalls Therapieempfehlungen“, sagt Weis. Klassische Knie- und Leistenbeschwerden zeigten sich bei derartigen Übungen. So habe zum Beispiel ein Linksaußen im Handball eine einseitige Belastung. „Die wollen wir ausgleichen.“ Es gehe auch um Prävention: „Vielleicht hat er noch keine Beschwerden, ist aber instabil.“ Viele Talente gingen dem Sport verloren durch eine Verletzung.

Die beste Ausbildung ist für Weis die: „Im Kindesalter alles zu machen, viel Zeit auf dem Spielplatz verbringen.“ Bei jungen Sportlern seien die Unterschiede sehr groß.

Mit Pabst kann man darüber diskutieren, ob die Einteilung von Jugendmannschaften nach Jahrgängen (immer zwei Jahre) richtig ist. Schon in einem Jahrgang kann ein Kinder elf Monate älter sein der Mitspieler. „Älteren, aber Schwächeren in der C-Jugend täte es gut, wenn sie in der D-Jugend spielen könnten“, meint Pabst. „Manch gutes Talent verschwindet. Der Körper ist das eine, der Kopf das andere“, weiß Weis.

Für die Gruppe von 33 Spielern wird es einen Wiederholungstest geben. Papst ist sich sicher, dass die Ehrgeizigsten getestet worden sind.

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