Handball RHEINPFALZ Plus Artikel Oberliga: Dansenberg siegt in Bellheim

 Pascal Theuer (links) und dahinter Nils Bechtel haben den Ottersheimer Jan Gerbershagen im Griff. Rechts Fabian Graap.
Pascal Theuer (links) und dahinter Nils Bechtel haben den Ottersheimer Jan Gerbershagen im Griff. Rechts Fabian Graap.

Der SG Ottersheim/Bellheim/Kuhardt/Zeiskam passiert in der Oberliga das, was jeder vermeiden will. Sie verliert gegen den Tabellenletzten. Trainer Christian Job kritisiert seine Mannschaft.

Wer nimmt sich den letzten Wurf? Arne Schäfer versucht es über Kreisspieler Fabian Graap, Foul. Schäfer versucht es alleine und läuft sich fest. Joshua Albert probiert es, drüber. Sekunden später ist es Fakt: Die SG Ottersheim/Bellheim/Kuhardt/Zeiskam verliert in der Handball-Oberliga mit 27:28 (16:17) gegen den Tabellenletzten TuS KL-Dansenberg II. Wie konnte der SG das passieren?

An ihrem Keeper Maximilian Geiger lag es nicht. Nach 20 Minuten gekommen, wehrte er elf Würfe ab, darunter einen Siebenmeter. Der 26-jährige Fluggerätemechaniker und Industriemeister Metall hatte eine gute Erklärung: „Hauptproblem: die vier vergebenen Siebenmeter. In der Abwehr hat das Feuer für den Nebenmann gefehlt, den Schritt mehr zu machen. Es war ein schwieriges Spiel heute.“ Daran beteiligt: der 19-jährige BWL-Student Paul Rutz, TuS-Torhüter in seinem ersten aktiven Jahr. Eine coole Socke. Er kam auf zwölf Paraden, parierte von den vier Strafwürfen einen. Zweimal verfehlten die SG-Schützen das Tor. Einmal beorderte TuS-Trainer Theodoros Megalooikonomou Max Heringer ins Tor, der parierte auch. Rutz: „Wir haben es geschafft dranzubleiben, dann haben wir es am Ende gezogen.“

Bohm besiegelt Niederlage

Die Führung wechselte: 4:2 für die SG, 5:6. 9:8, 10:11. 19:17, 19:20. André Hilsendegen (4) traf auf der rechten Rückraumseite dreimal für die Gastgeber bis dahin. Spielmacher Arne Schäfer (6) kam bis dahin viermal durch. Die Außen Jan Gerbershagen (vier Tore insgesamt) und Elias Horn (6) erfüllten ihren Job. Joshua Albert agierte im linken Rückraum wieder unglücklich. Sein erster Wurf überhaupt saß zum 10:9. Zweiter Wurf: das 20:22. Dritte Aktion: Freiwurf, er muss werfen, zieht auf die linke Seite und trifft aus schlechtem Winkel zum 27:26 (56.). Die SG war nach 21:24- und 22:25-Rückstand zurück. Aber noch nicht im Ziel. Albert traf nach dem 27:27 an den Außenpfosten.

Frederik Bohm erzielte noch seinen dritten Treffer zum Dansenberger Auswärtserfolg, den die Mannschaft euphorisiert feierte. Einer der Matchwinner: Ben Kölsch machte das Spiel und neun Tore. Steffen Kiefer war immer gefährlich, wenn er nach innen zog mit seiner Routine: 6/2 Tore. Geniale Anspiele zu Kreisläufer Niklas Jung lösten vier Tore aus. Yannik Kötz versenkte drei Bälle von außen. Dansenberg ließ sich nie abschütteln und glaubte spätestens nach dem 20:23 von Kölsch (41.) daran, das Spiel gewinnen zu können. Drei TuS-Spieler, die sich in der Halbzeit aufwärmten, setzte Megalooikonomou nicht ein. „Wenn was gut läuft, darfst du nicht wechseln“, sagte der Grieche. „Ein richtig, richtig gutes Spiel.“

Job: „So kann man keine Abwehr spielen“

Ende November, nach nur einem Sieg aus neun Spielen, hatte Megalooikonomou Sebastian Wächter als TuS-Trainer abgelöst. Von 2016 bis 2021 hatte er in der ersten Dansenberger Mannschaft gespielt. Er scheint an den Klassenverbleib zu glauben: „Jedes Spiel für uns ist ein Finale. Die zweite Mannschaft muss für die jungen Spieler in der Oberliga spielen.“ Am Samstagabend stand sie auf dem 14. Platz.

SG-Trainer Christian Job hielt mit leiser Kritik nicht zurück: „Die Mannschaft wollte den Sieg nicht. So kann man keine Abwehr spielen. Wir waren nicht bereit zu machen, was es für einen Sieg braucht.“ Die 3-2-1-Deckung funktionierte wenig, die defensive 6-0 auch nicht. Jan Gerbershagen auf den wendigen und ballsicheren Kölsch anzusetzen, war der letzte Versuch, die neunte Saisonniederlage abzuwenden. Job: „Bei uns muss im Kollektiv alles funktionieren.“ Man könne viel kompensieren, aber in der Summe mit den Schwächen „kannst du auch gegen Dansenberg verlieren.“

TVO verliert in Budenheim

Der TV Offenbach, ersatzgeschwächt, bekam Schwierigkeiten beim Tabellenzweiten SF Budenheim, zog sich in der Schlussphase aber gut aus der Affäre. Niklas Klein (6), Sebastian Mohra (5) und Maximilian Daum (5/1) waren die erfolgreichsten TVO-Schützen bei der 29:31 (12:20)-Niederlage. Die Gastgeber setzten sich nach dem 6:6 ab und führten in der 51. Minute mit 28:21. Lukas Nagel (7) war ihr stärkster Torschütze.

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